Buch Niemandsland (Bild: rbb)
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- Buch "Niemandsland"

In seinem Buch "Niemandsland" reiht Matthias Friedrich Muecke Erinnerungen an seine Jugend in Pankow aneinander. In Schlaglichtern erzählt er, wie unfreiwillig komisch das Aufwachsen in einen totalitären System sein kann.  

Diese Strecke ist Matthias Muecke schon als Kind gefahren. Er ist in Pankow aufgewachsen und hat über seine Kindheit in der DDR ein Buch geschrieben.

Matthias Friedrich Muecke, Autor und Zeichner

"Angefangen hat das alles mit meinem Sohn. Der hat immer Fragen gefragt, wie war's in deiner Kindheit. Und dann habe ich angefangen die eine oder andere Geschichte zu erzählen. Und dann stellte er fest, dass ich auch kein Mauerblümchen war sondern auch ganz schön viel Mist gebaut hab. Und irgendwann sagte er zu mir: die sind echt so lustig, kannst du die nicht aufschreiben. Aber prinzipiell wollte ich erstmal völlig unpolitisch ran gehen."

Er erzählt Geschichten, die er mit seinem dicksten Freund erlebt: etwa als sie sich als Frauen verkleiden am DDR-Feiertag.

Matthias Friedrich Mücke, Autor und Zeichner

"Mutprobe. Wir gehen jetzt durchs Wohngebiet in unserer Verkleidung und zeigen: Wir sind die schönsten Diven von Pankow. Das haben wir dann auch getan. Und natürlich waren zum Nationalfeiertag die Häuser geschmückt und wir haben noch einige Fahnen mit zu unserer Ausstattung genommen und uns Wimpelketten umgehangen und Friedenstauben gepflückt und da wurden wir dann festgenommen."

Wegen Beschädigung von Staatseigentum! Er erzählt vom Alltag in Ostberlin. Wer politisch nicht aneckt, kann ganz gut leben, meint er.

Matthias Friedrich Mücke, Autor und Zeichner

"Das Bild was heutzutage oft gezeichnet wird, ist so schwarz und weiß. Also es gab die Oppositionellen und es gab die Linientreuen und dazwischen haben alle den Mund gehalten mit hängenden Mundwinkeln. Das ist natürlich falsch. Es gab ganz viele subkulturelle Bereiche in der Musik, in der bildenden Kunst, in jedem kleinen Innenhof gab's einen Mikrokosmos, wo die Leute gelebt haben. Die haben auch gut gelebt uns Spaß gehabt."

Matthias Mücke erlebt eine Kindheit, wie viele hier. Dazu gehört das berühmte Freibad Pankow.

Matthias Friedrich Mücke, Autor und Zeichner

"Es gab hier eine berüchtigte Szene mit dem Sprungturm und die Zehn-Meter-Marke war das Nonplusultura für uns. Als wir dann von oben hinunter blickten, hat uns die Angst beschlichen und wir wollten wieder runter. Der Bademeister hat die Kette hinter uns zu gemacht und hat gesagt, jetzt runter ihr Hühner. Und nach langer Überwindung bin ich dann in die Tiefe gesprungen und hab dabei meine Dreiecksbadehose verloren."

Matthias Mücke ist sehr erfolgreich als Grafiker und Maler. Nicht nur deshalb war es ihm wichtig, seine Erlebnisse auch zu zeichnen.

Matthias Friedrich Mücke, Autor und Zeichner

"Als ich den Text fertig hatte, dann hab ich den meiner Frau vorgelesen und meinem Sohn und den anderen Söhnen und da hat meine Frau gesagt, du musst da gar nichts zu zeichnen. Da hab gesagt, nee, das ist mir n Grundbedürfnis Es muss unbedingt  gezeichnet werden. Ich erinnere mich so in schwarzen und weißen Tönen. Da war mir ein Bedürfnis und zwar schwarz-weiß und ganz viele Grautöne."

Matthias Mücke erzählt in seinem Buch "Niemandsland", wie sich die DDR für ein Kind angefühlt hat. Etwas naiv, aber frech und unbekümmert. Mit zwölf Jahren verlässt er Pankow. Damit endet diese Geschichte.

Autorin: Theresa Majerowitsch

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