07.05.2019, Berlin, Deutschland - Foto: Olaf Zimmermann, Geschaeftsfuehrer Deutscher Kulturrat. *** 07 05 2019 Berlin Germany Photo Olaf Zimmermann Managing Director German Cultural Council; Foto: imago-images/Reiner Zensen
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Do 26.03.2020 - Kulturrat fordert nationalen Kulturförderfonds

Die Hilfen reichen noch nicht aus, sagt der Deutsche Kulturrat. Er fordert weitere Maßnahmen, um Künstlern und Kreativwirtschaft das Überleben in der Corona-Krise zu ermöglichen.

Zwar sei die erste Hürde genommen, erklärte Geschäftsführer Olaf Zimmermann mit Blick auf das Rettungspaket, das am Mittwoch vom Bundestag verabschiedet wurde. Zufrieden sei er vor allem mit der Nothilfe für Solo-Selbstständige. Sie sollen in drei Monaten 9.000 Euro bekommen können, außerdem sind Lockerungen bei der Grundsicherung und mehr Mieterschutz vorgesehen.

Das gelte aber nicht für Kulturbetriebe, auch nicht für die kleinen, sagte Zimmermann der Nachrichtenagentur epd. Auch seien Kreditprogramme oder Kurzarbeit, auf die Unternehmen zurückgreifen könnten, für Kulturbetriebe meist keine Option. Zimmermann forderte den Bund auf, den Zuschuss zur Künstlersozialkasse auf 50 Prozent zu erhöhen. Bislang beträgt dieser Zuschuss 20 Prozent.

Noch wichtiger sei ein eigenständiger nationaler Kulturförderfonds. Es gehe nicht nur ums Überleben, sondern auch darum, nach der Krise weiterzumachen, so der Kulturrats-Geschäftsführer. Das Geld dafür sei da. Die Bundesregierung habe im Rettungspaket für alle Ressorts 60 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt.

Zur Kultur- und Kreativwirtschaft gehören nach Angaben des Kulturrates 256.000 Unternehmen. Daneben sind rund 600.000 selbstständige Künstler und Kreative in der Kulturbranche tätig; unter ihnen rund 340.000 sogenannte Mini-Selbständige mit einem Umsatz unter 17.500 Euro im Jahr.