• Claudio Abbado © Cordula Groth
    Cordula Groth

    Podcast | Musikserie - Nennt mich Claudio

    Claudio Abbado war der erste Lässige in einer aufgesteiften Klassik-Welt und machte sie sinnlicher. Er stammte aus Mailand, kam über Wien und London nach Berlin. Hier begründete seine 12-jährige Ära bei den Berliner Philharmonikern ein neues Bild des Dirigenten. Er verjüngte das Orchester wie kein anderer. Abbado sprach wenig, teilte den Ruhm dafür gern mit befreundeten Solisten wie Maurizio Pollini oder Martha Argerich. Im Konzert konnte er ein Orchester ungeahnt "abheben" lassen. Exzeptionelle Aufnahmen gelangen ihm bei Mahler, Beethoven, Haydn, Rossini und einigen Verdi-Opern.

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Eine Musikserie von Kai Luehrs-Kaiser - Der junge Gott. Claudio Abbado – Physiognomie eines Faszinosums (1/26)

Claudio Abbado erschien als die große Sphinx, als schweigsamer Verführer und zugleich "betont italienisch" in Berlin. Seine Fräcke schienen eleganter, sein Auftreten weltgewandter, seine Verweigerungshaltung anziehender als bei jedem seiner Vorgänger bei den Berliner Philharmonikern. Steckbrief eines Vielgesuchten.

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Eine Musikserie von Kai Luehrs-Kaiser - "Mehr ... leise!" - Woran erkennt man den typischen Abbado-Sound? (2/26)

Kaum ein Dirigent hat sich stärker entwickelt, kein anderer so ausschweifende Anlaufzeiten gebraucht wie Claudio Abbado. Dennoch war der Klang, die Offenheit seiner Interpretationen, von Beginn an unverwechselbar. Wo kam er klanglich her? Was war sein Hauptgewürz? Und worin besteht seine musikalische Einzigartigkeit?

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Eine Musikserie von Kai Luehrs-Kaiser - "Nennt mich Claudio". Welche Neuerungen bescherte ... (3/26)

Weiche Revolution! Claudio Abbado war ein „Kampf-Duzer“; das war man von Karajan her nicht gewöhnt. Die Proben veränderten sich, auch ihre Anzahl. Eine „schwarze Liste“ von nicht geduldeten Gastdirigenten wurde abgeschafft. Nikolaus Harnoncourt und Carlos Kleiber durften wiederkommen. Orchester und Repertoire hat Abbado wie keiner vor ihm verjüngt.

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Eine Musikserie von Kai Luehrs-Kaiser - Ludovico van Beethoven - Abbado als Klassiker-Spezialist (4/26)

Claudio Abbado besaß ein ausgeprägtes Klassiker- und Kanon-Verständnis. Er wollte – und konnte – die „Großen Bs“ des Kernrepertoires bedienen: Beethoven, Brahms und Bruckner, notfalls Bach. Ihm gelang sogar, sich mit den neun Beethoven-Symphonien gegen Karajan und Furtwängler durchzusetzen. War er darin der Letzte seiner Art?

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Eine Musikserie von Kai Luehrs-Kaiser - Student in Wien (5/26)

In Wien sozialisiert, war Claudio Abbado ein oft genannter Musterschüler des berühmten Hans Swarowsky, ganz so wie Mariss Jansons, Zubin Mehta, Giuseppe Sinopoli und Iván Fischer. Sind’s angenommene Wiener Gene, die seine Basis waren? Ein Orts-Besuch, auch beim Walzer. In schönen, wienerisch versüßten Aufnahmen.

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Der Maestro als Erzieher. Abbado, ein Pionier der ... (6/26)

"Wir wunderten uns alle", so Daniel Barenboim über Claudio Abbados initiative Neigung zu Nachwuchs-Orchestern. Hat Abbado etwa die Education-Arbeit in die Welt gesetzt? Viele seiner neuen Ensembles, darunter das Chamber Orchestra of Europe, das Mahler Chamber Orchestra und das Orchestra Mozart, leben weiter.

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Eine Musikserie von Kai Luehrs-Kaiser (7/26) - Der Zauberlehrling. Abbados Verhältnis zu Karajan, Bernstein und Carlos Kleiber

Um zwischen den Monstern und Genies seiner Zunft nicht zerrieben zu werden, dürfte es für den scheuen Claudio Abbado besonderer Tricks bedurft haben. Das funktionierte gut. Nur wie? Gute Taktik? Oder unkorrumpierbare künstlerische Selbstständigkeit? In dieser Folge schrecken wir vor keinem indiskreten Vergleich zurück.

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Wanderjahre eines Sesshaften – London, Chicago ... (8/26)

In großen Umlaufbahnen schien Claudio Abbado Orte wie Wien oder Berlin lange Jahre zu umkreisen, bevor er in ihnen sesshaft wurde. Merkwürdigerweise findet sich auf diesem Wege, z.B. beim London Symphony Orchestra, vieles vom Besten, was Abbado überhaupt gemacht hat. Musikalische Reiseberichte – vom Feinsten.

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Verdi, vidi, vici! - Abbado als Musikdirektor der ... (9/26)

Eigentlich war er ein Opernmann – und hat als solcher ja auch in Berlin für Furore gesorgt. An der Mailänder Scala hatte er zuvor mehr Erfolg als selbst Riccardo Muti und an der Wiener Staatsoper mehr als Karajan. War er ein guter Sängerdirigent? Oder nur der erste, für den dies nicht mehr das Erfolgsgeheimnis war?

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Eine Musikserie von Kai Luehrs-Kaiser (10/26) - "Keiner wusste, was er will!"

Claudio Abbados "Straucheln" in Berlin hat mit der Tatsache zu tun, dass seine Proben erratisch verliefen. Er sagte kaum ein Wort. Nach nebulösen Probenprozessen folgten dann – zur Verwunderung sogar der Musiker – oft gloriose Aufführungen. Wie hat er das gemacht? Hier lüften wir das Arbeitsgeheimnis eines Vertrackten.

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Eine Musikserie von Kai Luehrs-Kaiser (11/26) - Der "Halbszenische" – Abbados Erfindung der konzertanten Oper in Berlin

Halbszenische Opernaufführungen hat es vor Claudio Abbado in der Berliner Philharmonie nicht gegeben. Abbado hat sie eingeführt, heute machen es alle. Besonders mit einer All-Star-Besetzung in Rossinis "Il Viaggio a Reims" hat er Live-Geschichte geschrieben. Und doch eine Fehlentwicklung eingeleitet?

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Eine Sendereihe von Kai Luehrs-Kaiser (12/26) - Der "utopische Alpinist". Gustav Mahler aus der Sicht Claudio Abbados

Sind Mahlers Sinfonien Berggemälde?! "Sie brauchen sich hier gar nicht so umzusehen, das habe ich alles schon wegkomponiert!", soll Gustav Mahler seinem Gast Bruno Walter in Steinach am Attersee zugeraunt haben. Abbado nahm diesen Faden auf – und verlieh Mahlers Werken zugleich ein utopisch-politisches Gepräge.

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Eine Sendereihe von Kai Luehrs-Kaiser (13/26) - Abbado, der Schüchterne. Kann es introvertierte Dir

Ein Dirigent hat immer das letzte Wort. Was aber, wenn er fast gar nichts sagt?! Claudio Abbado, der Wortkarge und In-sich-Zurückgezogene, war der vielleicht erste Dirigent überhaupt, der seine Schüchternheit ausstellte – und musikalischen Nutzen daraus zog. Das kann man durchaus als Mirakel ansehen. Denn wer wäre ihm darin gefolgt?!

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Eine Sendereihe von Kai Luehrs-Kaiser (14/26) - Opern-Goldgräberei. Abbado als Wiederentdecker

In Wien sorgte die "Khovanschtschina" von Mussorgsky für eine Sensation, in Mailand Verdis "Simon Boccanegra". Fast unbekannte Stücke!! In Berlin war Abbado der Erste, der Mahler zur Chefsache erklärte. Was Claudio Abbado wiederentdeckt hat, gehört seither zum Mainstream. War es sein Genie? Oder sind die Stücke einfach so gut?

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Wo ich stehe, ist links. Abbado, der erste politische Dirigent.

Ohne je eine politische, geschweige denn linke Parole ausgegeben zu haben, war Claudio Abbado der erste Dirigenten-Superstar mit prononciert politischem Ansehen. Vielleicht wird gerade so Politik gemacht: Indem man nicht viel darüber redet. Beruht Abbados politischer Impetus auf Wahrheit? Oder doch auf Schein?

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