Kahnfährmann Wolfgang Scherbatzki im Spreewald (Bild: rbb)
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- Der Kahnfährmann der Aquamediale

Der Spreewald ist mit Fließen durchzogen und ein beliebtes Ausflugsziel für BerlinerInnen und BrandenburgerInnen. Die Kahnfährmänner, die die TouristenInnen herumschippern haben schon viel gesehen, aber die "Aquamediale" ist auch für sie etwas ganz anderes.

Für einen Fährmann ist Regenwetter eigentlich saure Gurken Zeit. Doch Wolfgang Scherbatzki macht für uns seinen Kahn klar. Wir wollen einen ersten Blick auf die Aquamediale werfen. Kunst im Spreewald - trotz des salopp gesagt:

Wolfgang Scherbatzki, Kahnfährmann

"Scheißwetter"

Wolfgang Scherbatzki hat schon viele Jobs gemacht. Ausbilder, Bootsbauer und Taxifahrer, dann machte er ein Hobby zum Nebenerwerb.

Wolfgang Scherbatzki, Kahnfährmann

"Ich fahre schon ungefähr 25 Jahre im Spreewaldkahn. Ich bin in Widmersdorf geboren. Das ist kein Spreewald mehr, das ist bei Beeskow. Aber wie das immer mit der Liebe so ist. Da kommt man dann auf einmal in eine Gegend. Der Spreewald ist eigentlich schön."

Mitten im Idyll tauchen plötzlich die grellbunten Kunstwerke auf.

Wolfgang Scherbatzki, Kahnfährmann

"Das ist eine Wassernixe, die sich dreht. Ihr seht, da unten sind die Fischflossen, in der Mitte der Spreewälder Trachtenrock und oben die Haube. Die ist nicht typisch für hier, aber das sind eben Künstler. Das haben sie alles an einem Sonnabend gemacht. Mit Neoprenanzügen sind die hier rumgeschwommen. Hier in der Mitte diese Insel, das ist unsere Schlangeninsel. Die Eiche ist unten drunter hohl, da brüten immer die Ringelnattern drin. Hier hat man jetzt solche Gefäße hingestellt. Das sollen Urnen sein. Die Künstler sind bis aus China, die hier ausstellen."

"Wir unterfahren jetzt eine Spreewaldbank. Diese Spreewaldbänke haben sich die Bauern früher alleine geschaffen, damit man von einer Insel zur anderen nicht alles mit dem Kahn fahren brauchte. Da konnte man mit Fahrrad rüber, oder mit Kiepe, zu Fuss. Und die nennt man Bänke im Spreewald."

Wolfgang Scherbatzki bräuchte keine Kunstwerke, um in seinem Stückchen Spreewald Anregung zu finden. Viel spektakulärer findet er die Pflanzen- und Tierwelt, die er von seinem Kahn aus beobachten kann.

Wolfgang Scherbatzki, Kahnfährmann

"Hier rechts die Nutrias: Diese Nutrias wurden zu DDR Zeiten eigentlich als Pelztiere gehalten und wurden dann geschlachtet und als Kaninchen Ersatz verkauft. Die schmecken sehr sehr gut. Und nach der Wende wurden die alle frei gelassen und dann kann das zur Plage werden, weil die in die Uferlöcher graben und deshalb sind die nicht so sehr begehrt."

Ärger machen auch die Biber und im Spreewald natürlich die Mücken. Doch Wolfgang Scherbatzki juckt das nicht.

Wolfgang Scherbatzki, Kahnfährmann

"Ich bin da nicht so empfindlich. Außer in dem Jahr wo eine richtige Mückenplage war, da sprüh ich mich auch ein, ansonsten gar nicht. Vielleicht wollen sie mich nicht."

Und dann ganz unverhofft kommt doch noch für Wolfgang Scherbatzki die Sonne raus.

Autorin: Charlotte Pollex

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