Podcast | Der zweite Gedanke © rbbKultur
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Debatte mit Natascha Freundel & Gästen - Der Zweite Gedanke

Hier wird nicht nur debattiert, hier wird auch zusammen nachgedacht. Über alles, was unser Miteinander betrifft. Bildung, Digitalisierung, Demokratie, Einsamkeit, Freiheit, Klima, Kultur, Städtebau, Visionen - die Themen liegen in der Luft, nicht erst, aber besonders deutlich seit der Corona-Pandemie. Jede Folge widmet sich einer Frage unserer Zeit. rbbKultur-Redakteurin Natascha Freundel spricht jeweils mit zwei Gästen, die wissen, wovon sie reden. Philosophisch, aber nie abgehoben. Persönlich, aber nicht privat. Kritisch und konstruktiv. Hier soll es nicht knallen, sondern knistern. Immer auf der Suche nach dem zweiten, neuen Gedanken.

Glletscher , Island © Gregor Baron
Gregor Baron

No Future? Protest und Politik fürs Klima

Die Debatte mit Natascha Freundel, Clara Duvigneau und Mojib Latif --- "Wenn wir nichts ändern, ändert sich alles." Clara Duvigneau --- „Es ist, als würden wir mit dem Auto im dichten Nebel mit Höchstgeschwindigkeit fahren, ohne zu wissen, ob das Stauende kommt oder nicht.“ So beschreibt der Klimaforscher Mojib Latif die Situation in der globalen Klimakrise – und widerspricht damit Behauptungen etwa der „Letzten Generation“, die Kipppunkte im Klimasystem seien in zwei, drei Jahren erreicht. Niemand wisse, wann solche Kipppunkte überschritten werden. Aber „wenn wir nichts ändern, ändert sich alles“, sagt Clara Duvigneau von Fridays-for-Future. Duvigneau und Latif fordern, weniger über Protestformen und mehr über konkrete Schritte für ein besseres Klima nachzudenken. National und international sei sehr viel machbar. --- Clara Duvigneau, geb. 2002 in Berlin, studiert Ökologie und Umweltplanung in Potsdam und ist seit 2021 Klimagerechtigkeitsaktivistin bei Fridays for Future. --- Mojib Latif, geb. 1954 in Hamburg, ist Seniorprofessor an der Universität Kiel und am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Seit 2017 ist er Präsident der Deutschen Gesellschaft Club of Rome und seit Januar 2022 Präsident der Akademie der Wissenschaften in Hamburg. Sein aktuelles Buch heißt „Countdown. Unsere Zeit läuft ab – was wir der Klimakatastrophe noch entgegensetzen können“ (Herder Verlag). --- Mehr Infos unter rbbkultur.de/derzweitegedanke --- Schreiben Sie uns direkt an derzweitegedanke@rbbkultur.de
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Ukraine-Krieg. Natali Sewriukowa steht neben ihrem Haus nach einem Raketenangriff © picture alliance/dpa/AP/Emilio Morenatti
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Putins Krieg gegen die Ukraine - Die Ukrainisierung Europas

Die Debatte mit Natascha Freundel, Juri Andruchowytsch und Werner Schulz --- Wiederholung vom 3.3.2022 --- Er war Bürgerrechtler und Menschenrechtler, er war Europäer und Europa-Parlamentarier. Den 9. November hätte er gern als offiziellen Tag der deutschen Einheit gesehen. Am 9. November 2022 - bei einer Veranstaltung des Bundespräsidenten über diesen historisch vielschichtigen Tag - ist Werner Schulz plötzlich zusammengebrochen. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, der auch Arzt ist, versuchte noch, den Grünen-Politiker zu reanimieren, vergeblich. Der Politiker wird fehlen, seine Worte bleiben. – Eine Woche nach Kriegsbeginn war Werner Schulz zusammen mit dem ukrainischen Schriftsteller Juri Andruchowytsch zu Gast in „Der Zweite Gedanke“. --- Mehr Infos unter: rbbkultur.de/derzweitegedanke --- Schreiben Sie uns Ihre Gedanken, Kommentare und Kritik direkt an derzweitegedanke@rbbkultur.de

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Schülerin Lúcia Conzane hört mit einem Pinard-Rohr die Herztöne eines Ungeborenen ab © dpa/Franziska Gabbert
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Wie bekommen wir unsere Kinder? - Hebammen am Limit

Die Debatte mit Natascha Freundel, Maren Eißmann und Kirsten Kappert-Gonther --- Wiederholung vom 5. Mai 2022 --- "Es ist grausam, triagieren zu müssen." Maren Eißmann --- Im Koalitionsvertrag der amtierenden Bundesregierung vom Dezember 2021 wird viel versprochen, auch in Sachen Geburtshilfe: Umsetzung des Nationalen Gesundheitsziels „Gesundheit rund um die Geburt“. Evaluation möglicher Fehlanreize rund um Kaiserschnitte. Eins zu eins-Betreuung durch Hebammen für wesentliche Phasen der Geburt. Ausbau hebammengeleiteter Kreißsäle. - Das Bundesgesundheitsministerium hat inzwischen Pläne zur Krankenhausfinanzierung vorgelegt, die keinen Ausweg aus der dramatischen Lage der Geburtshilfe zeigen, im Gegenteil. Wie dramatisch diese Lage ist, darüber hat Natascha Freundel bereits im Mai 2022 mit der Berliner Hebamme Maren Eißmann und der Grünen-Politikerin Kirsten Kappert-Gonther gesprochen. Wir wiederholen das Gespräch, denn die beschriebenen Probleme und Forderungen sind weiter hochaktuell. --- Mehr Infos zu den Gästen unter www.rbbkultur.de/derzweitegedanke --- Wir freuen uns über Ihre Kritik und Anregungen: derzweitegedanke@rbbkultur.de
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15.07.2022 | Klimaprotest der Letzten Generation am Sachsendamm, Berlin © Letzte Generation
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Letzte Generation - Ziviler Ungehorsam?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Robin Celikates und Lina Johnsen --- "Wir protestieren hier für das Leben von Milliarden Menschen." Lina Johnsen --- Sie stören den Alltag: kleben ihre Handflächen auf Straßen, bewerfen Gemälde mit Kartoffelbrei. Sie bezeichnen ihre Aktionen als Weckruf, als Feuerwehralarm - und ernten Hass, aber auch Zuspruch. Die "Letzte Generation" übt zivilen Ungehorsam. Sie betont Gewaltfreiheit und befeuert zugleich Spekulationen um eine "grüne RAF". Erreicht sie so ihr Ziel: eine neue Politik angesichts des Klimanotstands? Sind alle anderen Protestformen schon ausgeschöpft, wie die Klima-Aktivistin Lina Johnsen meint? Wie selbstkritisch kann und muss die "Letzte Generation" sein und was heißt "Kunst oder Leben"? --- Robin Celikates, Jahrgang 1977, ist Professor für Sozialphilosophie an der Freien Universität Berlin und forscht zum Zusammenhang von Demokratie, sozialen Bewegungen, Migration und Solidarität sowie zu zivilem Ungehorsam in demokratischen Systemen. --- Lina Johnsen ist 24 Jahre alt, studiert Umweltwissenschaften und ist seit Anfand des Jahres bei der "Letzten Generation" aktiv. --- Mehr Infos unter www.rbbkultur.de/derzweitegedanke --- Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@rbbkultur.de
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Wer ist Wir? Und wer nicht? (Deutsch-Englisch)

Die Debatte mit Natascha Freundel, Omri Boehm und Navid Kermani --- zur ARD Themenwoche "WIR gesucht - Was hält uns zusammen?" --- Deutsch-Englische Originalfassung (Deutsche Fassung mit Übersetzung im Podcast) --- „Für wahre Universalisten sollte das „Wir“ nie der Beginn von Politik sein; es kann lediglich ihr niemals endgültiges Resultat sein“, so schreibt der Philosoph Omri Boehm in seinem Buch „Radikaler Universalismus“, das jede Identitätspolitik und jede interessengeleitete Realitätspolitik herausfordert. Wer nach dem „Wir“ sucht – wie die ARD in der diesjährigen Themenwoche – macht es sich womöglich zu leicht, indem er oder sie sich in einer Konsens-Gemeinschaft einrichtet und aus dem Blick verliert, wer nicht zu diesem „Wir“ gehört – die „Anderen“, mit deren Ausschluss oder gar auf deren Kosten „Wir“ leben. Auch der Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani plädiert für einen kosmopolitischen Humanismus. Für eine Besinnung auf den metaphysischen Begriff der Menschenwürde. „Absolute Liebe zur Menschheit“, wenn diese Menschheit ihre Lebensgrundlagen zerstört? Unbedingt, sagt Boehm, denn Dehumanisierung führe zum Tod der Natur. Ein Gespräch über das Paradox im Grundgesetz, über die Vorstellungskraft von Kindern und über „Hoffnung bis zum letzten Atemzug“ (Kermani). --- Omri Boehm, geb. 1979 in Haifa (Israel), ist Associate Professor für Philosophie und Chair of the Philosophy Department an der New School for Social Research in New York. Er ist israelischer und deutscher Staatsbürger, und schreibt über israelische Politik und die Antisemitismus-Debatten in Haaretz, Die Zeit und The New York Times. 2020 erschien sein viel diskutiertes Buch „Israel – eine Utopie“, 2022 sein Buch „Radikaler Universalismus. Jenseits von Identität“ (beide Propyläen). --- Navid Kermani, geboren 1967 in Siegen, ist habilitierter Orientalist und lebt als freier Schriftsteller in Köln. Für sein Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, 2015 mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels. „Wer ist Wir“ fragt Kermani schon in seinem Buch über „Deutschland und seine Muslime“ (200). Bei C.H.Beck erschienen darüber hinaus zuletzt "Morgen ist da. Reden" (2019) sowie „Was jetzt möglich ist. 33 politische Situationen“ (2022). Bei Hanser erscheint sein literarisches Werk, darunter in diesem Jahr sein Jugendbuch: „Jeder soll von da, wo er ist, einen Schritt näher kommen. Fragen nach Gott“. --- Schreiben Sie uns gern direkt an: derzweitegedanke@rbbkultur.de --- Mehr Infos unter www.rbbkultur.de/derzweitegedanke
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Menschen entspannen in der Mittagssonne am Spreebogen im Regierungsviertel in Berlin © dpa/photothek.net/Florian Gaertner
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Wer ist Wir? Und wer nicht?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Omri Boehm und Navid Kermani --- "Das Wir ist sehr wichtig. Aber nicht als Grundlage unserer Normen." (Omri Boehm) --- Deutsche Fassung mit Übersetzung (Sprecher für Omri Boehm: Paul Sonderegger) --- „Für wahre Universalisten sollte das „Wir“ nie der Beginn von Politik sein; es kann lediglich ihr niemals endgültiges Resultat sein“, so schreibt der Philosoph Omri Boehm in seinem Buch „Radikaler Universalismus“, das jede Identitätspolitik und jede interessengeleitete Realitätspolitik herausfordert. Wer nach dem „Wir“ sucht – wie die ARD in der diesjährigen Themenwoche – macht es sich womöglich zu leicht, indem er oder sie sich in einer Konsens-Gemeinschaft einrichtet und aus dem Blick verliert, wer nicht zu diesem „Wir“ gehört – die „Anderen“, mit deren Ausschluss oder gar auf deren Kosten „Wir“ leben. Auch der Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani plädiert für einen kosmopolitischen Humanismus. Für eine Besinnung auf den metaphysischen Begriff der Menschenwürde. „Absolute Liebe zur Menschheit“, wenn diese Menschheit ihre Lebensgrundlagen zerstört? Unbedingt, sagt Boehm, denn Dehumanisierung führe zum Tod der Natur. Ein Gespräch über das Paradox im Grundgesetz, über die Vorstellungskraft von Kindern und über „Hoffnung bis zum letzten Atemzug“ (Kermani). --- Omri Boehm, geb. 1979 in Haifa (Israel), ist Associate Professor für Philosophie und Chair of the Philosophy Department an der New School for Social Research in New York. Er ist israelischer und deutscher Staatsbürger, und schreibt über israelische Politik und die Antisemitismus-Debatten in Haaretz, Die Zeit und The New York Times. 2020 erschien sein viel diskutiertes Buch „Israel – eine Utopie“, 2022 sein Buch „Radikaler Universalismus. Jenseits von Identität“ (beide Propyläen). --- Navid Kermani, geboren 1967 in Siegen, ist habilitierter Orientalist und lebt als freier Schriftsteller in Köln. Für sein Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, 2015 mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels. „Wer ist Wir“ fragt Kermani schon in seinem Buch über „Deutschland und seine Muslime“ (200). Bei C.H.Beck erschienen darüber hinaus zuletzt "Morgen ist da. Reden" (2019) sowie „Was jetzt möglich ist. 33 politische Situationen“ (2022). Bei Hanser erscheint sein literarisches Werk, darunter in diesem Jahr sein Jugendbuch: „Jeder soll von da, wo er ist, einen Schritt näher kommen. Fragen nach Gott“. --- Schreiben Sie uns gern direkt an: derzweitegedanke@rbbkultur.de --- Mehr Infos unter www.rbbkultur.de/derzweitegedanke
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Silhouette einer Frau mit Smartphone © imago images/ MedienServiceMüller
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Whistleblower in den Medien

Die Debatte mit Natascha Freundel, René Althammer, Annegret Falter und Juan Moreno --- "Whistleblower werden systematisch entmutigt." (Annegret Falter) --- "Mich macht die Enttarnung des Fälschers Relotius nicht zum Vorbild für Journalisten. Das ist kein guter Ort, an dem ich da bin“, schreibt Juan Moreno in seinem Buch "Tausend Zeilen Lüge", das jetzt auch als Film im Kino zu sehen ist. Moreno wurde zum Whistleblower wider Willen, als er die Fälschungen in den Reportagen seines Kollegen Claas Relotius aufdeckte. Ohne Moreno wäre das "System Relotius" als Beispiel für die Krisenanfälligkeit des Journalismus vielleicht nie öffentlich geworden. Ohne Whistleblower aus dem rbb wäre der rbb wohl nicht in die jetzige Krise geraten. Welche Rolle spielen Whistleblower in den Medien? Wie werden sie geschützt? Wie gelingt transparente Aufklärung und ist der Fall Schlesinger ein "heilsamer Schock" für den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk? --- René Althammer, leitet seit August das interne Rechercheteam im rbb zur Aufklärung der Vorwürfe gegen die ehemalige rbb Intendantin Patricia Schlesinger und ihr Umfeld. --- Annegret Falter ist Vorsitzende von Whistleblower-Netzwerk e.V. und arbeitet als Autorin, Referentin und Beraterin in Berlin. --- Juan Moreno ist freier Journalist und Reporter, vor allem für den "Spiegel". 2018 deckte er den Fall Relotius auf, einen der größten Medienskandale der Nachkriegsgeschichte. 2019 erschien sein Buch "Tausend Zeilen Lüge" (Rowohlt, 2019), jetzt auch als Film im Kino: "Tausend Zeilen" (Regie: Michael Bully Herbig). --- Mehr Infos unter www.rbbkultur.de. Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen mit Whistleblowing an: derzweitegedanke@rbbkultur.de.
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Kyiv, 5-jähriges Mädchen pustet Seifenblasen vor zerbometen Häusern in die Luft © picture alliance / AA / Metin Aktas
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Glück in Zeiten von Krisen und Krieg

Die Debatte mit Ann Kristin Schenten, Juliane Marie Schreiber und Robert Pfaller --- "Ich glaube, wir haben verlernt, ehrlich benennen zu dürfen, wenn Dinge auch einfach schlecht sind." Juliane Marie Schreiber --- In jeder Krise steckt auch eine Chance. Das sagt die Positive Psychologie. Aber muss man schlechte Zeiten immer umdeuten? Was Glück für den Einzelnen bedeutet ist individuell. Doch in Zeiten von globalen Krisen bekommt auch das persönliche Glück oft Risse. Es fällt schwerer, glückliche Momente zu genießen. Und doch passiert es oft gleichzeitig: Das Glück und das Leid. Wie geht man mit dieser Gleichzeitigkeit um und kann man sich auf ein angemessenes Maß an Glück besinnen? Darüber denken heute die Berliner Politologin Juliane Marie Schreiber und der Wiener Philosoph Robert Pfaller gemeinsam nach. --- Juliane Marie Schreiber: "Ich möchte lieber nicht. Eine Rebellion gegen den Terror des Positiven, Piper 2022 --- Robert Pfaller: "Zwei Enthüllungen über die Scham", S. Fischer 2022 --- Mehr Infos unter: www.rbbkultur.de/derzweitegedanke --- Schreiben Sie uns gern Ihre Anregungen an: derzweitegedanke@rbbkultur.de
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Generation Euromaidan (Regie: Kristof Gerega): Serhij Leschtschenko besichtigt 2022 die Kriegsschäden in Charkiw; © ZDF/Kristof Gerega
ZDF/Kristof Gerega

Der genaue Blick im Krieg - berichten aus der Ukraine

Die Debatte mit Natascha Freundel, Matthias Gathmann und Kristof Gerega --- In Kooperation mit dem Human Rights Film Festival 2022, gekürzter Talk vom 18.10.2022 --- "Die 'Informationshygiene' sollte für uns nicht gelten." Moritz Gathmann --- Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst, heißt es oft. Putins Krieg gegen die Ukraine ist ein besonderes Beispiel massiver und wirksamer Lügenpropaganda. Um die Ereignisse besser zu verstehen, sind wir auf genaue Reportagen angewiesen. Doch wie frei ist Berichterstattung im Krieg? Wie sehr bestimmt der Krieg deren Fokus und Sprache? Der Dokumentarfilmer Kristof Gerega wollte den politischen Aufbruch einer neuen Generation in der Ukraine nach dem Euromaidan 2014 festhalten. Sein Film "Beyond Revolution. Fighting for Democracy" ("Generation Euromaidan. Sehnsucht nach Demokratie") feierte beim #hrffb22 Weltpremiere und wird am 14. November 22 im ZDF gezeigt. Der Filmtitel hat seit Kriegsbeginn auch eine wortwörtliche Bedeutung. Wie geht der innenpolitische Kampf gegen Korruption heute weiter, im Verteidigungskampf gegen Russland? Moritz Gathmann berichtet als Chefreporter von "Cicero" seit dem Februar 2022 immer wieder aus der Ukraine. Wie kämpft man für die Wahrheit in diesem Krieg? --- Mehr Infos und Video des Talks unter www.rbbkultur.de/derzweitegedanke --- Sie erreichen die Redaktion unter derzweitegedanke@rbbkultur.de

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"Eingang rechts" steht in Berlin im Stadtteil Mitte © dpa/Wolfram Steinberg
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Öffentlich-Rechtlich 3/4: "Radikal, liberal – Was heißt konservativ?"

Die Debatte mit Natascha Freundel, Andreas Rödder und Natascha Strobl --- "Antiradikal, ohne eine neue Welt und ohne den neuen Menschen zu schaffen." Andreas Rödder --- „Linksgrün“, „Rotfunk“ – so wird der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk gern tituliert. Dahinter steht die Annahme, ARD und ZDF seien nicht konservativ genug. Stellt sich die Frage: Was heißt heute „konservativ“? Welche konstruktiven Ideen für die großen Probleme unserer Zeit kommen aus dem konservativen Lager? Menschenwürde, Nachhaltigkeit – das sind auch konservative Werte, die aber selten als solche diskutiert werden. Droht auch in Deutschland ein „radikalisierter Konservatismus“ (Natascha Strobl)? Was bedeutet „liberaler Konservatismus“ (Andreas Rödder)? Die Wiener Politologin und der Mainzer Historiker denken gemeinsam über demokratische Kräfteverhältnisse und demokratiefeindliche Fliehkräfte nach. --- Natascha Strobl: "Radikalisierter Konservatismus. Eine Analyse", Suhrkamp 2021. --- Andreas Rödder: "Konservativ 21.0. Eine Agenda für Deutschland", C.H. Beck 2019. --- Mehr Infos unter: www.rbbkultur.de/derzweitegedanke --- Schreiben Sie uns gern Ihre Anregungen an: derzweitegedanke@rbbkultur.de

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Silhouette einer Frau mit Smartphone © imago images/ MedienServiceMüller
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Öffentlich-Rechtlich (2/4): Whistleblower in den Medien

Die Debatte mit Natascha Freundel, René Althammer, Annegret Falter und Juan Moreno --- "Whistleblower werden systematisch entmutigt." (Annegret Falter) --- „Mich macht die Enttarnung des Fälschers Relotius nicht zum Vorbild für Journalisten. Das ist kein guter Ort, an dem ich da bin“, schreibt Juan Moreno in seinem Buch „Tausend Zeilen Lüge“, das jetzt auch als Film im Kino zu sehen ist. Moreno wurde zum Whistleblower wider Willen, als er die Fälschungen in den Reportagen seines Kollegen Claas Relotius aufdeckte. Ohne Moreno wäre das „System Relotius“ als Beispiel für die Krisenanfälligkeit des Journalismus vielleicht nie öffentlich geworden. Ohne Whistleblower aus dem rbb wäre der rbb wohl nicht in die jetzige Krise geraten. Welche Rolle spielen Whistleblower in den Medien? Wie werden sie geschützt? Wie gelingt transparente Aufklärung und ist der Fall Schlesinger ein „heilsamer Schock“ für den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk? --- René Althammer, leitet seit August das interne Rechercheteam im rbb zur Aufklärung der Vorwürfe gegen die ehemalige rbb Intendantin Patricia Schlesinger und ihr Umfeld. --- Annegret Falter ist Vorsitzende von Whistleblower-Netzwerk e.V. und arbeitet als Autorin, Referentin und Beraterin in Berlin. --- Juan Moreno ist freier Journalist und Reporter, vor allem für den "Spiegel". 2018 deckte er den Fall Relotius auf, einen der größten Medienskandale der Nachkriegsgeschichte. 2019 erschien sein Buch «Tausend Zeilen Lüge» (Rowohlt, 2019), jetzt auch als Film im Kino: "Tausend Zeilen" (Regie: Michael Bully Herbig). --- Mehr Infos unter www.rbbkultur.de. Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen mit Whistleblowing an: derzweitegedanke@rbbkultur.de.
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Documenta 15 – Fridericianum © dpa/Andreas Arnold
dpa/Andreas Arnold

Documenta 15 - Das Ende der Kunst, wie wir sie kannten?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Bazon Brock und Heinz Bude --- Wiederholung vom 7.7.2022 --- Diese Folge von „Der Zweite Gedanke“ polarisiert wie keine vorher: „Das Streitgespräch war fabelhaft“, schrieb uns ein Hörer. „Schwer auszuhalten“, findet eine Hörerin. Die Diskussionsleiterin – Moderatorin Natascha Freundel – sei „unerträglich“, hieß es auf Twitter. Das Gespräch sei „aufrüttelnd und wert, weiter gegeben zu werden“, schrieb uns eine Hörerin per Mail. In dieser Woche geht die umstrittene Documenta 15 zu Ende. Nicht aber der Streit über Rolle und Anspruch der Kunst heute und über den Umgang mit globalem Antisemitismus. Der Kunsttheoretiker Bazon Brock und der Soziologe Heinz Bude haben wichtige Gedanken zu dieser Debatte beigetragen – wir wiederholen das Streitgespräch vom 7. Juli 2022. --- Mehr Infos unter www.rbbkultur.de/derzweitegedanke --- Schreiben Sie uns Ihre Kommentare über die Webseite oder direkt an derzweitegedanke@rbbkultur.de
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Studio 14 | Buchpremiere: "Das Grundgesetz" © Thomas Ernst
Thomas Ernst

Streitbar: Das Grundgesetz. Ein literarischer Kommentar

Buchpremiere mit Sibylle Lewitscharoff, Eva Menasse, Georg M. Oswald und Ronen Steinke, moderiert von Natascha Freundel --- Veranstaltung am 12.9.2022 in Kooperation mit dem Verlag C.H.Beck --- Das Grundgesetz - 1949 für die Bundesrepublik Deutschland als Provisorium verfasst und seitdem mehrfach überarbeitet - findet heute neue Aufmerksamkeit, gerade seit der Corona-Pandemie.„Würde, „Freiheit“, „Sozialstaatsprinzip“ – grundlegende Begriffe im Grundgesetz sind längst nicht mehr selbstverständlich, wenn sie es je waren. Wir brauchen mehr Streit über unsere Verfassung, darin sind sich die Autorinnen und Autoren von „Das Grundgesetz. Ein Literarischer Kommentar“ einig. Bei der Buchpremiere am 12. September 2022 in der rbb Dachlounge STUDIO14 debattierten die Schriftstellerinnen Sibylle Lewitscharoff und Eva Menasse mit den juristisch ausgebildeten Autoren Georg M. Oswald und Ronen Steinke: Wer gehört zum „Club der Deutschen“? Wurde 1989/90 die Chance auf ein Verfassungsreferendum verpasst? Kann ein Grundgesetz soziale Sicherheit versprechen? Ist das Briefgeheimnis eine schöne, aber nutzlose Antiquität? Als „Spezialisten fürs Generelle“ (Eva Menasse) können Schriftsteller drängende Fragen zu unserer Verfassung für ein breites Publikum öffnen. Im Buch stehen ihre literarischen Kommentare zum Grundgesetz nebeneinander. Hier kommen sie ins Gespräch. --- „Ich war überrascht – ich las es zum ersten Mal – wie gut es ist.“ (Sibylle Lewitscharoff) --- „Ich glaube nicht, dass wir heute in der besten aller Republiken leben. Ich glaube auch nicht, dass wir mit dem besten aller Grundgesetze leben.“ (Ronen Steinke) --- „Die Würde steht in meinem Verständnis – aber da schaue ich schon wieder hilfesuchend nach den Juristen – im Grundgesetz über der Freiheit und der Sicherheit.“ (Eva Menasse) --- „Der Ansatz dieses Buches ist zu sagen, wir müssen vor allem in eine andere Form der Diskussion kommen.“ (Georg M. Oswald) --- "Das Grundgesetz. Ein literarischer Kommentar", hrsg. von Georg M. Oswald. C.H. Beck 2022, 381 S., 26 Euro ---- --- Mehr Infos s. rbbkultur.de/derzweitegedanke --- Was bedeutet Ihnen das Grundgesetz? Schreiben Sie uns an derzweitegedanke@rbbkultur.de
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Studio CNC © rbb/Gundula Krause
rbb/Gundula Krause

Öffentlich-Rechtlich (1/4): Unser aller Rundfunk?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Mathias Greffrath und Volker Lilienthal --- "Publikumsbeteiligung muss jetzt kommen, die Zeit ist überreif." (Volker Lilienthal) --- „Ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk, über dessen Programm und Struktur, über dessen Transparenz und Diversität nicht auch leidenschaftlich debattiert wird, unterläuft seine eigene Rechtfertigung.“ (Carolin Emcke) Wir nehmen die Debatte auf und fragen: Was muss sich im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk ändern, damit er wirklich öffentlich-rechtlich ist: also dem Gemeinwohl dient, „als Medium und Faktor freier individueller und öffentlicher Meinungsbildung“? In der ersten von vier Folgen sprechen der Medienwissenschaftler Volker Lilienthal und der Journalist Mathias Greffrath über die Wahl der neuen Interims-Intendantin Kathrin Vernau, über Reformen der Kontrollgremien und die Teilhabe aller an öffentlich-rechtlichen Medien für alle. --- Mehr Infos unter rbbkultur.de/derzweitegedanke --- Wie viel Publikumsbeteiligung wünschen Sie sich im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk? Schreiben Sie uns: derzweitegedanke@rbbkultur.de
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Rostock Lichtenhagen – Randalierer vor brennendem Trabbi © picture-alliance/ dpa/ Bauer
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Rechtsfrei? Die Pogrome von Rostock-Lichtenhagen

Die Debatte mit Natascha Freundel, Bascha Mika und Vanessa Vu --- "Dieser Geist des Rassismus weht immer noch durch Deutschland." Bascha Mika --- „Anzeichen von Bürgerkrieg in den Rostocker Unruhen“ konstatierte der britische Guardian. Der russische Dissident Lew Kopelew warnte vor der Gefahr einer neuen SA oder SS. Der Dramatiker Heiner Müller schrieb, im Terror von Rostock zeige sich ein Angriff „der Armen gegen die Ärmsten“: „Die Reaktion auf den Wirtschaftskrieg gegen das Wohnrecht ist der Krieg gegen die Wohnungslosen.“ Vor 30 Jahren attackierten Rechtsextreme und Sympathisanten das „Sonnenblumenhaus“ in Rostock-Lichtenhagen: darin die überfüllte Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber des Landes Mecklenburg-Vorpommern und ein Wohnheim für ehemalige DDR-Vertragsarbeiter:innen aus Vietnam. Vier Nächte lang steigerte sich die Gewalt in einem offenbar rechtsfreien Raum. Erst in der fünften Nacht überwiegte das Polizeiaufgebot die Zahl der enthemmten Brandstifter. Nur durch Selbstverteidigung konnten sich die Vietnames:innen retten. Was hat der Pogrom von Rostock-Lichtenhagen mit unserer Gegenwart zu tun? Woran wird, bei allem Gedenken seit 30 Jahren, zu selten erinnert? --- Bascha Mika, die ehemalige Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau und zuvor der TAZ, hat im August 1992 ausführlich aus Rostock-Lichtenhagen berichtet. https://taz.de/Die-taz-1992-ueber-Lichtenhagen/!5085785/ --- Vanessa Vu, Redakteurin im Ressort X von "Zeit Online" und Co-Moderatorin im Podcast "Rice and Shine", hat für die aktuelle Ausgabe ihres Podcasts mit vielen Opfern und Zeitzeugen der Pogrome von Rostock-Lichtenhagen gesprochen. https://www.zeit.de/gesellschaft/2022-08/rostock-lichtenhagen-1992-pogrom-rechtsextremismus-rassismus-rice-and-shine-podcast --- Weitere Zitate in dieser Folge: Walter Kempowski: "Ganz offensichtlich waren die Menschen nicht ganz bei Sinnen", TAZ, 28.8.1992/ Steffen Mau: Lütten Klein. Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft. Suhrkamp 2019/ Heiner Müller: Die Küste der Barbaren. (FR 29.9.1992), in: Werke Bd. 8, Suhrkamp 2005 --- Alle Infos zu dieser und allen weiteren Folgen unter www.rbbkultur.de/derzweitegedanke. Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@rbbkultur.de
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Besucher befestigen auf der documenta fifteen vor dem Museum Fridericianum ein Plakat mit der Aufschrift "My Art My Choice"; © dpa/Swen Pförtner
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Documenta 15: Das Ende der Kunst, wie wir sie kannten?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Bazon Brock und Heinz Bude --- "Wir müssen den Streit führen." Bazon Brock --- Die Kunst ist tot. Es lebe die Kunst! Bazon Brock, „Künstler ohne Werk“ und emeritierter Professor für Ästhetik, und der Soziologe Heinz Bude, Gründungsdirektor des Documenta Instituts, debattieren über Kunst und die Welt am Beispiel der umstrittenen Documenta Fifteen. Wo bleibt der Individualismus, wenn die Kunst Kollektiven überlassen wird? Wie sollten wir mit dem globalen Antisemitismus umgehen? Holt die Kunst bloß nach, was in Wissenschaft und Gesellschaft längst Alltag ist? Wird alles totalitär? Brock redet sich in Rage; Bude kontert kühl; die Moderation scheitert, vielleicht produktiv. „Kulturalismus verhindert jede Art von Vernunft“, sagt Brock. Doch wie vernünftig ist diese Art der Polemik? Mit der hitzigsten Folge von „Der zweite Gedanke“ verabschiedet sich die Redaktion in die Sommerpause. --- Mehr Infos unter www.rbbkultur.de/derzweitegedanke --- Schreiben Sie uns Ihre Kommentare über die Webseite oder direkt an derzweitegedanke@rbbkultur.de
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Eine ukrainische Flagge weht auf einem Friedhof in der Ukraine © picture alliance/ AP/ Kunihiko Miura
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Russlands Ukraine-Krieg: Kein Frieden, nirgends?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Jörg Baberowski und Jurko Prochasko --- "Mein Optimismus ist bestenfalls ein apokalyptischer." Jurko Prochasko --- Russlands Krieg gegen die Ukraine dauert schon über vier Monate an, ein Ende ist nicht abzusehen. Russlands Blitzkrieg-Strategie hat sich in einen zähen Zermürbungskrieg im Donbass verwandelt. Die NATO, die EU und auch Deutschland unterstützten die Ukraine immer mehr: die Ukraine ist Kandidat für einen EU-Beitritt geworden; Deutschland liefert nun auch einige schwere Waffen an die Ukraine; die schnelle Eingreiftruppe der NATO wird deutlich verstärkt und soll vor allem im Osten der Allianz eingesetzt werden; Finnland und Schweden werden wahrscheinlich NATO-Mitglieder. Haben Friedensverhandlungen schon verloren? Wird es Frieden nur geben, „wenn die Menschen lernen, zu vergessen, wenn sie aufhören, sich gegenseitig ihre Helden und nationalen Mythen vorzuhalten“ (Jörg Baberowski)? Können die Ukrainerinnen und Ukrainer je vergessen, was ihnen gerade angetan wird? Der Germanist und Psychoanalytiker Jurko Prochasko und der Osteuropa-Historiker Jörg Baberowski denken gemeinsam nach. -- Mehr Infos zu den Gästen unter www.rbbkultur.de/derzweitegedanke --- Schreiben Sie uns Ihre Gedanken auf der Webseite ins Kommentarfeld oder direkt an derzweitegedanke@rbbkultur.de
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Berlin: Polizisten laufen durch eine Berliner Strasse © picture alliance/ Andreas Gora/ Pressefoto Gora
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Unsere Polizei - ein guter Freund und Helfer?

Die Debatte mit Carla Spangenberg, Benjamin Derin und Oliver von Dobrowolski -- Von der einfachen Verkehrskontrolle über den Schutz von Demonstrationen bis hin zur Terrorabwehr und Bekämpfung von Drogenkriminalität: Der Tätigkeitsbereich der Polizei erstreckt sich über große Teile des Alltags. Neuerdings werden auch aus dem Polizeidienst heraus dringende Fragen gestellt: Welche Aufgaben hat die Polizei und erfüllt sie diese? Was ist der Unterschied zwischen legitimer und illegitimer Polizeigewalt? Sollte die Polizei zu ihrer Kernaufgabe - der Sicherheit - zurückkehren und andere Bereiche sozialen Institutionen und Gesundheitseinrichtungen überlassen? Wer kontrolliert die Polizei und wie kann sie Vertrauen zurückgewinnen als „Freund und Helfer“ für alle? -- Benjamin Derin, geboren 1988 in Baden-Württemberg, ist Rechtsanwalt in Berlin und insbesondere in den Bereichen Strafverteidigung und Verfassungsrecht tätig. Gemeinsam mit Tobias Singelnstein hat er das Buch „Die Polizei. Helfer, Gegner, Staatsgewalt“ (Ullstein, 2022) veröffentlicht. Darin werden die Funktionen der Polizei, ihre Probleme und Perspektiven behandelt. Das Buch setzt sich unter anderem mit Formen legitimer und illegitimer Polizeigewalt auseinander. Es erläutert die Konzepte „defund“ und „abolish the police“ und stellt die Frage, wie Polizei und Sicherheit in Zukunft aussehen sollen. -- Oliver von Dobrowolski, geboren 1976 in Berlin, ist seit über 20 Jahren „Polizist aus Leidenschaft“ in Berlin und hat lange Zeit an sogenannten „kriminalitätsbelasteten Orten“ gearbeitet. In seinem Buch „Ich kämpfe für eine bessere Polizei“ (S.Fischer, 2022) berichtet er von seinem Arbeitsalltag, äußert dabei teils harsche Kritik an den Strukturen und Praktiken der Polizei und macht Vorschläge für Veränderungen, damit die Polizei wieder das Vertrauen aller Bevölkerungsschichten gewinnt. Von Dobrowolski ist Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen und war viele Jahre Bundesvorsitzender der Berufsvereinigung PolizeiGrün. Im April 2021 gründete er die Initiative „Better Police“. -- Schreiben Sie uns Ihre Anregungen und Kritik an derzweitegedanke@rbbkultur.de
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Ukraine-Demo in Berlin – eine Frau hält ein Scholz kritisches Schild hoch © picture alliance/ ZUMA Press Wire/ Dominic Gwinn
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Die Ukraine kämpft für Europa - Deutschland schaut zu?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Kateryna Mishchenko und Erich Vad --- "Warum denken Sie nicht, dass Russland als nächstes Deutschland angreift?" Kateryna Mishchenko --- Militärisch sei Russlands Krieg gegen die Ukraine nicht zu stoppen, sagt der Brigadegeneral a.D. und ehemalige Militärberater im Bundeskanzleramt Erich Vad. Wer einer Atommacht wie Russland hart militärisch entgegentritt, löse den dritten Weltkrieg aus. Die ukrainische Verlegerin Kateryna Mishchenko entgegnet: Ukrainische Leben seien offenbar weniger wert als die Leben von Bürgern in der EU oder in der Nato. Doch wenn Putins Gewalt jetzt nicht schnell militärisch aufgehalten wird, führe genau das zu einer Verlängerung und Ausweitung des Kriegs in globalem Ausmaß. --- Mehr Infos unter: www.rbbkultur.de/derzweitegedanke --- Schreiben Sie uns Ihre Gedanken auch gern an: derzweitegedanke@rbbkultur.de

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Tanya Nedashkivs'ka trauert um ihren Mann an der Stelle, an der er begraben wurde. © picture alliance/dpa/AP/ Rodrigo Abd
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Das Leiden anderer betrachten

Die Debatte mit Natascha Freundel, Mischa Gabowitsch und Inga Pylypchuk Wiederholung vom 7.4.2022 --- "Wie lebt man nach dem, was man da gesehen hat?" - Inga Pylypchuk --- Krieg bedeutet brutale Gewalt, Tod, Entmenschlichung. Das bezeugen die Kriegsbilder, die uns derzeit aus der Ukraine heimsuchen. Charkiw, Mariupol, Bucha – entsetzliche Fotos und Videos von dort landen auf unseren Bildschirmen. Was bedeutet es, das Leiden anderer zu betrachten? Darüber hat die Autorin und Regisseurin Susan Sontag vor zwanzig Jahren geschrieben: „Solche Bilder können nicht mehr sein als eine Aufforderung zur Aufmerksamkeit, zum Nachdenken, zum Lernen.“ Und: zum Handeln. „Es ist die Passivität, die abstumpft.“ Ein Austausch über die Wirkung der Kriegsbilder, über Mitgefühl und aktives Reagieren in der Zivilgesellschaft. --- Inga Pylypchuk, geboren 1986 in Kyjiw, ist Journalistin und Dokumentarfilmerin in Berlin. Sie hat Germanistik und Moderne Griechische Philologie in Kyjiw studiert. 2011 absolvierte sie einen Masterstudiengang in Vergleichender Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin und 2013 ein Volontariat an der Axel Springer Akademie für Journalismus. Seit 2020 studiert sie an der Berliner Filmschule „filmArche“ und arbeitet als Kommunikationsmanagerin der Kyjiwer Gespräche, einer unabhängigen Plattform für den deutsch-ukrainischen Dialog. --- Mischa Gabowitsch, geboren 1977 in Moskau, ist Zeithistoriker und Soziologe. Er studierte in Oxford und Paris und promovierte an der Pariser Ecole des hautes études en sciences sociales (Hochschule für Sozialwissenschaften, EHESS) über den russischen Nationalismus. Gabowitsch hat an der Princeton University unterrichtet und ist seit 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Einstein Forum in Potsdam. Er ist Autor von „Putin kaputt!? Russlands neue Protestkultur“ (Suhrkamp 2013) und „Protest in Putin’s Russia“ (Polity Press 2016) --- Mehr Infos unter www.rbbkultur.de/derzweitegedanke
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Wladimir Putin während der Militärparade zum "Tag des Sieges" © dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP/ Mikhail Metzel
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Putins "Faschismus" - Nutzen und Nachteil eines historischen Begriffs

Die Debatte mit Natascha Freundel, Katja Makhotina und Grzegorz Rossoliński-Liebe --- "In Russland gibt es keine faschistische Kultur" Katja Makhotina --- "Russland hat sich unter Putin zu einem klassischen faschistischen Staat entwickelt", schreibt der russische Ökonom Wladislaw Inosemzew. „Putinismus ist kein purer Autoritarismus, er ist purer Faschismus“, erklärt der US-amerikanische Russland-Historiker Michael Khodarkovsky. „Ein Faschist, der jemand anderen als Faschisten bezeichnet, ist umso mehr ein Faschist“, so der US-amerikanische Osteuropa-Forscher Timothy Snyder. Spätestens seit Russlands Totalangriff auf die Ukraine steht ein Begriff zur Debatte, der für das 20. Jahrhundert reserviert schien. Hilft der Faschismus-Begriff, Putins Politik zu analysieren oder verstellt er den Blick? Was heißt „Nie wieder Faschismus“ heute, gerade in Deutschland? Hält die Geschichte des Faschismus Lehren für die Gegenwart parat, für ein Ende des russischen Kriegs gegen die Ukraine? --- Dr. Katja Makhotina, geboren 1982 in Sankt Petersburg, ist Osteuropahistorikerin und vertritt derzeit die Professur für Osteuropäische Geschichte an der Universität Bonn. Kürzlich ist von ihr und Franziska Davies erschienen: „Offene Wunden Osteuropas. Reisen zu den Erinnerungsorten des Zweiten Weltkriegs“ (wbg Theiss) --- Dr. Grzegorz Rossoliński-Liebe, geboren 1979 in Zabrze (Polen), ist Alfred Landecker Lecturer an der Freien Universität Berlin. 2014 erschien von ihm die erste wissenschaftliche Biographie des ukrainischen Politikers Stepan Bandera: „The Life and Afterlife of a Ukrainian Nationalist: Fascism, Genocide, and Cult“ (Ibidem-Verlag/Columbia University Press). 2021 ist das Buch in Kiew auf Ukrainisch und Russisch erschienen. --- Schreiben Sie uns Ihre Kommentare unter www.rbbkultur.de/derzweitegedanke oder per Mail an derzweitegedanke@rbbkultur.de

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Mobiles Arbeiten in einem Coworking Space (Café) in Berlin © picture alliance/Robert Schlesinger
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Zurück ins Büro? - Schöne mobile Arbeitswelt

Die Debatte mit Carla Spangenberg, Stefan Camenzind und Teresa Hertwig -- „Mein Chef will, dass wir jetzt wieder alle ins Büro kommen.“ – Seitdem die Home-Office Pflicht entfallen ist, hört man diesen Satz immer häufiger. Doch Studien zeigen, dass viele Menschen die gewonnene Flexibilität durch mobiles Arbeiten nicht aufgeben möchten. Komplett auf das Büro verzichten, möchten aber auch die wenigsten. Wie also müssen das Büro und die Arbeit der Zukunft aussehen? Müssen Büros neue Spielräume für kreatives Denken und Teamwork werden? Braucht hybrides Arbeiten klare Regeln, damit Führungskultur und Zusammenarbeit gelingen? -- Stefan Camenzind ist Architekt in Zürich. Dort hat sein Büro Evolution Design die Niederlassung des Tech-Konzerns Google entworfen, die 2008 eröffnet wurde – inklusive Rutschbahn, Iglu-Büros, Seilbahngondeln und Feuerwehrstangen. Er steht für mitarbeiter- und bedürfnisorientiertes Planen und sagt, das wichtigste Objekt im Büro sei die Selbstbestimmung. -- Teresa Hertwig ist Coach und Trainerin für hybrides und mobiles Arbeiten. Mit ihrer Beratungsagentur GetRemote unterstützt sie Unternehmen dabei, eine nachhaltige hybride Arbeitskultur zu etablieren. In ihrem jüngst erschienen Buch „Produktivität braucht kein Büro“ (Gabal Verlag) beschreibt sie, wie Unternehmen sich mit hybridem Arbeiten zukunftssicher aufstellen können. Dabei brauche es neben Vertrauen auch klare Regeln. -- Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Kritik per Mail an derzweitegedanke@rbbkultur.de
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Schülerin Lúcia Conzane hört mit einem Pinard-Rohr die Herztöne eines Ungeborenen ab © dpa/Franziska Gabbert
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Wie bekommen wir unsere Kinder? - Hebammen am Limit

Die Debatte mit Natascha Freundel, Maren Eißmann und Kirsten Kappert-Gonther --- "Es ist grausam, triagieren zu müssen." Maren Eißmann --- Jeder Mensch wird geboren, jede Gebärende sollte dabei so gut wie möglich begleitet werden. Geburtshilfe ist ein uraltes Handwerk. Das Hebammenwesen soll in die UNESCO Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen werden. Doch die Praxis der Geburtshilfe sieht in einigen deutschen Kliniken dramatisch aus. Oft müssen Hebammen im Kreißsaal drei Gebärende gleichzeitig betreuen. Zu häufig werden aus Geburten Operationen. Hebamme ist ein Traumberuf, der im deutschen Gesundheitswesen krank machen kann, so dass auch hier – wie überall in der Pflege - eklatanter Personalmangel herrscht. Die Berliner Hebamme Maren Eißmann hat sich mit einem Hilferuf an uns gewandt. Die Grünen-Politikerin Kirsten Kappert-Gonther, derzeit amtierende Vorsitzende im Gesundheitsausschuss des Bundestags, erklärt: eine Kulturwandel ist notwendig und möglich. --- Mehr Infos zu den Gästen unter www.rbbkultur.de/derzweitegedanke --- Wir freuen uns über Ihre Kritik und Anregungen: derzweitegedanke@rbbkultur.de
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Anna Netrebko tritt bei einem Konzert zu ihrem 50. Geburtstag im Staatlichen Kremlpalast auf © picture alliance/dpa/epa Tass/Vladimir Gerdo
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Kultur gegen Krieg - mit Boykott?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Kateryna Mishchenko und Sergej Newski --- Wiederholung vom 17.3.2022 --- "Wir brauchen eine Revision der deutschen Kulturpolitik." Kateryna Mishchenko --- Russland führt Krieg gegen die Ukraine, die Welt sortiert sich neu, auch in Kultur und Wissenschaft. Langjährige Beziehungen zu Russland in Kunst und Forschung werden abgeschnitten oder "auf Eis gelegt". In Russland stand die Kooperation unabhängiger Vereine oder Medien mit westlichen Organisationen schon vor dem Krieg auf dem Index. Die Ukraine reagiert auf den Krieg mit einem Boykott russischer Bücher und Haftstrafen für die Zusammenarbeit mit russischen Institutionen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz arbeiten momentan nicht mehr mit russischen Universitäten und Museen zusammen. Konzerthäuser trennen sich von russischsprachigen Musiker:innen, und treffen manchmal auch diejenigen, die sich entschieden gegen den Krieg aussprechen. Wo und wie finden Kultur und Forschung gegen Putin zusammen? Die ukrainische Verlegerin und Essayistin Kateryna Mishchenko sagt, die Boykotte seien auch Aufforderungen, zu einem "Reality Check" bisheriger Beziehungen zu Russland. Der aus Moskau stammende Komponist Sergej Newski meint, alle russischen Intellektuellen seien gegen den Krieg. Es brauche neue Räume in Europa für geflohene Kulturschaffende und Putin-Gegner aus der Ukraine, Belarus und Russland. --- Mehr Infos zu den Gästen unter: www.rbbkultur.de/derzweitegedanke --- Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@rbbkultur.de
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Ostermarsch 2021 "Abrüsten statt Aufrüste" © dpa/Bernd Thissen
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Die Debatte mit Carla Spangenberg, Liana Fix und Tilman Brück - Hat der Pazifismus ausgedient?

"Pazifismus darf kein Unterwerfungspazifismus werden." – Liana Fix, Körber Stiftung

"Wir kommen nicht mit sauberen Händen aus dieser Sache." – Mit dieser Feststellung erteilte Robert Habeck kurz nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine dem radikalen Pazifismus eine Absage: Eine gewaltfreie Lösung ist ausgeschlossen, wer zuschaut, macht sich schuldig. Hat der Pazifismus also ausgedient? Und was will der Pazifismus genau? Womöglich lässt sich durch einen Ziel-Pazifismus Gewalt sogar legitimeren, wenn sie dazu dient, Frieden zu stiften. Vielleicht kann das Ideal eines "ewigen Friedens" nach Kant auch dafür sorgen, eine Spirale der Gewalt zu verhindern. Was kommt nach dem Krieg, wie erreichen wir Frieden und mit welchen Mitteln wollen wir ihn nachhaltig sichern?

"Auch mit unterlassener Hilfeleistung kann man sich schuldig machen. Das heißt, Pazifismus darf nicht auf die Kosten des Opfers gehen. Pazifismus soll sich natürlich auch gegen den Täter richten, aber er darf nicht zu einem Unterwerfungs-Pazifismus werden." Liana Fix, Körber Stiftung

"Pazifismus ist die Kunst, Frieden zu schaffen. Weder erfordert er per se den kompletten Verzicht auf Gewalt, noch bietet die Wissenschaft eindeutige Empfehlungen, wie Frieden geschaffen werden kann. Und für mich ist Pazifismus das Ziel, Regeln zu schaffen, die wirken, die effektiv sind, aber die auch sanktioniert werden können." Tilman Brück, International Security and Development Center

Wir freuen uns über Ihre Anregungen, Gedanken und Kritik per Mail an derzweitegedanke@rbbkultur.de

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Frau läuft auf dem Kurfürstendamm an schlafendem Obdachlosen vorbei © picture alliance/AP/Michael Sohn
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Was heißt hier wohnfähig? – Wege aus der Obdachlosigkeit

Die Debatte mit Carla Spangenberg, André Hoek und Katja Kipping -- „Ich habe mich in den U-Bahnhof gesetzt, mit einem Becher vor den Füßen – und da wurde ich plötzlich unsichtbar.“ – André Hoek, ehemaliger Obdachloser. -- Unsichtbar und immer da: Obdachlose gehören zum Berliner Stadtbild, erleben in ihrem Alltag immer wieder gesellschaftliche Ausgrenzung. Berlin hat sich ein großes Ziel gesteckt: Bis 2030 soll Obdachlosigkeit in Berlin beendet sein. Das Prinzip „Housing First“ soll als Möglichkeit dienen, die Menschen von der Straße zu holen: Sie bekommen zunächst eine Wohnung, egal ob sie drogen- oder alkoholabhängig sind, um von dort aus mit Unterstützung zurück ins Leben zu finden. Mit dem ehemaligen Obdachlosen André Hoek und Berlins Sozialsenatorin Katja Kipping gehen wir den Fragen nach: Wie empfinden Obdachlose die gesellschaftliche Ausgrenzung? Wie funktioniert „Housing First“ und ist es realistisch, dass in Berlin bis 2030 niemand mehr auf der Straße lebt? -- André Hoek, geborener Berliner, war in den Jahren 2016/2017 obdachlos in Berlin. Vor seiner Obdachlosigkeit hatte er ein erfolgreiches und finanziell abgesichertes Leben als Webdesigner. Trennung, Krankheit und Depressionen führten ihn auf die Straße. In seinem Podcast „Unter freiem Himmel“ berichtet er vom Alltag auf der Straße, den Problemen in Notunterkünften und auch wie er es geschafft hat, von der Straße wegzukommen. Dafür wurde er 2021 mit dem Deutschen Podcast Preis ausgezeichnet in der Kategorie „Best Independent Podcast“. -- Katja Kipping (Die Linke), geboren 1978 in Dresden, ist seit 2021 die Berliner Sozialsenatorin. Von ihrer Vorgängerin Elke Breitenbach übernimmt sie das Vorhaben, Obdachlosigkeit in Berlin bis 2030 zu beenden. Vor ihrer Zeit in der Berliner Landespolitik war sie 16 Jahre lang Mitglied der Linksfraktion im Bundestag und deren sozialpolitische Sprecherin. Von 2012 bis 2021 war sie Parteivorsitzende der Partei Die Linke. -- Ihre Anregungen und Kritik gerne an derzweitegedanke@rbbkultur.de
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Tanya Nedashkivs'ka trauert um ihren Mann an der Stelle, an der er begraben wurde. © picture alliance/dpa/AP/ Rodrigo Abd
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Das Leiden anderer betrachten

Die Debatte mit Natascha Freundel, Mischa Gabowitsch und Inga Pylypchuk --- "Wie lebt man nach dem, was man da gesehen hat?" - Inga Pylypchuk --- Krieg bedeutet brutale Gewalt, Tod, Entmenschlichung. Das bezeugen die Kriegsbilder, die uns derzeit aus der Ukraine heimsuchen. Charkiw, Mariupol, Bucha – entsetzliche Fotos und Videos von dort landen auf unseren Bildschirmen. Was bedeutet es, das Leiden anderer zu betrachten? Darüber hat die Autorin und Regisseurin Susan Sontag vor zwanzig Jahren geschrieben: „Solche Bilder können nicht mehr sein als eine Aufforderung zur Aufmerksamkeit, zum Nachdenken, zum Lernen.“ Und: zum Handeln. „Es ist die Passivität, die abstumpft.“ Ein Austausch über die Wirkung der Kriegsbilder, über Mitgefühl und aktives Reagieren in der Zivilgesellschaft. --- Inga Pylypchuk, geboren 1986 in Kyjiw, ist Journalistin und Dokumentarfilmerin in Berlin. Sie hat Germanistik und Moderne Griechische Philologie in Kyjiw studiert. 2011 absolvierte sie einen Masterstudiengang in Vergleichender Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin und 2013 ein Volontariat an der Axel Springer Akademie für Journalismus. Seit 2020 studiert sie an der Berliner Filmschule „filmArche“ und arbeitet als Kommunikationsmanagerin der Kyjiwer Gespräche, einer unabhängigen Plattform für den deutsch-ukrainischen Dialog. --- Mischa Gabowitsch, geboren 1977 in Moskau, ist Zeithistoriker und Soziologe. Er studierte in Oxford und Paris und promovierte an der Pariser Ecole des hautes études en sciences sociales (Hochschule für Sozialwissenschaften, EHESS) über den russischen Nationalismus. Gabowitsch hat an der Princeton University unterrichtet und ist seit 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Einstein Forum in Potsdam. Er ist Autor von „Putin kaputt!? Russlands neue Protestkultur“ (Suhrkamp 2013) und „Protest in Putin’s Russia“ (Polity Press 2016) --- Mehr Infos unter www.rbbkultur.de/derzweitegedanke
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Ukrainischer Soldat am Strand von Odessa mit Katze © picture alliance / ZUMA Press/ Ukrainian Military Defense
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Männlichkeit in der Krise - Männer im Krieg

Die Debatte mit Carla Spangenberg, Tobias Haberl und Malcolm Ohanwe -- "Wer hat denn die Männer gekränkt? Das waren doch meist andere Männer und nicht die 'anstrengenden' Feministinnen." - Malcolm Ohanwe -- Traditionell geprägte Männer fühlen sich gekränkt und missverstanden, sind orientierungslos in einer sich wandelnden, zunehmend gleichberechtigten Welt – so eine These in Tobias Haberls Buch "Der gekränkte Mann". Vielleicht aber schadet die sogenannte "toxische Männlichkeit" dem Mann sogar mehr als seinem Umfeld. Oder gibt es gute Gründe, an vermeintlich männlichen Eigenschaften festzuhalten? Womöglich verwirft Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine das Bild des gefühlvollen, verletzlichen, selbstkritischen Mannes, das auf dem Vormarsch war. Weckt die Zeitenwende dieses Kriegs wieder Werte, die als überholt galten, wie Wehrhaftigkeit, Stärke oder Heldentum? -- Anregungen und Kritik gerne an derzweitegedanke@rbbkultur.de
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Carnegie Hall box office: Gergiev dirigiert nicht die Wiener Philharmoniker © picture alliance / NDZ/STAR MAX/IPx
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Kultur gegen Krieg - mit Boykott?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Kateryna Mishchenko und Sergej Newski --- "Wir brauchen eine Revision der deutschen Kulturpolitik." Kateryna Mishchenko --- Russland führt Krieg gegen die Ukraine, die Welt sortiert sich neu, auch in Kultur und Wissenschaft. Langjährige Beziehungen zu Russland in Kunst und Forschung werden abgeschnitten oder "auf Eis gelegt". In Russland stand die Kooperation unabhängiger Vereine oder Medien mit westlichen Organisationen schon vor dem Krieg auf dem Index. Die Ukraine reagiert auf den Krieg mit einem Boykott russischer Bücher und Haftstrafen für die Zusammenarbeit mit russischen Institutionen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz arbeiten momentan nicht mehr mit russischen Universitäten und Museen zusammen. Konzerthäuser trennen sich von russischsprachigen Musiker:innen, und treffen manchmal auch diejenigen, die sich entschieden gegen den Krieg aussprechen. Wo und wie finden Kultur und Forschung gegen Putin zusammen? Die ukrainische Verlegerin und Essayistin Kateryna Mishchenko sagt, die Boykotte seien auch Aufforderungen, zu einem "Reality Check" bisheriger Beziehungen zu Russland. Der aus Moskau stammende Komponist Sergej Newski meint, alle russischen Intellektuellen seien gegen den Krieg. Es brauche neue Räume in Europa für geflohene Kulturschaffende und Putin-Gegner aus der Ukraine, Belarus und Russland. --- Mehr Infos zu den Gästen unter: www.rbbkultur.de/derzweitegedanke --- Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@rbbkultur.de
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Stand with Ukraine - Stop Putin now – steht uf einem Banner bei eine Protest in Krakow gegen die russische Invasion in die Ukraine © imago images/Filip Radwanski
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#StopPutinNOW - Aber wie?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Sabine Fischer und Jens Siegert --- "Ohne innere Veränderung in Russland geht es nicht." Jens Siegert --- Für Kriege gibt es selten gute Gründe. Russlands Krieg gegen die Ukraine ist durch nichts zu rechtfertigen. Die Hintergründe bleiben unklar, die Folgen sind unübersehbar: unschuldige Menschen, auch Kinder, werden vertrieben, verletzt, ermordet. Ukrainische Städte werden beschossen, auch Wohnhäuser, Krankenhäuser, Kindergärten. Westliche Sanktionen isolieren Russland zunehmend, vor allem wirtschaftlich. Die Menschen in der Ukraine und in Russland sind zu Geiseln dieses Kriegs geworden. Internationale Proteste auf den Straßen und im Netz fordern: #StandWithUkraine, #StopRussia, #StopPutinNOW. - But how? Aber wie? Ein Gedankenaustausch mit den Politikwissenschaftlern Sabine Fischer (SWP) und Jens Siegert (Moskau) über Möglichkeiten und Grenzen militärischer Strategien, auch von westlicher Seite, über zivilen Ungehorsam und Widerstand in Russland und über den Vorschlag einer ukrainischen Exilregierung in Berlin. --- Sabine Fischer: "Für uns im sogenannten Westen hängt jetzt so unglaublich viel davon ab, wie lange die Ukraine, die Regierung, die Streitkräfte, die Gesellschaft, diesen Kampf durchhält. Wie weit Russland in der Lage sein wird, seine Ziele umzusetzen, die sich eben nicht nur auf die Ukraine richten, sondern letztendlich auf die europäische Sicherheitsordnung, auf die Weltordnung. Wir sind von dem Durchhaltevermögen der Ukraine abhängig, das mit Blut bezahlt wird, das kann man gar nicht genug betonen. Gleichzeitig kann sich die Nato nicht auf diese Flugverbotszone einlassen. Denn das bedeutet einfach einen direkten Kriegseintritt der Nato." --- Jens Siegert: "Putin ist derjenige, der letztendlich bestimmt: geht dieser Krieg weiter oder geht er nicht weiter? Das ist auch das Dilemma der Sanktionen. Die Sanktionen machen eigentlich nur Sinn, wenn sie auf Putin Druck ausüben, dass er sagt: dieser Krieg ist mir zu teuer geworden, zu teuer in in vielerlei Hinsicht. Ich meine damit nicht nur Geld, sondern auch tote Soldaten, die öffentliche Meinung. Das war auch schon 2014 so, das war schon im Donbass so, bei den damaligen Sanktionen. Letztendlich hat der Schlüssel, das zu beenden, immer bei Putin gelegen." --- Mehr Infos unter rbbkultur.de/derzweitegedanke --- Schreiben Sie uns Ihre Gedanken zur Debatte gern direkt an derzweitegedanke@rbbkultur.de

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Podcast | Der zweite Gedanke © rbbKultur
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Utopie in Farbe - Brücken zwischen Schwarz, Weiß etc.

Die Debatte mit Natascha Freundel, Sarah Fartuun Heinze und Mahret Ifeoma Kupka

Die Bildende Künstlerin Sarah Fartuun Heinze und die Kuratorin Mahret Ifeoma Kupka haben keine Lust mehr, über Rassismus oder das N-Wort zu reden. Viel wichtiger ist ihnen, über eine Zukunft nachzudenken, "in der alle gleichberechtigt und gleichwertig miteinander verschieden sind", wie Mahret Kupka sagt. Ein Trialog zwischen Berlin, Cottbus und Frankfurt/Main über Utopien der Vielfalt und darüber, ob wir dafür eine neue Sprache brauchen.

Mahret Ifeoma Kupka: "Was bedeutet das: eine rassismusfreie, besser noch diskriminierungsfreie Gesellschaft?"

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Igor Levit und Robert Habeck © Anke Schüttler
Anke Schüttler

Machtkultur. Von hier an anders?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Robert Habeck und Igor Levit Der Grünen-Politiker und der politische Pianist: zwei "Seelenverwandte", sagt Robert Habeck. Doch wie ein neues Miteinander in Zeiten zunehmender Polarisierung gestaltet werden kann, beantworten sie unterschiedlich. Robert Habeck beschreibt eine Machtkultur, zu der die "Anerkennung Andersdenkender" gehört. Igor Levit ist die Rede von einer neuen, linksliberalen, weltoffenen Mitte suspekt. Sie übersieht, meint er, wie rassistisch die real existierende Mitte sei.

Robert Habeck: "In den Möglichkeiten, die ich habe, will ich dafür sorgen, dass mit Lebensfreude Wandel geschieht. Obama hat immer gesagt: 'Yes we can'. Ich würde sagen, das Motto ist: 'We can, if we want'."

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Der Wert der Pflege - reichen Reformen?

In der Krankenhauspflege herrscht Ausnahmezustand - nicht erst seit Corona. Personalmangel und Unterbezahlung resultieren aus falscher Profitorientierung an den Krankenhäusern, meint der Soziologe Stefan Sell. Die Krankenpflegerin Gabi Heise fordert ein Umdenken der Pflegerinnen und Pfleger: nur gemeinsam kann etwas geändert werden. Unglaublich, dass Pflegekräfte in diesem reichen Land um mehr Lohn und Anerkennung kämpfen müssen.

Die Debatte mit Natascha Freundel, Gabriele Heise und Stefan Sell

Stefan Sell: "Wir haben es in der Krankenhauspflege mit einer grandiosen Unterausstattung zu tun. Die kann man nur historisch verstehen: Anfang der 2000er Jahre wurde die Art und Weise, wie die Krankenhäuser in Deutschland finanziert werden, auf hoch effiziente Wirtschaftlichkeit umgestellt. Man hat Fallpauschalen eingeführt, und dieses System hat dann in den ersten zehn, fünfzehn Jahren dazu geführt, dass vor allem bei den Pflegekräften massiv gespart wurde. Jetzt stehen wir vor dem Scherbenhaufen."

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"Wir sind das Volk!" - Wer ist "das Volk"?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Herfried Münkler und Roman Widder "Volk", "Bevölkerung" oder besser: "Bürgerinnen und Bürger"? Die Protestparole "Wir sind das Volk" fordert zur Begriffsklärung heraus. Der Germanist Roman Widder hat die Diskursgeschichte des "Pöbels" erforscht und plädiert für eine radikale Veränderung der repräsentativen Demokratie: Losen statt Wählen. Der Politologe Herfried Münkler glaubt nicht an die Vernunft des Volks ohne Erziehung zu politischer Urteilskraft.

Herfried Münkler: "Wie schaffen wir es, die Bevölkerung in die Lage zu versetzen, Volk sein zu können, also im bürgerschaftlichen Sinne Verantwortung zu übernehmen?"

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Endlich Impfung? - Der Wissenschaft vertrauen

Etwa jede:r Zweite ist bereit, sich gegen das Corona-Virus impfen zu lassen. Das ist zu wenig, um die Pandemie zu überwinden. Dabei sind Zweifel über die neue Impfung gegen das neue Virus verständlich, sagen Natalie Grams und Martin Terhardt. Terhardt, Kinderarzt und Stiko-Mitglied, findet aufklärende Gespräche wichtiger denn je. Impfgegner verbreiten ihre Ansichten schneller, als die Wissenschaft es könnte, glaubt Homöopathie-Kritikerin Grams. Wie kann Vertrauen geschaffen werden, das nicht blind ist?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Natalie Grams und Martin Terhardt

Natalie Grams: "Die Argumente für das Impfen sind so gut, dass man niemanden dazu verpflichten muss, vernünftig zu sein."

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Mädchen mit Maske guckt aus dem Fenster © imago images / Cavan Images
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Einsamkeit - eine Aufgabe der Politik?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Susanne Bücker und Wilhelm Schmid

Eine Pandemie geht um in Deutschland. Manche warnen vor einer "Einsamkeitspandemie" als Folge der Corona-Pandemie. Obwohl sich die Ausbreitung von Einsamkeit (noch) nicht belegen lässt. Doch ist Einsamkeit per se negativ? Der Berliner Philosoph Wilhelm Schmid sagt, die produktive Seite der Einsamkeit dürfe nicht vergessen werden. Er wünscht sich sogar ein Ministerium für und nicht gegen Einsamkeit. Susanne Bücker, Psychologin an der Ruhr-Universität Bochum, erforscht die verschiedenen Gesichter der Einsamkeit. Besonders Jugendliche leiden unter sozialer Isolation, die oft mit Armut zusammenhängt. Eine Aufgabe der Politik? Wichtig sind Bewegung, Berührung und Beziehung. Aufgaben für alle.

Susanne Bücker: "Die allermeisten vergessen, dass Beziehungen und auch Berührungen hochrelevant sind, das wird einem ja auch nirgendwo so richtig explizit vermittelt."

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1 zu 1 Konzert an der Bwerlinewr East Side Gallery © 1:1 Concerts Berlin/Astis Krause
1:1 Concerts Berlin/Astis Krause

Kultur im Lockdown 2020 - Kreativ überleben?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Franziska Ritter und Christoph Backes

Wird der Lockdown zum Knockdown für die Kreativbranche? Neue Formate für ein neues Publikum müssen jetzt entwickelt und alte Strukturen reformiert werden, meinen Franziska Ritter und Christoph Backes. Ritter hat die 1:1Concerts als individuelle Musikerlebnisse auf Augenhöhe entwickelt. Die Aufmerksamkeit für die Kultur war vielleicht nie so groß wie heute, meint Backes vom Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes. Die staatliche Hand, aber auch jede:r Einzelne kann die Kultur- und Kreativwirtschaft fördern.

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Kulturkampf im Klassenzimmer? - Islam im Schulalltag

Die Debatte mit Natascha Freundel, Astrid-Sabine Busse und Tobias Nolte

Die Enthauptung eines Lehrers in Frankreich, eine Schweigeminute in Berlin, Widerstand und Drohungen von Schülern: "Wer den Propheten beleidigt, der darf getötet werden." Astrid-Sabine Busse und Tobias Nolte arbeiten täglich mit Kindern aus muslimischen Familien. Busse, Schulleiterin der Grundschule in der Köllnischen Heide, erlebt erstarkenden politischen Islam und betont zugleich, dass solche Drohungen von Schülern Einzelfälle seien.

Nolte, Lehrer an der Neuköllner Rütli-Schule, möchte die Kinder und Jugendlichen aus schwierigen sozialen Verhältnissen zunächst verstehen. Er warnt vor Stigmatisierungen dieser Kinder, die oft Ausgrenzung und Ungleichheit erfahren. Tobias Nolte: "Wichtig ist, Kinder und Jugendliche nicht an den Pranger zu stellen."

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Belarus – Die Revolution der Anderen?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Felix Ackermann und Olga Shparaga

Kulturwandel in der „letzten Diktatur Europas“: Wohl noch nie wurde ein demokratischer Aufbruch so stark von Frauen organisiert; noch nie hat ein neues politisches Denken der horizontalen Vernetzung ein ganzes Land verändert. Eine der Vordenkerinnen ist die Philosophin Olga Shparaga, die heute im Exil in Vilnius lebt. Der Historiker Felix Ackermann, derzeit am Deutschen Historischen Institut in Warschau, fordert mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung für die belarussische Revolution. Sie könnte für Machtstrukturen weltweit gefährlich werden.

Olga Shparaga: "Ich wünsche mir, dass wir neue Möglichkeiten, Kanäle, Vernetzungen finden, um gegen Lukaschenko und den Autoritarismus zu kämpfen."

Olga Shparaga: "Die Revolution hat ein weibliches Gesicht. Der Fall Belarus", Suhrkamp, Gepl. Erscheinen: 19.04.2021

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Klimaaktivistin Luisa Neubauer und der Philosoph Wolfram Eilenberger; © Jens Passoth
Jens Passoth

Visionen - eine Gefahr für die Freiheit?

Die Debatte mit Luisa Neubauer und Wolfram Eilenberger, moderiert von Svenja Flaßpöhler und Natascha Freundel. Eine Koproduktion mit dem PhilosophieMagazin.

Sind die Visionen der Klimabewegung eine Gefahr für die individuelle Freiheit? Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer und der Philosoph Wolfram Eilenberger diskutieren über fundamentale Veränderungen im Namen der Wissenschaft, über Ähnlichkeiten zwischen der Klimakrise und der Corona-Pandemie, über die Gefahren von Ökodiktatur oder auch Ökoterrorismus und darüber, wie sich die Ziele von Fridays-for-Future demokratisch umsetzen lassen.

Luisa Neubauer: "Die große Bedrohung für die Freiheit geht bei der Klimakrise ganz klar vom Nichthandeln aus."

Luisa Neubauer (mit Alexander Repenning): "Vom Ende der Klimakrise", Tropen 2019
Wolfram Eilenberger: "Feuer der Freiheit“, Klett-Cotta 2020

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