Patricia Schlesinger, Intendantin von rbb; Foto: Monika Skolimowska/dpa
Bild: dpa/ Monika Skolimowska

Do 05.09.2019 - RBB-Intendantin verteidigt Sparpläne für die Kulturwelle

Beim RBB soll das Radioprogramm rbbKultur umgebaut werden. Eine Initiative von freien Mitarbeiter*innen der Welle protestiert.

Danach soll im Gesamtetat der Kulturwelle von bisher zehn Millionen Euro eine Million Euro eingespart werden. Nach Berechnungen der Freien entsprechen die Kürzungen einem Fünftel des Programmetats und damit "rund 4.000 Beiträgen pro Jahr über gesellschaftliche Debatten, über Kultur, Bildung und Stadtentwicklung". Die Einsparungen sollen ab 2021 greifen.

Die Freien äußerten in einem Brief an die Intendantin die Befürchtung, dass die Einsparungen auf Kosten einer "gut recherchierten und spannenden Berichterstattung über kulturelle und gesellschaftliche Debatten" gehen würden. In einem Antwortbrief schrieb Schlesinger, sie sei überzeugt, auch mit neun Millionen Euro im Jahr für rbbKultur im Radio werde es möglich sein, das Kulturleben in der Region adäquat abzubilden.

Dem "Tagesspiegel" sagte sie, das Programm müsse zeitgemäßer werden. Mittelfristiges Ziel sei eine medienübergreifende Quermarke rbbKultur, die über alle Verbreitungswege auch generationsübergreifend erfolgreich sei. Die Intendantin wies in der Rundfunkratssitzung auch Befürchtungen zurück, die Reform bei rbbKultur könne in eine ähnliche Richtung gehen wie beim Hessischen Rundfunk. Dessen Geschäftsleitung hatte den Mitarbeiter*innen im Juli überraschend mitgeteilt, dass HR2-Kultur in eine "Klassikwelle" für Hessen umgewandelt werden soll. Nach ersten Auskünften will der Sender Wortinhalte zu Kulturthemen künftig vor allem über die Informationswelle HR-Info, im Internet auf "Hessenschau.de" sowie in der "ARD Audiothek" ausspielen.