Das Ensemble: Dieter Hallervorden (vorne li.), Johannes Hallervorden(vorne re.), Otto Beckmann, Oliver Nitsche, Jantje Billker, Annika Martens & Tommaso Cacciapuoti, am 4.9.19, "Adel verpflichtet", Bild: imago images / Stefan Zeitz
Bild: imago images / Stefan Zeitz

- Premiere "Adel verpflichtet"

"Adel Verpflichtet" feiert am Schlosspark Theater Premiere und eröffnet die 10. Spielzeit. Die Filmkomödie aus dem Jahr 1949 wurde für das Haus eigens umgeschrieben. Auf der Bühne spielen Dieter Hallervorden und Sohn Johannes erstmals zusammen.

Viola Matthies, Kostümbildnerin

"So, hier wollten wir noch ein paar Perlen annähen, das hier gehört da gar nicht hin…"

Kurz vor der Premiere ist bei Kostümbildnerin Viola Matthies die Anspannung zu spüren. Die erste Probe mit Kostüm ist gerade vorbei und auf ihrer Liste stehen jede Menge Änderungen.

Viola Matthies, Kostümbildnerin

"Hier müssen wir noch ein paar Stiche machen an dem Kleid, das können wir aber hier unten machen."

Hier oben, im zweiten Stock hat sie ihr Reich. Viel Platz ist nicht. Für den üppigen Kostümfundus des Schlosspark Theaters nutzt Viola Matthies jede Ecke. Viele der Sachen hier, hat sie selbst entworfen.

Viola Matthies, Kostümbildnerin

"Das ist zum Beispiel der Cäsar, den Herr Hallervorden spielt, den hab ich auch selber genäht und da musste jetzt noch eine Tasche angebracht werden, weil er da eine Karte versteckt, die er dann weitergibt (…)"

„Adel verpflichtet“ so heißt das neue Stück – 35 Kostüme musste sich Viola Matthies dafür ausdenken.

Die schwarze Komödie erzählt von einem adeligen jungen Mann, der unbedingt Graf werden will. Dazu muss er allerdings erst acht andere Erbberechtigte aus dem Weg räumen.

Vorbild für das Stück ist der Film „Adel verpflichtet“ von 1949. Der britische Schauspieler Alec Guinness verwandelt sich darin meisterhaft in sämtliche Mitglieder der Familie D’Ascoyne. Für jeden Einzelnen erfindet er ein eigenes Gesicht und eine eigene Körpersprache.

Hier im Theater spielen Dieter Hallervorden und sein Sohn Johannes alle Mordopfer - vom alten Grafen bis zur Tante.

Die beiden Österreicher Otto Beckmann und Anatol Preissler haben die Geschichte für die Bühne umgeschrieben. Auch sie haben Doppelrollen: der eine ist noch Hauptdarsteller. Der andere Regisseur. Das ist manchmal nicht einfach.

Anatol Preissler, Autor und Regisseur

"Dann ringen auch Autor und Regisseur miteinander. Es ist schon ein Kampf. Lass ich diesen Satz jetzt drin? Nein, sagt der Regisseur, das ist viel zu lang, das muss raus. Dann sagt der Autor wieder: aber es ist doch so schön und ich weiß noch genau den Moment wie mir der eingefallen ist und das ist doch wirklich ein schöner Satz lieber Regisseur, hör doch mal zu."

Otto Beckmann spielt den sympathischen Serienmörder. Mord für Mord nähert er sich seinem Grafentitel.

Otto Beckmann, Autor und Schauspieler

"Er beginnt durchaus auch ein maliziöses Vergnügen daran zu entwickeln und sich originelle Todesvarianten zu überlegen – also es ist kein Tod von der Stange, sondern es ist wirklich maßgeschneidert für jeden."

Anatol Preissler, Autor und Regisseur

"Man hört dann plötzlich so die männliche Fraktion hinten rechts auf einmal auflachen, dann wieder die Spaßfraktion, die schon in der Pause ein paar Gläschen Sekt getrunken hat, also das ist immer ganz schön, wenn man viele Humorzentren bedienen kann."

Während die Schauspieler auf der Bühne schon bei der Generalprobe viele Lacher bekommen, haben Viola Matthies und ihre Helfer hinter der Bühne vor allem eins – Stress.

Viola Matthies, Kostümbildnerin

"Der schnellste Umzug ist 20 Sekunden oder so. Das ist der letzte Wechsel mit Herrn Hallervorden in der Schneeszene. Die anderen liegen so manchmal bei 30 Sekunden, manchmal bei einer Minute. Das ist unser aufwändigstes Stück, was wir je hatten."

Autorin: Anna Tschöpe

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