Gunnar Golkowski Staatstheater (Bild: rbb)
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- Mit Gunnar Golkowski durch die Lausitz

Die erste Premiere des Herbstes ist das Robert Wilson Stück "Black Rider". Mit dabei Schauspieler Gunnar Golkowski. Geboren in Bergisch Gladbach, wohnt er seit 17 Jahren in Cottbus. Er zeigt uns, was er an der Lausitzmetropole mag und wir begleiten ihn in sein Theater und zum Stück.

Die Wege sind verworren in diesem Theater, doch Gunnar Golkowski kennt sich aus. Wer ihn sucht, findet ihn vor Vorstellungsbeginn oft auf dem Dach des Hauses.

Gunnar Golkowski, Schauspieler

"Irgendwann war mal wieder alles besetzt, aber ich brauchte unbedingt einen Moment Ruhe. Ich hab gesucht. Irgendwann bin ich auf dem Dach gelandet und dachte, das ist perfekt. Ich hab mich ein bisschen versteckt, denn manchmal kommt das Publikum ums Haus gelaufen. Das mag ich nicht, ich hab meistens schon Maske. Dann mag ich das sehr in den Himmel zu gucken."

Er ist ein Hüne auf der Bühne mit seinen 1,95 Metern. Um die 50-60 Rollen hat er bestimmt schon verkörpert. Gerade ist szenische Probe für das Stück am Abend "Black Rider", die Freischützsaga mit Eule und Gunnar Golkwoski als Jägersburschen. Sein Konkurrent soll über ihn schweben – ganz dicht!

Gunnar Golkowski, Schauspieler

"Ich hab viele Rollen gespielt, die ich mir nicht selber ausgesucht hätte. Im Nachhinein war das dann so ein Überraschungsding. Das war ganz toll. Ich habe keine Traumrolle. Held schon mal gar nicht. Ich wollte nie Romeo spielen. Da hatte ich immer Schiss vor. Liebe über zwei Stunden das fand ich eher immer langweilig. Am Anfang habe ich mir lange Haare wachsen lassen und versucht schon älter auszusehen als ich bin, weil ich dachte, dann gehen die Liebhaberrollen an mir vorbei."

Dafür bekommt er aber doch so einige Fanpost. Immer voller Überraschungen.

Gunnar Golkowski kommt aus Köln. Nach der Schauspielschule landete er zufällig hier, wie die meisten seiner Kollegen. 17 Jahre ist er jetzt hier.  

Gunnar Golkowski, Schauspieler

"Ich war noch nie vorher im Osten und bin in einer dunklen Januarnacht mit dem Nachtzug über Berlin gekommen. Ich bin in den frühen Morgenstunden immer tiefer und tiefer in das Braunkohlegebiet rein. Es hatte geschneit. Es war surreal. Ich war wirklich überzeugt, dass hier bald die Welt endet."

Doch das Theater gefällt ihm. Erst geht er nach Senftenberg, dann nach Cottbus.

Gunnar Golkowski, Schauspieler

"Hier war das immer spannend. Ich hab einige Schauspieldirektoren erlebt und es war immer abwechslungsreich. Ich muss echt sagen: Kaum zu glauben das es 17 Jahre sind. Die Zeit verging wie im Fluge."

Fast sein halbes Leben lang wohnt er nun schon in Cottbus, die Stadt mit dem Branitzer Park. Hier führt er gern seine Freunde von außerhalb hin, um die weltberühmte Fürst-Pückler-Pyramide zu zeigen.  

Gunnar Golkowski, Schauspieler

"Wenn ich jetzt in Köln Leuten von Cottbus erzähle, dann ist natürlich die erste Reaktion. Wo? Energie Cottbus kennen noch ein paar Leute. Ich glaube manche verwechseln es auch mit Chemnitz, weil beides mit C anfängt.  Die haben eher ein düsteres Bild. Düster, Kohle, ein bissel problematisch mit viel AFD und so. Dass die Stadt so hell, grün und offen ist, das assoziiert echt keiner damit. Das ist echt schade."

Es ist immer unruhig am Theater: neue Intendanten, neue Chefs, Ungewissheit. Doch was am Ende zählt, ist das, was auf die Bühne kommt.

Gunnar Golkowski, Schauspieler

"Generell bin ich die Rolle, die hinterherläuft und eigentlich den ganzen Abend entweder angeschossen wird oder diverse Verletzungen abkriegt. Am Ende steht er mit mehreren Verbänden eigentlich als Trauerkloß im Hintergrund und muss trotzdem das tragische Ende dieses Stückes mit angucken."

 

Autorin: Theresa Majerowitsch

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