Videokünstlerin Agnieszka Polska (Bild: rbb)
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- Künstlerin Agnieszka Polska

Agnieszka Polska ist eine der gefragtesten Berliner Künstlerinnen. In Ihrer neuen Videoarbeit erweckt sie die prähistorische Biosphäre vor dem größten Artensterben der Erdgeschichte wieder zum Leben. Ihre Arbeit zeigt sie in einem mobilen Planetarium.

Agnieszka Polska hat viel zu tun: In wenigen Tagen geht die Art Week los. Gar nicht weit weg von ihrer Kreuzberger Wohnung soll ihre neue Arbeit in einer mobilen Kuppel gezeigt werden.

Agnieszka Polska, Künstlerin

(englisch) "Ich verbessere gerade eine Komposition aus meinem Film für das Planetarium. In der Kuppel des Mobile Dome sah das noch nicht so gut aus."

 

Die polnische Künstlerin ist international bekannt für ihre Video-Arbeiten. Jetzt hat sie zum ersten Mal einen 360-Grad-Film entwickelt - für die Kuppel eines Planetariums. Für Agnieszka Polska eine neue Herausforderung.

Agnieszka Polska, Künstlerin

(englisch) "Da gibt’s eine Menge Fehler, die man machen kann. Hier am Bildschirm habe ich keine Ahnung, wie es am Ende wirkt - weil es in der Kuppel ganz anders rüberkommt."

Immer wieder beschäftigt sie sich in ihrer Kunst mit der Natur des Planeten. In ihrem neuen Video schickt sie die Zuschauer auf Zeitreise - in eine ausgestorbene Tier- und Pflanzenwelt.

Agnieszka Polska, Künstlerin

(englisch) "In meiner Arbeit für die Kuppel geht es um das Erdzeitalter Perm, das vor 250 Millionen Jahren zu Ende ging. Damals verschwanden rund 95 Prozent der Lebewesen. Es war das größte Artensterben der Erdgeschichte - schlimmer als bei den Dinosauriern. Erst vor 15 Jahren haben Forscher herausgefunden, dass die Ursache dafür ein Wandel des Klimas war."

Nach Berlin ist Agnieszka Polska vor zehn Jahren gezogen, um an der Universität der Künste zu studieren. Jetzt ist sie auf dem Weg zum Mariannenplatz. Dort steht seit ein paar Tagen ein aufblasbares Planetarium, in dem die Künstlerin ihr Video zeigen wird. Vorher hat sie aber noch einiges mit den Technikern zu klären.

Gemeinsam mit Ingenieur Jakob Laugs schaut sich die Künstlerin an, wie ihr Video in der Kuppel wirkt.

Längst ausgestorbene Riesen-Libellen kreisen über den Zuschauern - Agnieszka Polskas Kommentar zu Artensterben und Klimawandel. Dass der Film im Planetarium optimal zu sehen ist - dafür sorgt Jakob Laugs. Um das Video für die fünf Projektoren umzurechnen, braucht er leistungsstarke Computer. Und viel Geduld.

Jakob Laugs, Fulldome-Koordinator

"Wir warten dann erstmal 20 Stunden und gucken dann, wie das Ergebnis ist. Und müssen dann vielleicht nochmal ein bisschen was anpassen - und dann wieder 20 Stunden warten."

Zum Glück bleibt noch genug Zeit bis zur Premiere im mobilen Planetarium. Für Agnieszka Polska ein Ort, an dem ein Wunsch in Erfüllung geht:

Agnieszka Polska, Künstlerin

(englisch) "Ich wollte schon immer eine Videoarbeit machen, in die man komplett eintauchen kann. Das geht hier zum ersten Mal."

Für heute ist die Künstlerin zufrieden.

Agnieszka Polska, Künstlerin

(englisch) "Ich hoffe, dass die Zuschauer sich inspiriert fühlen von meinem Film und über bestimmte Themen nachdenken. Es geht mir nicht darum, direkt politisch zu wirken. Aber auch Poesie hat eine Wirkung. Sie schafft neue Denkräume."

Autorin: Anne Kohlick

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