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Do 13.02.2020 - Weltweit erstes jüdisches Kindermuseum in Berlin

"Anoha" ist eine Erweiterung des Jüdischen Museums und wird am 17. Mai eröffnet.

In einer ehemaligen Blumengroßmarkthalle gegenüber dem Hauptgebäude entsteht nach Museumsangaben auf 2.700 Quadratmetern eine Ausstellung zum Entdecken, Erforschen und Spielen für Kinder zwischen drei und zehn Jahren. Im Mittelpunkt stehe die Erzählung der Arche Noah aus der Tora, sagte Projektleiterin Ane Kleine-Engel.

Zentrum der Ausstellung ist eine sieben Meter hohe ringförmige Holzarche mit einem Durchmesser von 28 Metern. Die Kinder haben dort die Möglichkeit, das Leben in der Arche zu erkunden und die Tiere zu entdecken, zu füttern und zu pflegen. Auch weniger beliebte Arten wie Insekten, Kakerlaken und Schlangen seien an Bord. Sie sollen Respekt, Offenheit und Toleranz gegenüber allem vermitteln, was zunächst fremd erscheinen mag, sagte Kleine-Engel.

Dabei gehe es auch darum, "die Erzählung von der Sintflut und einer rettenden Arche vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher und ökologischer Fragen neu zu deuten", so die Ausstellungsmacher. So sei jedes der insgesamt 150 Tiere in der Arche ein Unikat, das aus Fundstücken, gebrauchten Alltagsgegenständen sowie recycelten Materialien gebaut wurde. Dazu zählt etwa ein drei Meter großes Mammut aus Schiffsrudern, Fischernetzen und Autostoßstangen. Einhorn und Eselin geben Einblick in die jüdische Sagenwelt.

Die Kosten für Bau und Ausstellung belaufen sich den Angaben zufolge auf rund neun Millionen Euro. Sie werden größtenteils vom Bund sowie durch Spenden finanziert.