"Der Nussknacker" am Staatsballett. (Bild: rbb)
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- "Der Nussknacker" am Staatsballett

Das Ballett "Der Nussknacker" ist ein Klassiker der Vorweihnachtszeit.  Warum dieses Stück noch heute so viele Menschen verzaubert, erklärt Berlins Nussknacker höchstpersönlich - der erste Solotänzer des Staatsballetts Dinu Tamazlacaru.

Den "Nussknacker" sieht Dinu Tamazlacaru zum ersten Mal mit 8 Jahren in seiner Heimatstadt Chișinău in Moldawien.

Dinu Tamazlacaru, Erster Solist Staatsballett Berlin
"Ich war drinnen in diesem Märchen. Ich erinnere mich so schön: die Tänzer auf der Bühne, die Bewegung. Damals habe ich noch nicht verstanden, was es heißt, ein Tänzer zu sein. Aber es hat mir einfach gefallen."

Inzwischen tanzt er selbst den Nussknacker-Prinzen in Berlin -  eine der anspruchsvollsten Rollen im klassischen Ballett.

Dinu Tamazlacaru, Erster Solist Staatsballett Berlin
"Ich mache ein bisschen mehr Platz. Nicht dass die zu klein sind, aber ich muss das unbedingt machen, weil die Füße heute ein bisschen geschwollen sind."
                                                            

Gestern Abend noch hat der Ballett-Star in Wien getanzt. Nach wenigen Stunden Schlaf ging‘s zurück nach Berlin zur Nussknacker-Probe – die Rolle wird er bald das erste Mal in diesem Jahr tanzen.

Christine Camillo, Ballettmeisterin
"Lass uns von der Cabriole nochmal ins Soutenu gehen. Dinu, versuch sie hier zu halten, sonst haben wir den Po in Richtung des Publikums."

Dinu Tamazlacaru, Erster Solist Staatsballett Berlin
"Das ist Hochleistungssport, wirklich. Man muss springen, springen - mehr in der Luft als auf dem Boden."

Christine Camillo, Ballettmeisterin
"Gut gemacht. Atmet durch."

Dinu Tamazlacaru, Erster Solist Staatsballett Berlin
"Wenn man auf der Bühne tanzt, dann muss das so leicht alles aussehen, dieses Märchen. Das Publikum muss auch träumen."

So wie die kleine Clara im Stück. Sie bekommt zu Weihnachten einen Nussknacker geschenkt.

In ihren Träumen wird das Spielzeug lebendig. Der Nussknacker kämpft gegen den Mäusekönig und verwandelt sich schließlich in einen Prinzen. Seit mehr als 120 Jahren begeistert dieses Ballett das Publikum. Das liegt an der zeitlos schönen Musik von Tschaikowski, findet Dinu Tamazlacaru.

Dinu Tamazlacaru, Erster Solist Staatsballett Berlin
"Ich lege mich ins Bett und ich höre diese Musik von Adagio. [Dinu summt] Dann spielt natürlich auch die ganze Choreografie im Kopf."

Am Tag der Aufführung  - noch 90 Minuten bis der Vorhang aufgeht.

Dinu Tamazlacaru, Erster Solist Staatsballett Berlin
"Ich würde gerne an gar nichts denken, aber das geht nicht - leider. Ich gehe das Ballett so durch - von Anfang an bis zu Ende. Aber das tut auch gut. Ich brauche diese halbe Stunde, um so ein bisschen runterzukommen.
Das Herz geht direkt auf 200 und dann langsam kommt das runter und man vergisst das Publikum."

Kurz vor dem großen Finale: Zwei Minuten hat die Maskenbildnerin, um dem Tänzer die Krone abzunehmen. Sie ist mit vielen Haarnadeln festgesteckt.

Dinu Tamazlacaru, Erster Solist Staatsballett Berlin
"Natürlich am Ende verlierst du alles - also Kraft hast Du gar nicht am Ende der Vorstellung. Aber wenn du diesen Applaus hörst und wenn Du das ganze Publikum siehst und diese Leute sind so glücklich - dann kriegst du natürlich so viel Energie zurück."

Autorin: Anne Kohlick

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