Logo Ingeborg Bachmannpreis 2020 foto: ORF
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Do 18.06.2020 - Bachmannpreis-Wettlesen ist eröffnet

Das Wettlesen um den Bachmannpreis ist von Jasmin Ramadan aus Hamburg eröffnet worden. Sie las einen Auszug aus dem Roman "Ü".

Die 46-jährige Autorin erhielt am Mittwochabend in Klagenfurt bei der Auslosung der Reihenfolge der Auftritte den Startplatz. Ramadan hatte mit dem Roman "Soul Kitchen", der Vorgeschichte zu Fatih Akins gleichnamigen Film, debütiert.

Aus Deutschland kommen sieben der 14 Autoren und Autorinnen. Zusammen mit den Kandidatinnen und Kandidaten aus der Schweiz und Österreich bewerben sie sich mit ihren Texten um den mit 25.000 Euro dotierten Bachmannpreis. Die Beiträge wurden wegen der Coronakrise vorher aufgezeichnet.

Die 44. Tage der deutschsprachigen Literatur sind diesmal von der Pandemie geprägt. So diskutieren die sieben Mitglieder der Jury vom Homeoffice aus. Die Lesungen und die Jurydebatten werden heute, morgen und am Samstag in 3sat und online übertragen.

Gestern fand im Internet die Eröffnung der 44. Tage der deutschsprachigen Literatur mit einer 'Rede zur Literatur' der Schriftstellerin und Aktivistin Sharon Dodua Otoo statt. Sie trug den Titel: "Dürfen Schwarze Blumen Malen". Die Bachmannpreisträgerin von 2016 warb für mehr Freiheit und Präzision beim sprachlichen Ausdruck.

In Redaktionen werde noch immer zu eng am Duden festgehalten, so die 1972 in London geborene Schwarze. Ihre Texte seien oft korrigiert worden, obwohl sie mit ihrer Schreibweise etwas ganz anderes habe ausdrücken wollen. "LehrerInnen" habe nicht die gleiche Bedeutung wie "Lehrerinnen und Lehrer". Fremdenfeindlichkeit sei etwas Anderes als Rassismus, so Otoo. Sprache sei eine ständige Erinnerung daran, dass Diskriminierung existiere und dass die eigene Haltung in der Wortwahl oder Schreibweise deutlich werden könne.