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Do 05.09.2019 - Ein Wald im Stadion: Kunstprojekt in Zeiten des Klimawandels

Die Kunstinstallation "For Forest" aus 299 Bäumen im Fußballstadion von Klagenfurt in Österreich soll zur weltweit beachteten Mahnung gegen die Naturzerstörung werden.

"Der Zeitpunkt ist mir ein bisschen unheimlich. Es kommt so was von punktgenau", sagte der Schweizer Projektinitiator Klaus Littmann angesichts der Diskussionen um den Klimawandel und der Brände im Amazonas-Gebiet. Das seit sechs Jahren geplante Projekt im Wörthersee-Stadion lehnt sich an die Zeichnung des österreichischen Malers Max Peintner "Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur" an. Sie zeigt ein Stadion voller Zuschauer*innen, die einen Wald betrachten. "Eine unglaubliche Bildidee, das müsste man realisieren", habe er sich schon vor Jahrzehnten gedacht, meinte Littmann weiter.

Das aus Anlass der Fußball-Europameisterschaft 2008 in Klagenfurt errichtete Stadion mit Platz für 30.000 Zuschauer*innen sei als Standort ein Glücksfall. Der Kontrast zwischen dem Glas, Stahl und Beton des Stadions und dem Wald sei besonders deutlich. "Es entsteht ein radikales Bild", so Littmann.

Verwirklicht hat das Projekt der Schweizer Landschaftsarchitekt Enzo Enea. Die etwa 50-jährigen Bäume mit einer Höhe von rund 15 Metern stammen aus Baumschulen und seien an neue Standorte gewöhnt. Die Öffentlichkeit kann das Stadion ab 8. September besuchen. Nach der bis zum 27. Oktober dauernden temporären Installation soll der Wald auf einem Grundstück genauso wie im Stadion eingepflanzt werden.