Fruchtfolgen | Food for Future © rbbKultur
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Fruchtfolgen – die Zukunft auf dem Acker - Food for Future

Die Algensnacks schmecken eher so mittel, beim Insekten-Riegel summts im Mund. Dann wird’s Andreas ein bisschen gruselig: Das Forschungsprojekt “Food 4 Future” simuliert verdorrte Äcker und das Ende des Welthandels. Ist das nun die Zukunft oder "nur” eine wissenschaftliche Methode? Fragen an Projektleiterin Monika Schreiner.

Currywurst und Katastrophenschutz

"Food 4 Future" forscht von einem radikalen Ansatz aus

Food for Future – Nahrung der Zukunft heißt ein Programm, an dem neun Wissenschaftseinrichtungen in Brandenburg und Berlin beteiligt sind. Das Projekt klingt nach Science Fiction und zwar nach einer sehr düsteren Variante davon.

Die Aussicht klingt verstörend: Für die Landwirtschaft auf den Äckern steht kaum noch Wasser zur Verfügung. Und als ob das nicht schlimm genug wäre: Der Welthandel ist zusammengebrochen. Jede Region muss selbst klarkommen und die Menschen mit Lebensmitteln versorgen. Kein Land, kein Handel – so heißen die beiden Grundannahmen in diesem umfangreichen Forschungsprojekt.

"An Frischwasser für die Landwirtschaft fehlt es jetzt schon. Und: Denken Sie nur an das Schiff, das vor kurzem im Suezkanal festlag – es gibt also genügend Gründe, ein bisschen mehr auf Regionalität zu setzen", sagt Professorin Monika Schreiner vom Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau in Großbeeren. Sie koordiniert das Forschungsprojekt.

Regionalität heißt für die Wissenschaftlerin, deutlich mehr Lebensmittel in urbanen Räumen, also in der Großstadt zu produzieren, in Industriebrachen oder alten U-Bahntunneln.

Geforscht wird dabei an Makroalgen, an Salzpflanzen und auch an Quallen. Die Vision ist, aus diesen Salzwasser-Lebewesen wertvolle Proteine und andere lebenswichtige Stoffe zu gewinnen, sie also weiterzuverarbeiten.

Daran sind auch Materialwissenschaftler beteiligt, unter anderem vom Fraunhofer-Institut in Teltow, die Produktionssysteme entwickeln, bei denen LED-Licht eine große Rolle spielt. Algen- und Salzpflanzen, Quallen, aber auch Insekten sollen gemeinsam mit wenig Energieaufwand aufwachsen und voneinander profitieren.

Monika Schreiner macht klar: Bei dieser Art von Forschung ist Katastrophenvorsorge nur ein Aspekt. Der radikale Denkansatz soll im besten Fall mehr Vielfalt auf die Teller bringen. Und schmecken soll es auch:

"Es wird 2050 immer noch Currywurst und Bulette geben. Sie werden nur anders hergestellt werden. Und sie werden trotzdem schmecken. Das muss das Ziel sein."

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ZALF

Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsorschung (ZALF)
www.zalf.de