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Mi 29.05.2019 - Anne-Frank-Stiftung rügt Netflix-Satire

Der US-amerikanische Streamingdienst Netflix ist wegen einer satirischen Sendung über Anne Frank in die Kritik geraten. Die Folge der Serie "Historical Roast" sei eine geschmacklose Satire, erklärte die Anne-Frank-Stiftung in Amsterdam.

Anne Frank war mit ihrer Familie während der NS-Diktatur aus Deutschland ins Exil nach Amsterdam gegangen, hielt sich dort versteckt, wurde jedoch entdeckt und starb nach ihrer Deportation im Alter von 15 Jahren im Konzentrationslager Bergen-Belsen. In der umstrittenen Satire-Folge begegnet sie dem Diktator Adolf Hitler.

Dabei sagt der Hitler-Darsteller unter anderem: "Von allen Berichten aus dem Zweiten Weltkrieg, die ich gelesen habe, ist dein Buch mit Abstand am brennbarsten." Damit wird offenbar auf die Bücherverbrennung durch die Nazis in Deutschland 1933 angespielt. Anne Frank hatte in ihrem Versteck in Amsterdam ihr heute berühmtes Tagebuch geschrieben.

Netflix sagte der niederländischen Agentur ANP, die Serie solle die Debatte über die Geschichte anregen. Bei der "Historical Roast"-Serie werden historische Persönlichkeiten wie Cleopatra, Abraham Lincoln oder Martin Luther King verbal angegangen oder "gegrillt", wie der Serientitel nahelegt. Verantwortlich für die "Roasts" ist der US-Komiker Jeff Ross, selbst jüdischer Herkunft. Er grille nur Leute, die er bewundere, hatte Ross amerikanischen Medien gesagt.