Razzia bei Pussy Riot © Paul Bergen
Bild: dpa / Paul Bergen

Mo 03.02.2020 - Razzia bei polizeikritischem Videodreh von Pussy Riot

Die russische Polizei hat die Punkband Pussy Riot bei Dreharbeiten für ein neues regierungskritisches Video mit dem Titel "Rage" gestoppt.

Im Kinostudio Lenfim in St. Petersburg sei nach einem Einsatz der Beamten der Strom abgestellt worden, teilte die Musikerin Nadeschda Tolokonnikowa mit. Der Vorwurf laute, das Video sei illegal, weil es Homosexualität propagiere und extremistisch sei, schrieb die 30-Jährige im Kurznachrichtendienst Twitter. Der Punksong handele vom Widerstand gegen die Machthaber in Russland und gegen Polizeigewalt.

Die Beamten hätten bei einem Fotoshooting 13 Menschen festgenommen, schrieb die Musikerin. Auch sie sei in Polizeigewahrsam gekommen. Der Agentur Interfax zufolge bestätigte die Polizei den Einsatz zunächst nicht.

Die Punkband veröffentlichte ein Video von dem Polizeieinsatz und kritisierte, dass es in Russland an Kunst- und Redefreiheit fehle. Trotzdem will Pussy Riot das Video noch drehen. Es werde nun Geld für neue Dreharbeiten gesammelt - sie sei überzeugt, es zusammenbekommen, teilte die Künstlerin mit.

Tolokonnikowa, die wegen einer Protestaktion gegen Putin in einer Kirche schon im Straflager saß, gilt als Frontfrau der feministischen Punkband Pussy Riot. Die Band gibt international Konzerte und sorgt immer wieder mit radikaler Videokunst für Aufsehen.