Olaf Zimmermann © Christoph Soeder
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Do 25.06.2020 - Deutscher Kulturrat vermisst gemeinsames Hilfsprogramm der Länder

Der Geschäftsführer, Zimmermann, verlangt bundeseinheitliche Regeln für das Hochfahren der Kultur nach dem Corona-Lockdown.

"Noch nicht einmal in der Krise gibt es ein einziges gemeinsames Programm der Länder, das die Kultur unterstützt", sagte Zimmermann der "Augsburger Allgemeinen". Stattdessen gebe es eine "Kakophonie zwischen den Bundesländern". In Hamburg gebe es beispielsweise eine gut ausgebaute Unterstützungsinfrastruktur. Wer dagegen nebenan in Niedersachsen wohne, habe "Pech gehabt, weil es dort erheblich weniger Hilfen gibt".

Zimmermann verwies auf die vor eineinhalb Jahren von den Ländern gegründete Kulturministerkonferenz: "Eigentlich sollte die ja genau dafür da sein, Absprachen der Länder untereinander zu koordinieren." Zimmermann betonte, eine zweite Corona-Welle samt neuem Lockdown wäre für den Kulturbetrieb nicht verschmerzbar. Da "würden auch noch mal erhebliche neue Mittel notwendig werden, um eine Infrastruktur im kulturellen Bereich erhalten zu können".

Zudem mahnte der Kulturrats-Geschäftsführer: "Wir müssen uns die analoge Welt zurückerobern." In der Krise sei sehr vieles in die digitale Welt abgewandert. Da verdiene man praktisch nichts, "darum müssen jetzt dringend die urheberrechtlichen Regeln der Realität angepasst werden".