Paul Goma, Frakreich 1981; © imago-images
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Do 26.03.2020 - Rumänischer Dissident Paul Goma nach Corona-Infektion gestorben

Einer der prominentesten und umstrittensten Dissidenten der vormaligen kommunistischen Diktatur in Rumänien, der Schriftsteller Paul Goma, ist tot.

Er starb in der Nacht zum Mittwoch im Alter von 84 Jahren in Paris nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Das teilte seine Biografin Mariana Sipos der Deutschen Presse-Agentur mit.

International bekannt als Dissident wurde Goma 1977, als er sich in einem offenen Brief mit der Charta 77 solidarisierte – der regimekritischen Protestbewegung in der Tschechoslowakei. Viele rumänische Intellektuelle schlossen sich ihm mit Unterschriften an. Daraufhin wurde Goma verhaftet. Er kam nach Aufrufen des internationalen PEN-Clubs frei und siedelte nach Frankreich über. Dort erhielt er politisches Asyl. In Deutschland erschienen Paul Gomas Romane "Ostinato" (1971) und "Die Tür" (1972).

Umstritten war Goma zuletzt, weil er die Beteiligung Rumäniens am Holocaust als "Lüge" bezeichnet hatte. Er hatte mehrere Zeitungen, Personen, einen Verlag sowie die Bukarester Präsidialkanzlei verklagt. Er warf ihnen Verleumdung vor, weil sie ihn des Antisemitismus und der Verharmlosung des Holocaust bezichtigt hatten. Diesen Prozess hatte Goma 2013 verloren.