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Do 05.09.2019 - Warnung vor wachsendem Einfluss rechtspopulistischer Strömungen

"Unsere Gesellschaft verändert sich zunehmend in lautstarker Auseinandersetzung, in Manipulation, Täuschung und Simplifizierung, in Verrohung der Sprache", so der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, in Berlin.

"Populistische und politisch extreme Strömungen werden begünstigt und die Gesellschaft gespalten", sagte Lehmann. Über die sozialen Medien werde ein Millionenpublikum mit Fake News und Reizworten in schnellem und lautem Wechsel bedient. Europa und Deutschland erlebten deutlichen Zulauf zur neuen Rechten, "Ressentiments und Feindbilder entstehen, ausländerfeindliche Politik und Parolen gegen Minderheiten gewinnen Schwungkraft". Gleichzeitig werde Kultur "schleichend, aber mit einer klaren Ausrichtung", in den Dienst der nationalen Erzählung gestellt, sagte Lehmann unter Hinweis auf Beispiele etwa aus Ungarn oder Polen. In Deutschland hätten Rechtspopulisten zwar noch keine Regierungsbeteiligung, hinterfragten aber die Zulässigkeit von Fördergeldern für Kunstprojekte, die sich gegen Rassismus einsetzten, oder beantragten Kürzungen bei Theatern.

Gleichzeitig forderte Lehmann Fähigkeit zum Diskurs. "Kultur ist immer auch Auseinandersetzung. Die muss geführt werden, mit Argumenten und Offenheit. Es darf keine Tabuisierung der Gedankenfreiheit geben."