X-Filme (Bild: rbb)
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- 25 Jahre X-Filme

Die schon legendäre Filmfirma in Berlin feiert Jubiläum. Sie haben Oscars gewonnen, goldene Bären und die Lolas türmen sich. Exklusiv erklären uns die vier Macher Stefan Arndt, Wolfgang Becker, Tom Tykwer und Dani Levy, wie das alles kam.

Dani Levy, Regisseur

"Hier ist noch einer, so, jetzt hab‘ ich bald alle – aber nicht alle."

Eigentlich könnten wir ja anfangen, aber Tom Tykwer lässt noch auf sich warten.

Wolfgang Becker, Regisseur

"Ja, der kommt schon, aber… das ist normal."

Dani Levy, Regisseur

"Wären wir nicht ein bisschen entspannt würde es uns auch nicht mehr geben… Ah, da kommt er, ich hör’s am energischen Schritt."

Eigentlich ist Tom Tykwer immer pünktlich, hat es noch geheißen, aber die drei hier haben andere Erfahrungen gemacht. Seit über 25 Jahren… Alle vier X-Filme-Gründer an einem Tisch – das ist eine Seltenheit. Nur zur Erinnerung: wenn in den vergangenen 25 Jahren deutsche Filme ein großes Publikum begeisterten, hierzulande und international – dann hatten die X-Filmer ziemlich häufig damit zu tun. „Goodbye Lenin“, „Lola rennt“, „Das weiße Band“, „Alles auf Zucker“ – das ist nur das Bekannteste vom Bekannten.

Und so hat alles begonnen. Ein Archivbericht von 1994:

"Trübe Aussichten für den deutschen Film? Der Schein trügt. X-Filme – das sind ein kinobegeisterter Filmwirtschaftler und drei Berliner Regisseure."

Stefan Arndt, Produzent

"Mein erstes Interview…"

Wolfgang Becker, Regisseur

"Wir sehen aus wie eine Boyband, eine frühe Boygroup. Caught In The Act."

Dani Levy, Regisseur

"Mich berührt, dass es uns echt noch gibt. Dass wir noch leben, dass wir noch arbeiten. Dass keiner von uns untergegangen ist. Dass uns weder der Erfolg vernichtet hat noch der Misserfolg."

Wolfgang Becker, Regisseur

"Der deutsche Film war an einem totalen Tiefpunkt. Das war der Grund, weswegen wir uns getroffen haben. Es gab so eine Gruppe von Berliner Regisseuren, die sich immer pro Monat getroffen haben. Und wir hatten irgendwie relativ schnell die Schnauze voll von dieser Jammerhaltung."

Stefan Arndt, Produzent

"Film ist eine Sprache, die weltweit verstanden werden kann und die Filme sollten auch weltweit gesehen werden. Da waren wir ein bisschen größenwahnsinnig damals – wie wir uns sowas damals hatten ausdenken können… Egal! Aber das war das quasi das Ziel und das ist uns ja auch ein paar Mal ganz gut gelungen."

(Ausschnitt "Lola rennt")

Wolfgang Becker, Regisseur

"Wir waren eigentlich kurz vor der Pleite."

Tom Tykwer, Regisseur

"Eigentlich war „Lola rennt“ eine Notlösung. Ein Film der so schnell gemacht werden musste, so schnell wie er dann auch war, weil die Konten leer waren - von den Filmen, die wir vorher gemacht haben. Wir haben es nie gelernt, irgendwie auch leider, aber natürlich auch Gott sei Dank, wie das so geht. Wie man ihn backt, den Hit. Und wir haben quasi immer so abwechselnd... einer von uns hat dann was in die richtige Richtung geschoben und so ist es dann auch aufgegangen."

(Ausschnitt "Alles auf Zucker")

Dani Levy, Regisseur

"Es gibt von keinem unserer Bestseller auch ein Sequel. Es gibt weder ein „Lola rennt 2“, noch ein „Goodbye, Lenin 2“, noch ein „Alles auf Zucker 2“. Es ist so ein bisschen typisch auch für unsere Art, auch wie wir die Filme aufgemacht haben. Auch wie wir so sind, dass wir uns nicht ausruhen wollen, dass wir eigentlich ein Forschungsprojekt sind."

(Ausschnitt "Berlin Babylon")

Tom Tykwer, Regisseur

"Ich bin auf jeden Fall, ein-, zweimal fremdgegangen und habe zwei Filme nicht in dieser Firma gemacht und das war gut für mich, weil ich gesehen habe, was wir hier eigentlich haben. Was ich erlebt habe war auf jeden Fall so, dass ich gedacht habe: jetzt aber schnell wieder nach Hause."

(Ausschnitt: "Goodbye, Lenin")

Wolfgang Becker, Regisseur

"Ich habe nie aufgehört, einen von euch irgendwie zu lieben. Ich freue mich jedes Mal, euch zu sehen. Bei allen Problemen freue ich mich, die Jungs zu sehen."

Autor: Steffen Prell

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