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Do 13.02.2020 - Bund gibt Gemälde und Bibliothek als NS-Raubkunst zurück

Dazu zählen Arbeiten der Maler Friedrich Kaiser (1815-1890) und Ferdinand Waldmüller (1793-1865) sowie bibliophile Kostbarkeiten, wie die Kunstverwaltung des Bundes in Berlin mitteilte.

Kaisers Bild "Fourage im 66er Krieg" stammt aus der Sammlung des jüdischen Verlegers Rudolf Mosse (1843-1920). Seine Tochter Felicia Lachmann-Mosse und ihr Ehemann Hans waren nach der Machtübernahme der Nazis extremen Verfolgungsmaßnahmen ausgesetzt und mussten ihr Vermögen an eine NS-kontrollierte Gesellschaft überschreiben. Das Gemälde wurde 1934 versteigert und gelangte später in Reichsbesitz.

Die drei Waldmüller-Arbeiten musste die als Jüdin verfolgte Irma Löwenstein, Ehefrau des Verlegers Oscar Löwenstein, vor ihrer Emigration 1938 aus Wien nach Großbritannien verkaufen. Über eine Kunsthändlerin kamen die Gemälde in die Reichskanzlei.

Zur Bibliothek des ebenfalls als Jude verfolgten Wiener Rechtsanwalts Ludwig Töpfer gehörten Erst- und Gesamtausgaben deutscher Literatur des 17. bis 19. Jahrhunderts, Weltliteratur in deutschen Erstausgaben sowie wertvolle Almanache und Einzelbände. Bei der Flucht nach Paris 1939 konnten die Familie die Büchersammlung zwar mitnehmen, war dann aber gezwungen, die Bibliothek zu verkaufen, um die weitere Emigration zu finanzieren und damit ihr Leben zu retten.