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Fr 05.06.2020 - Lyrikpreis "Orphil" geht an Marion Poschmann

Die Schriftstellerin erhält den mit 10.000 Euro dotierten Lyrikpreis der Stadt Wiesbaden.

Sie werde nach Angaben der Stadt für ihr bisheriges lyrisches Werk, insbesondere für den in diesem Jahr erschienenen Band "Nimbus" ausgezeichnet.

Die Jury erklärte dazu, Poschmann gehöre mit ihren fünf Gedichtbänden und besonders mit "Nimbus" zu den wichtigsten deutschsprachigen Lyrikerinnen. Ihre Gedichte seien hintergründig humorvoll und dabei vertraut mit der Tradition und den Formen der abendländischen Lyrik und aufmerksam für die Gegenwart.

Die 50-jährige Poschmann, die in Berlin lebt, wurde für ihre Lyrik und Prosa bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter der Klopstock-Preis 2018. Ihn erhielt sie für ihren Roman "Die Kieferninseln", der 2019 auf der Shortlist des Beutschen Buchpreises und des Man Booker International Prize stand.

Der Lyrikpreis "Orphil" wird von der Stadt Wiesbaden in Kooperation mit dem Kultursender des Hessischen Rundfunks hr2 seit 2012 im Zweijahresrhythmus vergeben. Stifterin ist Ilse Konell, die Witwe des 1991 verstorbenen Dichters George Konell. Der Lyriker nannte die eisernen Hähne auf französischen Rathäusern "Orphil", weil sie für ihn gleichermaßen das Lied des Sängers Orpheus aus der griechischen Mythologie und die Ideale der französischen Revolution symbolisierten.

Vergeben wird der Preis an Lyriker, die mit ihrem Werk Stellung beziehen und sich politischen wie stilistischen Moden zu widersetzen wissen. Bisherige "Orphil"-Preisträger waren Ursula Krechel, Karin Kewus, Ulrike Draesner und Christoph Meckel.