Artemis Quartett (Bild: rbb)
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- Das Artemis Quartett feiert 30. Geburtstag

Streichquartett zu spielen gilt als Königsdisziplin der Kammermusik. Gefordert sind spielerische Virtuosität und die Bereitschaft eine Ehe zu viert zu führen. Das „Artemis Quartett“ feiert dieses Jahr seinen 30. Geburtstag, obwohl es vor allem in den vergangenen Jahren schwierige Zeiten durchlebt hat.

Präzision und absolute Hingabe, das Ringen um den wahrhaften Klang, Streichkultur und Streitkultur liegen beim Artemis Quartett eng beieinander.

Vineta Sareika, Violinistin
"Es ist wirklich so ein endloser Prozess, mit dem man immer näher an die Perfektion kommen will. Es geht ganz viel um Details, um kleine Timings, um Farben und wie macht man das zu viert, um diese Atmosphäre für das Publikum, für die letzte Reihe zu zeigen."

Vineta Sareika und Gregor Sigl spielen seit 2012 gemeinsam im Artemis Quartett. Ihnen ist es zu verdanken, dass es in diesem Jahr sein 30. Jubiläum feiert. Erst jetzt sind die Geigerin Suyoen Kim und die Cellistin Harriet Krijgh ins Ensemble gekommen. In den vergangenen Jahren hat das Quartett eine turbulente Zeit und viele Umbesetzungen meistern müssen. Im Artemis Quartett zu spielen, ist eine Lebensentscheidung.

Gregor Sigl, Bratscher
"Natürlich kann man das mit einer Beziehung vergleichen. Man verbringt so viel Zeit miteinander. Es liegt in der Natur der Sache: Im Laufe der Zeit entstehen Reibungen und Schwierigkeiten. Das ist die große Lebensschule des Quartettspielens."

Seine tiefste Erschütterung erfährt das Artemis Quartett 2015. Der an Depressionen leidende Bratscher Friedemann Weigle begeht Suizid. Zeitgleich raubt der Kampf gegen den Krebs dem Cellist Eckart Runge die Kraft. Das erzählt eindrücklich der Film "The Never Ending Quartett".

Eckart Runge, Cellist
"Die Lust am Ringen um alles im Quartett, das war ja unsere Identität. Wir haben wirklich viel ausgehalten, aber das ist bei mir weg."

Vineta Sareika, Violinistin
"Natürlich war es ein Schock als Ecki uns gesagt hat, das er geht. Es ist nicht einfach, zwei Leute zu finden, die in dieselbe Richtung schauen und die Musik genauso empfinden und die auch bereit sind, so viel Arbeit und Intensität zu erleben."

Trotz des Erwartungsdrucks herrscht Aufbruchsstimmung. Das neue Artemis Quartett ist bereit, sich neu zu finden und gleichzeitig an das anzuknüpfen, was sie musikalisch ausmacht. Der "Spirit" des Artemis Quartetts, soll weiter gegeben werden. Nicht nur im Klang der Bratsche, die einst Friedemann Weigle gespielt hat.

Gregor Sigl, Bratschist
"Das Instrument war für uns in der Zeit des Schocks nach seinem Tod und in der Trauer und auch in der Phase danach, in der wir uns gefangen haben, ein ständiger Begleiter. Dieser Klang des Instruments gehört jetzt einfach zum Quartett dazu."

Harriet Kreijch, Cellistin
"Ich glaube, dass jeder der in den letzten 30 Jahren im Artemis Quartett mitgespielt hat, irgendwie noch da ist. Jeder formt irgendwie einen Grundcharakter im Quartett. Das werden Suyoen und ich als neue Beigetretene sicher auch machen. So wird es immer wie ein Olympisches Feuer weitergetragen."

Autorin: Charlotte Pollex

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