Bernadette La Hengst mit dem Chor der Statistik (Bild: rbb/Thomas Billhardt)
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- Bernadette La Hengst und der Chor der Statistik

Künstler und Kreative haben am Haus der Statistik den „Allesandersplatz“ proklamiert. Sie verteidigen den Stadtraum als Ort für alle. Die Musikerin Bernadette La Hengst singt mit ihrem „Chor der Statistik“ gegen Immobilienspekulation, Fremdenhass und Klimawandel.

Bernadette La Hengst, Chorleiterin

"Ich bin Bernadette La Hengst. Wir sind hier im Haus der Statistik und ich probe mit dem Chor der Statistik.

Das sind AnwohnerInnen rund um den Alexanderplatz, die für mehr Freiräume in der Großstadt sind, die für Mietendeckel und bezahlbaren Wohnraum und Arbeitsräume sind. Oder Leute, die einfach gerne im Chor singen.

Das ist das Zentrum der Stadt. Das ist furchtbar eigentlich: eine Konsumhölle, viel zu viele Autos, viel zu laut. Hier wohnt auch niemand, den ich kenne, weil der Wohnraum nicht mehr bezahlbar ist. 

Deswegen ist dieser Ort gerade so wichtig, weil wir den dem Immobilien-Markt entzogen haben. 

Der wurde zurückgekauft von der Stadt Berlin und jetzt hat die Initiative "Haus der Statistik" den Zuschlag für 20 Prozent dieses riesen Gebäudes bekommen. Das sind Möglichkeitsräume, die da aufgehen.

Hier war einfach nur ein dunkler Raum und dieser Innenhof war wild bewachsen, weil das Haus zehn Jahre leer stand. Dieser Hof sieht so aus, als hätten wir die Bäume hier reingepflanzt. Die Natur hat sich die Räume zurückgeholt, und jetzt holen wir uns das als Wohnraum oder als Erlebnisraum zurück.

Das Wort für mich, das ich ganz gut benutzen kann, ist Agitations-Chanteuse. Weil, ich bin sowohl Sängerin, aber ich bin auch Songschreiberin und ich bin auch immer irgendwie auf der Suche nach politischen Themen und utopischen Ideen, die ich in Lieder umsetze.

Angefangen in Ostwestfalen, wo ich mit 17 angefangen habe Lieder zu schreiben. Dann "Die Braut haut ins Auge" in Hamburg, danach meine Soloklarriere als Bernadette La Hengst ganz ohne Band.

Seitdem mache ich irgendwas zwischen Theater, Stadtprojekten, Popmusik und politischem Aktivismus.

Das ist ein Megafon. Da haben wir durchgesungen bei unserer Performance letzte Woche. Wir sind ja auch das Brain, also der Chor ist das Brain des Hauses der Statistik.

Ich gründe Chöre, weil ich den Leuten gern eine Stimme geben möchte.  

Ich hab das Gefühl, die Leute freuen sich, dass sie sich wieder politisch artikulieren dürfen. Es gab viele Jahre des Verstummens, wo es peinlich war, auf eine Demo zu gehen. Das ist auch eine Art von Befreiung."

Autorin: Patricia Corniciuc

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