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Do 08.08.2019 - Kulturszene kritisiert Einfluss von privaten Förderern

Nach der Diskussion um das Mäzenatentum der US-Pharmaunternehmer-Familie Sackler gibt es auch in der deutschen Kulturszene zunehmend kritische Äußerungen zur Rolle privater Geldgeber.

Die international bekannte deutsch-japanische Künstlerin Hito Steyerl sagte, bis jetzt sei der Einfluss privater Sammler und Förderer hierzulande längst nicht so massiv wie in England und den USA. Das scheine sich aber gerade zu ändern. Es sei noch früh genug, um gegenzusteuern, so die Professorin an der Berliner Universität der Künste.

Es gehe ihr nicht darum, ob ein Mäzen schlimmer sei als andere Förderer. Es gehe ihr darum, das Prinzip als solches zur Debatte zu stellen, sagte Steyerl. Verflechtungen privater Förderer im Kunstbetrieb könnten zu völlig unvorhersehbaren Komplikationen führen und eine öffentliche Diskussionssphäre aushöhlen.

Die Streichungen im Kunstbetrieb in den vergangenen Jahren hätten dazu geführt, dass eine bestimmte Fördererkaste vermehrt die Möglichkeiten hatte, ihren Einfluss auszuweiten, sagte Steyerl.

Der Sackler-Konzern Purdue Pharma stellt das Schmerzmittel Oxycontin her, das stark abhängig macht und den Tod von mehr als 200.000 Menschen verursacht haben soll.