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Do 28.11.2019 - Sachsen bemüht sich weiter um Restitution

Zum dritten Mal hat das Bundesland Gebeine von Ureinwohnern, die in der Kolonialzeit geraubt wurden, an Vertreter des Herkunftslandes zurückgegeben.

Die Rückgabe nach fast 150 Jahren in Leipzig fand in einem würdigen Rahmen statt. "Es ist gut, hier zu sein", sagte Major Sumner. Die Gebeine seiner Vorfahren hätten eine lange Reise hinter sich. Der australische Ureinwohner vom Volk der Ngarrindjeri stand barfuß, mit nackten Beinen und entblößtem Oberkörper im schneidenden Wind im Hof des Leipziger Grassi Museums für Völkerkunde. Körper und Gesicht waren mit roten und weißen Streifen bemalt. Zuvor hatte er Blätter in einer Schale angezündet und gesungen, um die Vorfahren aller Anwesenden einzuladen zu der Zeremonie.

Sachsen gab die sterblichen Überreste von 45 australischen Ureinwohnern zurück, die 1880 zur Kolonialzeit infolge von Grabplünderungen oder gewaltsamen Konflikten dorthin gelangt waren. Im April waren schon einmal Gebeine nach Australien zurückgegeben worden, beim ersten Mal vor zwei Jahren nach Hawaii. 2020 sind weitere Restitutionen geplant. Man stehe auch in Kontakt mit Neuseeland und Namibia, hieß es.

In Deutschland wird seit einiger Zeit verstärkt über koloniales Unrecht und seine Auswirkungen diskutiert. Bundesweit sind Museen, Sammlungen und Universitäten angehalten, ihre Bestände auf Gebeine und Objekte aus Kolonialzeiten zu prüfen und den weiteren Umgang damit zu klären.