Lesesaal der Reformationsgeschichtlichen Forschungsbibliothek im Schloss in Wittenberg © dpa / Hendrik Schmidt
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Mo 13.01.2020 - Sensationsfund in Wittenberg

Die Reformationsgeschichtliche Forschungsbibliothek hat im Zuge einer Inventur zwei mittelalterliche Handschriftenfragmente entdeckt.

Bei ihnen soll es sich um den ältesten deutschsprachigen Belegttext des apokryphen Nikodemus-Evangeliums sowie um ein Fragment des Sankt Trudperter Hohenlieds handeln, des frühesten Kommentars dieses alttestamentlichen Buches in frühmittelhochdeutscher Sprache, wie die Bibliothek mitteilte. Das habe eine eingehende wissenschaftliche Untersuchung der beiden Stücke im Handschriftenzentrum Leipzig ergeben.

Die Expert*innen sprechen von "Sensationen" für die germanistische und kulturwissenschaftliche Forschung, da deutschsprachige Texte aus dieser Zeit außerordentlich selten sind und die Fragmente "völlig neue Erkenntnisse" zur Sprach- und Überlieferungsgeschichte ermöglichten, so die Bibliothek. Anlässlich der besonderen Funde will die Reformationsgeschichtliche Forschungsbibliothek vom 21. Februar bis 20. Mai eine Kabinettausstellung mit dem Titel "Wiederverwendet. Wiederentdeckt. Mittelalterliche Handschriftenfragmente als Bucheinbände" zeigen.