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Do 05.09.2019 - Barenboim weist neue Vorwürfe zurück

Im vergangenen Jahr soll er eine Mitarbeiterin geschüttelt haben.

Die Orchestermanagerin hatte im Online-Klassikmagazin "Van" behauptet, Barenboim habe sie im März 2018 in der Garderobe der Staatsoper mit beiden Händen zwischen Schulter und Hals gegriffen und geschüttelt. In dem "Van"-Bericht warf die Frau Staatsopern-Intendant Schulz vor, nicht ausreichend auf ihre Beschwerden reagiert zu haben. Ihr Vertrag an der Staatsoper sei nicht mehr verlängert worden.

Barenboim wies den Vorwurf eines körperlichen Übergriffs zurück. Er habe sich bei der Mitarbeiterin dafür entschuldigt, dass er sie angeschrien habe. Er habe sie aber "kategorisch nicht geschüttelt oder anderweitig berührt." Die Entscheidung, ihren Vertrag nicht zu verlängern, hätten Intendant, Orchester und er gefällt. Er sei jederzeit bereit, dies eidesstattlich zu versichern, hieß es weiter in der Erklärung der Staatsoper.

Anlass der Diskussion war laut Barenboim ein Missverständnis über den Umgang mit Klavieren. Wie "Van" berichtete, ging es um die Nutzung eines Klaviers aus der Staatsoper für ein von Barenboims Ehefrau, der Pianistin Elena Bashkirowa, veranstaltetes Kammermusikfestival in Berlin. Barenboim habe dabei fälschlicherweise angenommen, dass die Mitarbeiterin hinter seinem Rücken über einen für ihn speziell angefertigten Flügel verfügen wolle. Das sei ein Missverständnis gewesen. Sie habe nur organisatorische Fragen von Barenboim fernhalten wollen, erklärte die Managerin. Von dem Übergriff habe sie zwei Freundinnen berichtet und den Vorfall im Juni 2019 auch in einer eidesstattlichen Versicherung zu Protokoll gegeben.

Bereits im Februar war Kritik an Barenboims Umgang mit Mitarbeitern lautgeworden. Ehemalige Orchestermusiker hatten ihm ein launisches und aggressives Verhalten vorgeworfen. Der Dirigent und Pianist hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.