Der chinesische Künstler Ai Weiwei spricht bei der Präsentation seines Kunstwerks "Safety Jackets Zipped the Other Way" in seinem Atelier, Berlin 2020; © dpa/Christoph Soeder
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Di 11.02.2020 - Ai Weiwei will AfD-Politikerin treffen

Der chinesische Künstler Ai Weiwei will die AfD-Politikerin Alice Weidel zu einem Streitgespräch treffen.

In so einem Gespräch könne alles passieren, sagte der Dissident der Tageszeitung "Die Welt". Er hoffe, dass er dann verstehen könne, warum Menschen wie sie zu so einer Geisteshaltung kommen könnten. Ai sagte, er habe oft vor Rassismus und Nazismus in Deutschland gewarnt. "Man kann es in der Realität beobachten - in der Politik, im Alltag. Jeder sollte sich dessen sehr bewusst sein", so der 62-Jährige. Weidel hatte den Künstler 2018 zufällig in einem Berliner Restaurant getroffen, ihn um ein Selfie gebeten und das Foto auf ihrem Twitter-Account gepostet.

Der chinesische Künstler hat heute in Berlin mit "Safety Jackets Zipped the Other Way" ein neues Kunstwerk vorgestellt, das sich mit dem Thema Flucht auseinandersetzt. Es lässt sich aus Sicherheitsjacken, Haken und Eisenstangen selbst zusammensetzen, wie der Sponsor, der Baumarkt Hornbach, mitteilte. Ai Weiwei selbst wiederholte in mehreren Interviews, etwa mit dem Tagesspiegel und der Berliner Zeitung, seine Kritik an Deutschland. Die Deutschen würden so tun, als seien sie freundlich. Aber im Grunde hassten sie Ausländer. Sie liebten es, andere Menschen zu erziehen.

"Sie mögen meine Kunst, sie mögen mich als Kämpfer gegen den Kommunismus, aber sie mögen es nicht, wenn ich über die Lage der Flüchtlinge in Deutschland spreche", so Ai Weiwei. Dass bereits drei seiner Filme von der Berlinale abgelehnt worden seien, nennt Ai "Zensur". Parallel zur Berlinale zeigt nun das Kino Babylon in Berlin-Mitte eine Werkschau mit mehr als 50 Videos, Kurzfilmen und filmischen Arbeiten des Künstlers und Aktivisten.