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Fr 26.06.2020 - Protest gegen Serebrennikow-Urteil vor der russischen Botschaft Berlin

Deutsche Theaterschaffende haben sich mit dem schuldig gesprochenen Starregisseur Kirill Serebrennikow solidarisch gezeigt. Sie forderten bei einer Demonstration vor der russischen Botschaft in Berlin seine Freilassung.

Wie die Dramaturgin Birgit Lengers schilderte, wurde vergeblich versucht, dem Botschafter eine Liste mit 56.000 Unterschriften zu überreichen. Bei dem Protest seien schätzungsweise 120 Menschen gewesen, so Lengers, die den internationalen Bereich des Deutschen Theaters Berlin leitet. Unter den Teilnehmenden waren demnach neben Schauspieler Lars Eidinger weitere Theaterschaffende wie Ulrich Khuon, Thomas Ostermeier und Jossi Wieler.

Zur Stimmung unter den russischen Kolleg*innen sagte Lengers: "Alle haben Angst". Es sei ein schwarzer Tag. Die Schaubühne Berlin betonte, dass es Anschuldigungen gebe, "die in dem seit 2017 laufenden Strafprozess in keiner Weise belegt werden konnten". Das Theater sei "fassungslos und empört", dass Serebrennikow mehrere Jahre in einem Gefängnis verbringen solle.

Das russische Gericht hatte, wie berichtet, Serebrennikow in einem umstrittenen Verfahren heute schuldig gesprochen. Das Strafmaß war zunächst unklar. Der 50-Jährige wurde wegen Veruntreuung von Fördergeldern verurteilt, wie das Bezirksgericht in Moskau entschied. Das Verfahren gegen den auch in Deutschland bekannten Künstler gilt als Schauprozess gegen die liberale Kunstszene in Russland.