Blick in den Zuschauersall der Komischen Oper (c) Tim Brakemeier/ dpa
Bild: Tim Brakemeier dpa/lbn

Mi 20.05.2020 - Kulturminister veröffentlichen Plan für Neustart des Kulturbetriebs

Die Kulturminister von Bund und Ländern haben Vorschläge veröffentlicht, wie weitere Kunst- und Kultureinrichtungen trotz Corona-Pandemie öffnen könnten.

Das sechsseitige Papier ist als Vorlage für die kommenden Beratungen von Bundeskanzlerin Merkel mit den Ministerpräsidenten gedacht. Kulturstaatsministerin Grütters sprach von einer praxisorientierten Grundlage, um Vor-Ort-Konzepte zu entwickeln, die individuell an die jeweilige Spielstätte, Einrichtung oder Veranstaltung angepasst sind.

Die Kulturministerkonferenz empfiehlt verschiedene Eckpunkte. Unter anderem heißt es, dass die Kontaktdaten von Besuchern erfasst werden sollen, mindestens 1,5 Meter Abstand gelten muss und dafür zum Beispiel Theatersitze freigelassen werden. Auch Künstler sollen Distanz halten. Als weitere Vorschläge werden etwa das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes und eine Begrenzung der Besucherzahl genannt. Auch Ticket-Systeme mit Vorab-Buchungen und Ticket-Automaten, Besucherstrom-Management am Ein- und Ausgang oder an den Garderoben und obligatorische Platzreservierungen halten die Kulturminister für denkbar und sinnvoll.

Die künstlerischen Programme müssten, so die Empfehlungen weiter, den sich verändernden Bedingungen laufend angepasst werden. Denkbar seien zum Beispiel kleinformatige Darbietungen sowohl in geschlossenen Räumlichkeiten als auch im Freien, Freiluftaufführungen, Formate in kleinerer Besetzung als Alternativen und Mehrfachaufführungen kürzerer Programme. Grundsätzlich solle aber vor allem der Probenbetrieb in allen Sparten baldmöglichst wieder beginnen.

Um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen, waren beispielsweise Museen, Theater und Kinos bundesweit wochenlang geschlossen. Die Bundesländer sind bei der Wiedereröffnung nun unterschiedlich weit. In Hessen dürfen Kinos zum Beispiel unter Auflagen wieder öffnen, in Berlin nicht. Das sorgte für Kritik.