Bad Saarow (Bild: rbb)
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- Mit Angela Grabley durch Bad Saarow

Der Eibenhof in Bad Saarow ist Kulturort. Hier kurten schon Max Schmeling und Maxim Gorki. Konzerte, Theateraufführungen und Filmfestival organisiert Angela Grabley. Die Berlinerin wohnt seit Mitte der 90er in Bad Saarow und ist dem Kurort eng verbunden.

Das Leben kann die dümmsten Witze reißen. Alle geben ihr Bestes, um den Eibenhof fein rauszuputzen – aber bei 35 Grad fehlt ausgerechnet der Kühlwagen.

Angela Grabley, Organisatorin

"Der Kühlwagen ist eigentlich im Anmarsch, aber hat sich noch nicht gezeigt."

Schauen wir uns solange ein paar Fotos an. Angela Grabley kennt den Eibenhof in Bad Saarow seit 45 Jahren – ihr heutiger Ehemann brachte sie hierher. Im Idyll am See suchten damals viele Künstler Erholung und Inspiration. Aber nicht nur…

Angela Grabley, Organisatorin

"Es war schon so eine andere Welt. Es war ja die Kulturbundzeit, es war hier jeden Sommer viel los. Alle zwei Wochen war die Abschlussdisco für einen Ferienbetrieb. Daran kann ich mich noch sehr gut erinnern. Auch an einen DJ, der immer "Rosamunde" mitgesungen hat zum Schluss."

Vor 100 Jahren war der Eibenhof ein Sanatorium – Paul Grabley, der Urgroßvater ihres Ehemannes, baute damals hier eine Klinik auf.

Angela Grabley, Organisatorin

"Die Therapie galt ja nervösen Schwächezuständen, wie man so schön sagte, damals. Heute Burnout, Suchten aller Art. Und es waren hauptsächlich Fabrikanten. Leute, die sich’s halt auch leisten konnten. Es war kein Sanatorium für Arbeiter aus dem Wedding… Jetzt muss ich leider mal unterbrechen, aufmachen."

Ein Hoffnungsträger – aber die Getränkelieferung ist fehlgeleitet und was ist eigentlich mit… es ist kompliziert.

Angela Grabley, Organisatorin

"Doch wieder nicht der Kühlwagen. Mann…"

Wir gehen zum Haupthaus, zum alten Gutshaus am See – inzwischen ist der Eibenhof von den neuen Besitzern liebevoll saniert. Angela Grabley wohnt in der Nachbarschaft und organisiert das Kulturprogramm hier. Einen Schatz hat sie noch mitgebracht – ein altes Gästebuch.

Angela Grabley, Organisatorin

"I hate Berlin, I hate Bavaria… Ich hasse Berlin, ich hasse Bayern, ich hasse Deutschland überhaupt, aber der Eibenhof… Ich liebe den Eibenhof über alles."

Angela Grabley geht es da ganz ähnlich – sie liebt den See, die Ruhe in Bad Saarow – aber Berlin ist in Reichweite.

Um 1910 entdeckten wohlhabende Berliner den Ort als Refugium für sich. Einer der Ersten, die sich hier ein Häuschen bauten, war der Komponist Xaver Scharwenka. Heute findet sich hier eine kleines Musikhistorisches Museum.

Der ehemalige Hausherr Xaver Scharwenka ist heute weitgehend vergessen – zu seiner Zeit war er hocherfolgreich.

Gerlinde Stobrawa, Kulturforum Bad Saarow

"Ich glaube, der könnte auch in der heutigen Zeit noch so manches Frauenherz erobern…"

Einen Raum weiter – ein historisches „Reproduktionsklavier“. Seine „Polnischen Tänze“ hat Xaver Scharwenka für die Nachwelt „auf Rolle“  gespielt.

Gerlinde Stobrawa, Kulturforum Bad Saarow

"Besonders interessant ist eigentlich immer, dass man sich wirklich vorstellen kann, Scharwenka säße hier höchstpersönlich an diesem Klavier."

Auch heute baut sich hier mancher gerne sein Häuschen – über Geschmack lässt sich streiten, aber Wald und See – das zieht an. Auch Box-Legende Max Schmeling hatte hier in den frühen 30er Jahren ein Haus, er wollte dem Berliner Rummel entfliehen.

Angela Grabley, Organisatorin

"Und Max Schmeling war Jäger, seh ich."

Meike Neumann, Gästebetreuerin

"Ganz… Ich möchte mal sagen fanatischer Jäger. Naturfreund sowieso."

Heute kann man hier seinen Urlaub verbringen und baden wie der Weltmeister.

Meike Neumann, Gästebetreuerin

"Max Schmeling hat hier geheiratet in Saarow und hat auf seiner Einladungskarte den Gästen mitgeteilt, dass sie bitte Handtücher mitbringen sollen und dann haben die gedacht, dass sie noch in den See gehen. Aber dann haben sie gemerkt, Mensch, der hat ja einen wunderbaren Pool hier."

Damals wie heute lässt es sich gut leben in Bad Saarow – und manches Problem löst sich wie von selbst: es gibt Neues vom Kühlwagen.

Angela Grabley, Organisatorin

"Vorhin kam ein Anruf, dass er am Tor steht, also ich weiß: er ist da."

Nichts wie hin – bei den Temperaturen…

Autor: Steffen Prell

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