Kirill Serebrennikov, August 2019; Foto: imago-images/ Maxim Grigoryev
Bild: imago-images/ Maxim Grigoryev

Do 12.09.2019 - Serebrennikow darf wieder reisen

In den Fall um Kirill Serebrennikow kommt neue Dynamik. Ermittlungen gegen den russischen Regisseur werden an die Generalstaatsanwaltschaft zurückgegeben.

Das hat Richterin Irina Akkuratowa am Mittwoch in Moskau entschieden. Zudem dürfe Serebrennikow, der bis April unter Hausarrest stand, wieder reisen. Es gebe keine Einschränkungen seiner Bewegungsfreiheit mehr.

Der 50 Jahre alte Theatermacher, der auch in Berlin, Stuttgart und Hamburg inszeniert hat, reagierte auf die Entscheidung des Gerichts mit Applaus.

Gegen Serebrennikow und weitere Kollegen seines Produktionsstudios wird seit Sommer 2017 wegen angeblicher Veruntreuung ermittelt. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrer Anklage behauptet, die Theatermacher hätten Fördergelder in Millionenhöhe eingestrichen, ohne dafür Aufführungen anzubieten. Die Anwälte gingen russischen Medien zufolge davon aus, dass die Beweislage nicht für eine Verurteilung ausreiche. Serebrennikow hatte die Anschuldigungen immer vehement zurückgewiesen.

Bereits im Sommer hatte ein Gutachten Serebrennikow entlastet. Im Frühjahr wurde der Theatermacher nach etwa anderthalbjährigem Hausarrest überraschend auf freien Fuß gesetzt. Er musste sich jedoch regelmäßig bei der Polizei melden und durfte die russische Hauptstadt ohne Erlaubnis nicht verlassen.