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Fr 10.01.2020 - John le Carré wird mit Olof-Palme-Preis ausgezeichnet

Der britische Schriftsteller und Spionageexperte John le Carré erhält den schwedischen Olof-Palme-Preis.

Er werde – so heißt es wörtlich – "für seine engagierte und humanistische Meinungsbildung in literarischer Form in Bezug auf die Freiheit des Einzelnen und die Schicksalsfragen der Menschheit" geehrt, wie die Jury mitteilte.

Weiter hieß es, Le Carré rufe seine Leser konstant dazu auf, über die großen Machtspiele in der Welt sowie die Gier globaler Konzerne, korrupte Politiker, die Spannungen im Nahen Osten oder auch den alarmierenden Anstieg von Faschismus und Fremdenhass in Europa und den USA zu diskutieren. Im Geiste von Olof Palme trage er damit in außergewöhnlichem Maße zum Kampf für Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit bei.

Der 88 Jahre alte Autor, der bürgerlich David Cornwell heißt, bekommt den Preis am 30. Januar in einer feierlichen Zeremonie in Stockholm verliehen.

Der Palme-Preis ist mit 100.000 Dollar (umgerechnet rund 90.000 Euro) dotiert. Er wurde 1987 in Gedenken an den schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme geschaffen, der ein Jahr zuvor in Stockholm ermordet worden war. Zu den früheren Preisträgern zählen die Friedensnobelpreisträger Denis Mukwege und Aung San Suu Kyi. Im vergangenen Jahr hatte ihn der US-Whistleblower Daniel Ellsberg erhalten.