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Do 13.06.2019 - "Schöne Ausstellungen reichen nicht"

Der Direktor des Jüdischen Museums Berlin hat die Kritik des Zentralrates der Juden am Kurs des Museums zurückgewiesen. Es habe "seine Aufgabe immer darin gesehen, ein Forum anzubieten für Diskussionen auch über strittige Fragen", so Schäfer in einem Tagesspiegel-Interview.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte kritisiert, dass das Museum einen taz-Artikel zur israelkritischen BDS-Bewegung verlinkt hatte. Darin geht es um die Kritik von 240 israelischen und jüdischen Wissenschaftlern an einem Bundestagsbeschluss vom Mai, in dem die BDS-Bewegung als antisemitisch verurteilt wird.  In seinem Tweet hatte das Jüdische Museum die Aussage der Wissenschaftler, dass der  Beschluss im Kampf gegen Antisemitismus nicht weiterhelfe, nicht mit Anführungszeichen versehen.

Der Zentralrat der Juden stellte in seiner Kritik die Frage, ob die Bezeichnung "jüdisch" für das Museum noch angemessen sei, "Das Jüdische Museum Berlin scheint gänzlich außer Kontrolle geraten zu sein", heißt es da. Zuvor schon hatte der Rat, ebenso wie Israels Ministerpräsidnet Netanjahu,  Vorbehalte gegen die vor kurzem zu Ende gegangene Ausstellung "Welcome to Jerusalem" geäußert.

Das Jüdische Museum wehrt sich gegen die Vorwürfe des Zentralrates. Man habe nur auf einen Diskussionsbeitrag von 240 Wissenschaftlern hingewiesen, sich damit aber nicht positioniert, heißt es.

Mehr zu dieser Kontroverse hören Sie bei uns am 15.6.2019 um 8:10 Uhr.