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Fr 29.11.2019 - Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis für Autor Ngugi wa Thiong'o

Der kenianische Autor Ngugi wa Thiong'o ist mit dem Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert.

Zur Begründung hieß es, mit Ngugi wa Thiong'o werde ein Literat geehrt, dem es um Selbstbestimmung afrikanischer Kulturen gehe und um eine Loslösung aus kolonialen Zwängen. Sein Versuch, einen Dialog trotz oder gerade wegen der verschiedenen Sprachen über die Literatur herzustellen, rufe Verständnis für den anderen Kontinent hervor und könne so zum Frieden beitragen.

Der 81-jährige in den USA lebende Kulturwissenschaftler konnte aufgrund einer Erkrankung den Preis nicht selbst entgegennehmen. Er wurde durch den kenianischen Poeten und Publizisten Abdilatif Abdalla vertreten. Der 73-jährige Abdalla lehrt seit 1995 Swahili an der Universität Leipzig und ist ein enger Freund von Ngugi wa Thiong'o.

Ngugi wa Thiong'o, 1938 in Kenia geboren, gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller Afrikas und wird seit Jahren als Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt. Er lehrte Vergleichende Literaturwissenschaft unter anderem an der Yale University, New York University und an der University of California in Irvine. Zu seinen in Europa bekanntesten Werken zählen "Herr der Krähen" (2006) und "Träume in Zeiten des Krieges. Eine Kindheit" (2010).

Die Stadt Osnabrück würdigt seit 1991 alle zwei Jahre beispielhaftes Engagement für Frieden, Humanität und Freiheit mit dem Preis. Benannt ist dieser nach dem Schriftsteller Erich Maria Remarque (1898-1970). Frühere Preisträger waren Lew Kopelew (1991), Uri Avnery (1995), Henning Mankell (2009) sowie Abdallah Frangi und Avi Primor (2013).