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Mi 12.02.2020 - Mülheimer Theatertage laden acht Stücke ein

Die Qualität neuer deutschsprachiger Theaterstücke ist hoch - deshalb präsentieren die Mülheimer Theatertage in diesem Jahr acht anstatt wie üblich sieben Stücke.

Das Drama lebt und ist reger denn je, sagte die Sprecherin des Auswahlgremiums, Christine Dössel, am Dienstag in Mülheim. Sie sprach von einem hitverdächtig starken Jahrgang. Von der Qualität her hätten noch vier, fünf Stücke mehr eingeladen werden können.

Drei Autoren sind mit ihren Stücken in Mülheim zum ersten Mal dabei. "Liebe - Eine argumentative Übung" der in Berlin lebenden Israelin Sivan Ben Yishai sei ein Stück feministischer Selbsterkundung, in dem es um weiblichen Sex gehe, sagte Dössel. In "Bookpink" von Caren Jeß aus Schleswig-Holstein geht es in sieben Episoden über menschliche Irrungen und Wirrungen, festgemacht an tierischen Protagonisten. Der als Sohn koreanischer Eltern in Berlin geborene Bonn Park ist mit der Horrorgroteske "Das Deutschland" dabei, in dem es ums Deutschsein geht.

Insgesamt nahm das Auswahlgremium 110 Theatertexte, die zwischen Februar 2019 und Februar 2020 uraufgeführt wurden, unter die Lupe. Am Ende der Theatertage bestimmt eine Jury in einer öffentlichen Debatte, welcher Autor den mit 15.000 Euro dotierten Mülheimer Dramatikerpreis erhält. Die Mülheimer Theatertage dauern vom 16. Mai bis zum 6. Juni.