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Do 25.06.2020 - Deutsch-französischer Journalistenpreis vergeben

Heute wurden die Preisträger*innen der mit 30.000 Euro dotierten Auszeichnung bekanntgegeben.

Ausgezeichnet werden Medienmacher*innen für Beiträge in der "Augsburger Allgemeinen", im Deutschlandfunk Kultur, bei Arte, dem NDR, bei Apple Podcasts, Spotify, Deezer, Acas sowie eine grenzüberschreitende Recherche von Correctiv und anderen Medien.

In der Kategorie Video erhalten Fabienne Hurst, Julian Feldmann und Robert Bongen den Preis für ihre von Arte und NDR gesendete Reportage "Das ungesühnte SS-Massaker: Ein französisches Dorf kämpft um Gerechtigkeit". Darin geht es um Ascq, ein Dorf im Norden Frankreichs, in dem SS-Soldaten 86 Zivilisten ermordeten. Reporter Tarek Abu Ajamieh spricht mit einem der Täter, Karl Münter, der zwar von einem französischen Militärgericht zum Tode verurteilt, aber nie ausgeliefert wurde.

Die Auszeichnung in der Kategorie Text geht an Elisa-Madeleine Glöckner, Veronika Lintner, Jonas Voss und Julian Würzer für die Zeitungsbeilage "Europa 2019. Eine Reise" der "Augsburger Allgemeinen". Die TV-Journalistin Leslie Benzaquen erhält den Preis in der Kategorie Audio für ihren Podcast "L'affaire des 450 tableaus". Darin geht es um Francine Kahn, die Erbin einer Sammlung von 450 Gemälden ist, die über 70 Jahre verschwunden waren, und die das Vichy-Regime verkauft hatte. Mit einer Kunsthistorikerin und zwei Ahnenforschern begibt sie sich auf die Spurensuche.

Die Auszeichnung in der Kategorie Multimedia geht an das Recherchezentrum Correctiv, "Frontal21" sowie 33 weiteren Medien für "Grand Theft Europe". Mehr als 60 Journalist*innen aus 30 Ländern haben dem größten laufenden Steuerbetrug Europas nachgeforscht, durch den den EU-Mitgliedsstaaten jährlich 50 Milliarden Euro gestohlen werden.

Den Nachwuchspreis bekommen Anaelle Abasq, Alexia Echerbault, Lara Gohr, Thabo Huntgeburth, Lukas Knauer, Louise Pillais, Mathilde Pires, Meret Reh, Camille Sarazin und Ramona Westhof für "Plus chaud que le climat - Heißer als das Klima" im Deutschlandradio Kultur. In der bilingualen Sendung betrachten sie den Klimawandel aus verschiedenen Blickwinkeln.

Der Deutsch-Französische Journalistenpreis wird seit 1983 vergeben. Zu den Preisstiftern gehören neben dem Saarländischen Rundfunk unter anderen auch das ZDF, Arte, France Télévisions und die "Saarbrücker Zeitung".