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Fr 09.08.2019 - Aktionsdekade zum heutigen Tag der Indigenen Völker gefordert

Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen sehen viele der weltweit rund 7.000 indigenen Sprachen bedroht.

Vierzig Prozent der indigenen Sprachen liefen sogar Gefahr, ganz zu verschwinden, heißt es in einer in Genf veröffentlichten UN-Erklärung zum Internationalen Tag der indigenen Völker. Gründe dafür seien historische staatliche Politik, bis heute andauernde Diskriminierung sowie die Assimilierung von Minderheiten, so die UN-Experten. "Mit der Zeit kann eine solche Politik eine Kultur untergraben und sogar ein ganzes Volk zerstören", hieß es.

"Indigene Sprachen sind notwendig für die Wahrnehmung der Menschenrechte und als Teil des reichen sprachlichen und kulturellen Erbes der indigenen Völker", so die Vereinten Nationen. Sie
ermöglichten die Meinungs- und Gewissensfreiheit, die für die Menschenwürde sowie für die kulturelle und politische Selbstbestimmung von entscheidender Bedeutung sei. Indigene Völker hätten das Recht, ihre Sprachen wiederzubeleben, zu verwenden, zu entwickeln und an künftige Generationen weiterzugeben.

Innerhalb der zehn Jahre einer Aktionsdekade könnte die Zerstörung dieser Sprachen rückgängig gemacht werden, so die Experten. Die UN-Mitgliedstaaten seien aufgefordert, indigene Sprachen durch Gesetze und andere Strategien in enger Zusammenarbeit mit den Betroffenen anzuerkennen, zu schützen und zu fördern. Dazu zähle auch die Unterstützung zweisprachlichen und muttersprachlichen Unterrichts.