Mariss Jansons © dpa/APA/HERBERT NEUBAUER
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Mo 02.12.2019 - Trauer um Mariss Jansons

Der weltbekannte Dirigent starb in der Nacht zum Sonntag im Alter von 76 Jahren.

Der gebürtige Lette war seit 2003 Chef des BR-Symphonieorchesters und -chores. "Wir trauern um einen großartigen Künstler und wunderbaren Menschen", erklärte BR-Intendant Ulrich Wilhelm.  Anteilnahme äußerte auch die bayerische Staatsregierung. Ministerpräsident Markus Söder sagte, Jansons habe "neue Maßstäbe gesetzt und war künstlerischer Botschafter Bayerns auf der ganzen Welt". Kunstminister Bernd Sibler würdigte Präzision und "absolute Hingabe" des Künstlers, der sich auch mit großer Leidenschaft um die Vermittlung von Musik an junge Menschen gekümmert habe.

Der lettische Staatspräsident Egils Levits und Außenminister Edgars Rinkevics würdigten Jansons: "Ihr Talent wird immer im Sternbild Lettlands und der Weltmusik bleiben und in unseren Herzen", twitterte Levits am Sonntag. Rinkevics schrieb auf dem Kurznachrichtendienst: "Wir danken ihm für seine Liebe und Hingabe zur Musik, für seine positive Energie und Inspiration".

Jansons wurde 1943 als Sohn einer jüdischen Mutter im Ghetto von Riga geboren. Nach dem Krieg war sein Vater Kapellmeister im dortigen Opernhaus. Musikalisch geprägt wurde Jansons in Leningrad und, gefördert durch Herbert von Karajan, in Österreich. Seine Weltkarriere als Dirigent begann 1979 bei den Philharmonikern von Oslo, bei den Klangkörpern des BR stand er noch bis 2024 unter Vertrag. Das neue Konzerthaus, das derzeit im Münchner Werksviertel errichtet wird, geht wesentlich auf seine Initiative zurück.