Max Herr nimmt in einem Studio in seiner Wohnung auf. (Bild: rbb)
rbb
Bild: rbb

- Album "Athen" von Max Herre

Mit "A-N-N-A" und seiner Band Freundeskreis prägte Max Herre den deutschsprachigen Hip Hop. Auf seinem neuen Album "Athen" rappt er entspannt über Flüchtlinge, Beziehungs- und Identitätskrisen. Wie es ist, als Rapper alt zu werden, hat er in seinem Studio erklärt.  

Mit diesem Song startet Max Herre vor 22 Jahren seine Karriere und wird einer der einflussreichsten deutschen Hip-Hop Künstler. Heute treffen wir ihn in seinem Studio in Berlin Kreuzberg. Sein Lieblings Arbeitsplatz.

Max Herre, Musiker
"Es ist für mich ein total inspirierender Ort und Raum, weil er mehr wie ein Wohnzimmer funktioniert. Das ist ein Raum von dem alles los geht, alle Skizzen."

Athen heißt sein neues Album - eine Reise in die eigene Lebensgeschichte.

Max Herre, Musiker
"Mein Vater war Architekt und hat Sportarchitektur gemacht. Die haben schon 1980 angefangen das Olympische Stadion zu bauen. Das bin ich hier mit den Katzen, das ist Mein Vater und mein 2 einhalb Jahre jüngerer Bruder Tom."

In seiner Musik drückt er Gefühle aus, die schwer mit Worten zu beschreiben sind. Zum Beispiel Vaterliebe.

Max Herre, Musiker
"Es ist schwieriger in einer Situation am Küchentisch sich Dinge zu sagen wie 'ich liebe Dich', das ist zumindest in der Beziehung die ich zu meinem Vater hab war das nicht geprägt von dieser Art von Offenheit."

Seine neuen Lieder sind sehr persönlich, aber nie peinlich. Das Gefühl von Nähe entsteht vielleicht auch, weil sie in der intimen Atmosphäre eines Wohnzimmers aufgenommen wurden.

Max Herre, Musiker
"Das ist der zweite kleine Raum. Das war früher die Küche wir haben eine Gesangs- Aufnahmekabine reingestellt und das ist eigentlich mein Hauptarbeitsplatz hier. Das ist mein Mikro, seit vielen Jahren- sowohl ich als auch Joy benutzen es."

Mit Joy Denalane, seiner Frau, hat er dieses Lied aufgenommen.

Max Herre, Musiker
"Natürlich ist das eine Liebeserklärung... 20 Jahre später"

Ihre Ehe hat turbulente Zeiten durchlebt. Heute singen sie den Song mit dem sie sich vor 20 Jahren kennenlernten mit neuem Selbstbewusstsein.

Max Herre, Musiker
"Für Joy und mich ist es total witzig, weil es natürlich ein Rollenspiel ist. Wir sind wie unsere eigene Coverband."

In seinen neuen Songs denkt er viel über familiäre Beziehungen nach. Ein wichtiges Thema für ihn.

Max Herre, Musiker
"Das ist mein Sohn. Ich hab ihn gebeten, zu diesem Song "Siebzehn" eine 17-jährige Perspektive zu formulieren."

Max Herre ist ein wunderbares Album gelungen. Hip Hop aus der Lebensmitte.

Max Herre, Musiker
"Ich habe das Gefühl man hat immer mehr Fragen und weniger Antworten, weil man denken würde, dass mit dem Älterwerden immer mehr Gewissheiten entstehen und das hab ich gar nicht."

Autorin: Charlotte Pollex

weitere Themen der Sendung

Historische Fotografie der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
rbb

Die Geschichte der Gedächtniskirche

Die Gedächtniskirche hat schon auf den ersten Blick viel zu erzählen. Die Konzertkirche wurde 1943 schwer beschädigt. Seit 1963 erinnert sie als besonderes Ensemble aus Ruine und modernen Gebäuden an die Leiden der beiden Weltkriege. 

Die neue Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche strahlt innen in blauem Licht. (Bild: rbb)
rbb

Ein magischer Raum aus blauem Licht

Im Turm und in den beiden Wänden der neuen Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche sind insgesamt 22.570 einzelne Glasfelder eingebaut. Zu wenigen Anlässen dürfen Besucher in die Zwischenräume der Doppelwandkonstruktion, ein magischer Raum aus blauem Licht.

Der Bach-Chor der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche probt zwei mal die Woche. (Bild: rbb)
rbb

Ambitionierte Amateure - Bach Chor

Der Bach Chor der Gedächtniskirche singt seit 1961 alle zwei Wochen in der Kirche eine Kantate von Johann Sebastian Bach. Der Chor stellt große Anforderungen an seine Sänger, trotz Amateurensemble. Wer tut sich das freiwillig an?

Graphic Novel "Die drei Leben der Hannah Arendt" (Bild: dtv)
dtv

Kulturtipps

+ Graphic Novel "Die drei Leben der Hannah Arendt" von Ken Krimsteins
+ Ausstellung "Body Performance" im Museum für Fotografie
+ Premiere "Skylight" im Schillertheater

Filmausschnitt "Schönheit & Vergänglichkeit" (Bild: Real Fiction)
Real Fiction

Film "Schönheit und Vergänglichkeit"

Ein Film über drei Freunde aus der Ostberliner Subkultur der 80er Jahre: der Fotograf Sven Marquardt, und die beiden damaligen Fotomodelle Dominique "Dome" Hollenstein und Robert Paris. Alle drei waren schillernde Figuren der Punkszene.