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Mo 09.09.2019 - Experten empfehlen Rückgabe von NS-Raubkunst unter Bedingungen

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen sollen ein Kunstwerk von Hans von Marées an die Erben eines jüdischen Kunsthändlers aus Düsseldorf zurückgeben.

Man empfehle die Restitution des Marées-Werkes "Ulanen auf dem Marsch" an die Max Stern Foundation, teilte die "Beratende Kommission für die Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter" heute in Magdeburg mit.

Die Empfehlung ist an zwei Bedingungen geknüpft. Zum einen soll sich die Stiftung als Erbe des früheren Düsseldorfer Kunsthändlers Max Stern verpflichten, das Bild in den kommenden zehn Jahren nicht zu verkaufen. Zum anderen soll das Werk gegebenenfalls wieder zurückgegeben werden - wenn es doch nicht NS-verfolgungsbedingt zwangsverkauft wurde. Darüber herrscht in der Kommission Uneinigkeit.

Max Stern habe zwar, wie alle jüdischen Kunsthändler, unter den Repressionen des NS-Staates gelitten. Dennoch konnte er seine Galerie bis September 1937 betreiben. Während mehr als zwei Drittel der Beratenden Kommission der Ansicht sind, dass der am 24. Juni 1936 erfolgte Verkauf des Marées-Gemäldes ein Zwangsverkauf war, kommt eine Minderheit des Gremiums zu einer gegenteiligen Einschätzung.

Es ist das erste Mal, dass es in solch einem Verfahren eine Minderheitsmeinung gibt. Die Aufgabe der Beratenden Kommission ist es, bei Meinungsverschiedenheiten zwischen heutigen Besitzern und ehemaligen Eigentümern oder Erben zu vermitteln.