Der Theologe Johann Baptist Metz steht an einem Pult in seinem Haus in Münster (Archivfoto vom 18.07.2008). 30 Jahre lang lehrte Metz als Professor für Fundamentaltheologie an der Universität in Münster, wo er bis heute wohnt. Metz gilt als Begründer der von ihm selbst so benannten «neuen Politischen Theologie». Foto: Friso Gentsch dpa
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Di 03.12.2019 - Theologe Johann Baptist Metz mit 91 Jahren in Münster gestorben

Der weltweit anerkannte katholische Theologe war Begründer der "Neuen Politischen Theologie".

Der emeritierte Münsteraner Hochschullehrer galt als einer der bedeutendsten Vordenker in der Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65). Metz war Schüler des Jesuiten Karl Rahner und hatte als solcher Einfluss auf Entstehung und Entfaltung der lateinamerikanischen Befreiungstheologie. Ausgehend von eigenen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg und dem Tod von Millionen stellte Metz die Frage, wie nach der Katastrophe von Auschwitz von Gott gesprochen und Theologie betrieben werden könne.

Metzt wurde 1954 zum Priester geweiht. Nach Jahren in der Seelsorge lehrte er von 1963 bis 1993 in Münster Fundamentaltheologie. Nach dem Konzil war er auch Berater des römischen Sekretariats für die Nicht-Glaubenden. Zudem war er Mitbegründer der internationalen theologischen Zeitschrift "Concilium". Metz warnte immer wieder vor einer Verbürgerlichung des Christentums und einer "Vergleichgültigung" der Gesellschaft. Inspiriert wurde er auch von der so genannten Frankfurter Schule um die Philosophen Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und Jürgen Habermas, mit dem er befreundet war. Die von Metz begründete "Neue Politische Theologie" stieß allerdings bei Joseph Ratzinger, dem inzwischen emeritierten Papst Benedikt XVI., auf große Skepsis. Als Erzbischof von München verwehrte Ratzinger 1979 Metz einen Ruf an die dortige Universität.