David Chipperfield, Architekt der James-Simon-Galerie, steht nach einer Pressekonferenz zur anstehenden Eröffnung der James-Simon-Galerie vor der großen Treppe derselben. (Bild: dpa/Christoph Soeder)
dpa/Christoph Soeder
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- Exklusiver Rundgang mit den Architekten der Galerie

Die James Simon Galerie ist mehr als ein neuer zentraler Eingang zur Museumsinsel: In dem prächtigen Gebäude am Kupfergraben gibt es Ausstellungsräume, ein Café und ein Auditorium. Die Planung und der Bau hat sich über 20 Jahre hingezogen. Die Architekten David Chipperfield und Alexander Schwarz nehmen uns mit auf eine exklusive Tour durch das Gebäude.

Noch vor wenigen Wochen sind David Chipperfield und Alexander Schwarz alleine durch ihre James-Simon Galerie gegangen. Nun heißt es loslassen.  

David Chipperfield, Architekt

(Englisch)  "Es ist eine Erleichterung, oder?"

Alexander Schwarz, Architekt

(Englisch) "Es fühlt sich gut an, dass es jetzt da ist."

David Chipperfield, Architekt

(Englisch)  "Wir sind ja hier von fünf historischen Gebäuden umgeben. Mit unserer Architektur wollten wir darauf eingehen. Wir haben uns von dem Bestehenden manches ausgeliehen : Die Strategien, die architektonische Landschaft, die es hier auf der Museumsinsel gibt."

Alexander Schwarz, Architekt

(Englisch) "Es ist zum ersten Mal offen."

Der Durchgang zum Pergamonmuseum ist eine Überganslösung, bis das Museum vollständig restauriert ist.

Alexander Schwarz, Architekt

(Englisch) "Ist das nicht interessant, wie die Säulen hier die Axe weiterführen?"

Säulen - ein Schlagwort, wenn es um die James Simon Galerie geht. 226 Stück sind es insgesamt. Sie nehmen die Architektur der Nachbargebäude auf und sie haben noch eine wichtige Funktion.

David Chipperfield, Architekt

(Englisch) "Säulen verwenden wir in der zeitgenössischen Architektur eigentlich nicht so oft. Brauchen wir sie für die Struktur des Gebäudes? Nein. Es geht um die Idee des Raums. Wir haben hier eine Fassade und auch keine Fassade. Es hat so etwas Großzügiges, weil es durchlässig ist. Wir versuchen die Grenzen zwischen innen und außen zu verwischen. So wird es ein öffentlicher Raum."

Einen Ort für Alle schaffen. Darum geht es bei diesem Gebäude. Keine einfache Aufgabe, umgeben von Baumeistern aus dem 19. Jahrhunmdert, wie Schinkel oder Stüler.

Über 20 Jahre sind David Chipperfield und Alexander Schwarz jetzt schon mit diesem Gebäude beschäftigt. Der erste Entwurf soll noch ganz anders aussehen. Die Bilder haben wir David Chipperfield mitgebracht.

David Chipperfield, Architekt

(Englisch) "Wer ist dieser junge Mensch da?"

Ein Entwurf, der damals Protest auslöst. Ein Glaskasten, leicht, transparent, modern.

Alexander Schwarz, Architekt

(Englisch) "Es gibt immer Diskussionen, wenn man an so einem Ort baut. Und manchmal ist sie auch sehr polemisch. Wir haben jetzt schon so lange hier auf der Museumsinsel gearbeitet und was wir dabei gelernt haben ist, dass man auf Kritik auch eingeht. So arbeiten Architekten eben."

Dann muss er schon weiter, der Stararchitekt. Auch andere wollen noch mit ihm sprechen. Die Tage der Eröffnung sind der Moment, in dem sie im Rampenlicht stehen: Die Architekten und ihr Gebäude.

David Chipperfield, Architekt

(Englisch) "Für uns ist das immer der unangenehmste Moment. Wenn ein Gebäude der Öffentlichkeit übergeben wird und im Fokus der Aufmerksamkeit ist. Denn am Ende ist es doch das Schönste, es einfach ein natürlicher Teil der Stadt wird. Und besonders dieses Gebäude – es wird ein Erfolg sein, wenn es einfach funktioniert und ein schöner Ort ist, an dem man sich gern aufhält."

Autorin: Julia Riedhammer