Vivien Leigh und Clark Gable in "Vom Winde verweht" © imago images/Mary Evans
Bild: imago images/Mary Evans

Do 25.06.2020 - "Vom Winde verweht" wieder erhältlich

Das umstrittene Südstaatenepos wird jetzt mit einordnenden Hinweisen zur dargestellten Sklaverei gezeigt.

Der US-Streaminganbieter HBO hatte vor zwei Wochen den Film aus dem Programm genommen, nachdem Rassismus-Vorwürfe laut wurden. In einem Vorwort verweist Professorin Jacqueline Stewart darauf, dass das Melodrama wegen seiner beschönigenden Darstellung von Sklaverei und einem stereotypischen Bild von Schwarzen oft kritisiert worden sei, wie "Variety"berichtete. Es sei wichtig, einen Hollywood-Klassiker im Original zu sehen, aber auch kritisch über Werte und Geschichte zu reflektieren.

Ein anderes Begleit-Video geht auf das Leben der schwarzen Schauspielerin Hattie McDaniel ein. Sie hatte in dem Film eine Nebenrolle als Kindermädchen und gewann 1940 als erste Afroamerikanerin einen Oscar. Bei der Verleihung durfte sie wegen ihrer Hautfarbe aber nicht mit dem Team an einem Tisch sitzen, sondern war in den hinteren Teil des Raumes verbannt worden.

"Vom Winde verweht" (1939) mit den Stars Vivien Leigh und Clark Gable erzählt die Geschichte der Gutsherrin Scarlett O'Hara in den US-Südstaaten zu Zeiten des Bürgerkrieges. Auch nach der Abschaffung der Sklaverei stehen mehrere afroamerikanische Charaktere freiwillig und loyal zu Scarletts Familie, Probleme durch Sklaverei werden in dem Klassiker nicht thematisiert.