Hetty Berg, Kuratorin und Museumsmanagerin. Sie wird wird ab dem 1. April 2020 neue Direktorin des Jüdischen Museums Berlin. Foto: Yves Sucksdorff/Jüdisches Museum Berlin/dpa
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Mi 27.11.2019 - Hetty Berg wird Direktorin des Jüdischen Museums Berlin

Seit 2002 arbeitete Berg, selbst Mitglied der Jüdischen Gemeinde, als Museumsmanagerin und Chefkuratorin des Jüdischen Kulturviertels in Amsterdam

Der Stiftungsrat berief die 58-Jährige einstimmig, wie das Museum mitteilte. Sie werde die Leitung am 1. April 2020 übernehmen. Berg studierte Theaterwissenschaften in Amsterdam und Management in Utrecht. Von 1989 an war die Niederländerin Kuratorin und Kulturhistorikerin am Jüdischen Historischen Museum in Amsterdam. Dazu gehören neben dem Jüdischen Historischen Museum auch das Kindermuseum, die Portugiesische Synagoge, das Nationale Holocaust-Museum und die Gedenkstätte Hollandsche Schouwburg.

Berg lebt zusammen mit dem französischen Fotografen Frédéric Brenner, dessen Ausstellung "This Place" aktuell im Jüdischen Museum gezeigt wird. "Mit Hetty Berg haben wir eine international erfahrene Museumsexpertin gewonnen", sagte die Vorsitzende des Stiftungsrates, Kulturstaatsministerin Grütters. Berg widme sich seit vielen Jahrzehnten der Vermittlung jüdischer Geschichte, Kultur und Religion.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland begrüßte die Entscheidung. Der bisherige Leiter Peter Schäfer war im Juni nach heftigen Kontroversen zurückgetreten. Auslöser war ein Tweet des Museums mit einer Leseempfehlung zur israelkritischen Bewegung BDS (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen). Darin hatten jüdische und israelische Wissenschaftler kritisiert, dass der Bundestag BDS als antisemitisch eingestuft hatte. Die BDS-Kampagne fordert ein Ende der israelischen Besatzung des Westjordanlandes, des Gazastreifens und Ost-Jerusalems, die Israel 1967 erobert hat, und ruft dazu auf, keine israelischen Waren zu kaufen.

Schäfer hatte viel Solidarität erhalten. Rund 45 jüdische Gelehrte aus Israel, Europa und den USA hatten ihre Unterstützung bekundet.