Podcast | Der zweite Gedanke © rbbKultur

Debatte mit Natascha Freundel & Gästen - Der Zweite Gedanke

Hier wird nicht nur debattiert, hier wird auch zusammen nachgedacht. Über alles, was unser Miteinander betrifft. Bildung, Digitalisierung, Demokratie, Einsamkeit, Freiheit, Klima, Kultur, Städtebau, Visionen - die Themen liegen in der Luft, nicht erst, aber besonders deutlich seit der Corona-Pandemie. Jede Folge widmet sich einer Frage unserer Zeit. rbbKultur-Redakteurin Natascha Freundel spricht jeweils mit zwei Gästen, die wissen, wovon sie reden. Philosophisch, aber nie abgehoben. Persönlich, aber nicht privat. Kritisch und konstruktiv. Hier soll es nicht knallen, sondern knistern. Immer auf der Suche nach dem zweiten, neuen Gedanken.

Migranten stehen zwischen Zelten im Lager in der Sicherheitszone © Ulf Mauder/dpa
Ulf Mauder/dpa

Die Grenzen der Globalisierung

Die Debatte mit Natascha Freundel und Steffen Mau Vor über 30 Jahren wurde der Fall der Mauer bejubelt. Ein neues Zeitalter brach an – das Zeitalter der Grenzenlosigkeit, glaubten viele. Inzwischen wissen wir: Grenzen, Mauern, Zäune spielen weltweit eine entscheidende politische Rolle. Wer sie easy jettend überwindet, hat den richtigen Pass, genügend Geld, das kommunikative Know How. Außen vor bleiben jene Migranten, die vor Krieg, Armut, Gewalt fliehen. Um Einwanderung einzuschränken, nimmt die EU massive Menschenrechtsverletzungen nicht nur an den eigenen Außengrenzen in Kauf. Grenzregime sind „Sortiermaschinen der globalisierten Welt“, schreibt der Soziologe Steffen Mau in seinem neuen Buch. Ein Gespräch über den Nutzen und Nachteil der Grenzen des 21. Jahrhunderts. Die italienische Philosophin Donatella Di Cesare („Philosophie der Migration“), die gern mit Steffen Mau debattiert hätte, musste kurzfristig aus Krankheitsgründen absagen. Steffen Mau, geboren 1968 in Rostock, ist Professor für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und Mitglied im Sachverständigenrat für Migration. Sein jüngstes Buch heißt „Sortiermaschinen. Die Neuerfindung der Grenze im 21. Jahrhundert“ ( C. H. Beck/Edition Mercator 2021, 192 S., 14,95 Euro) Steffen Mau: "Wir tun wir alles, um unsere Verpflichtung zum internationalen Flüchtlingsrecht nicht einlösen zu müssen." Wir freuen uns über Ihre Gedanken, Anregungen und Kritik an derzweitegedanke@rbbkultur.de

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Das Cafe und der Recordstore "Gordon" mit israelischer Küche © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB
Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB

Jüdisches Leben heute - nie normal?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Adriana Altaras und Leon Kahane "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" - unter diesem Motto steht das bundesweite deutsch-jüdische Festjahr 2021. Die Vielfalt jüdischen Lebens soll sichtbarer und der Blick in die Zukunft geweitet werden. Doch wie offen ist Deutschland heute für jüdisches Leben? In einer Zeit, in der Corona-Leugner sich wahlweise mit Juden in der Schoah vergleichen oder sich von einer jüdischen Weltverschwörung bedroht sehen. Und in der sich einige der größten Kulturinstitutionen hierzulande in der Initiative "GG 5.3 Weltoffenheit" zusammengetan haben, um die Meinungsfreiheit zu verteidigen - besonders für israelkritische Meinungen. Die Theaterregisseurin und Autorin Adriana Altaras und der bildende Künstler Leon Kahane diskutieren über das schräge Motto des Festjahrs, über die Netflix-Serien "Unorthodox" und „Shtisel“, über Joseph Beuys, über Antisemitismus und Weltoffenheit. Adriana Altaras: „Es gibt keine Normalität nach dem Holocaust.“ (Wiederholung vom 25.3.2021)

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"Philosophie Live!" @ Philosophie Magazin
Philosophie Magazin

Was darf ich hoffen? Koproduktion mit dem Philosophie Magazin

Die Debatte mit Wolfram Eilenberger und Mithu Sanyal, moderiert von Dominik Erhard "Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch?" – die wichtigsten Fragen in Immanuel Kants Philosophie der Aufklärung, aktuell wie eh und je. Vielleicht ist die Hoffnung gerade besonders gefragt: Was darf ich hoffen in Pandemie und Klimakrise? Wie hängen Hoffen und Handeln zusammen? Darüber debattiert Dominik Erhard, Redakteur des Philosophie Magazins, mit der Schriftstellerin Mithu Sanyal und dem Philosophen Wolfram Eilenberger. Zum zehnjährigen Jubiläum des Philosophie Magazins in Deutschland übernimmt "Der Zweite Gedanke" dieses Gespräch aus dem Berliner Ensemble vom 14. November 2021. Mithu Sanyal: "Uns fehlt das utopische Denken. Menschen sind eigentlich gute Menschen. Wir haben ja immer das Gefühl, wir müssen Menschen davon abhalten, Böses zu tun: sich die Masken vom Gesicht zu reißen, sich gegenseitig anzuspucken. Mit mehr Regeln. Als müssten wir Menschen davon abhalten, sich gegenseitig auf der Straße zu ermorden. Ich glaube, Menschen sind überhaupt nicht heiß darauf, sich gegenseitig die ganze Zeit zu ermorden." Wolfram Eilenberger: "Die '5 vor 12'-Adressierung ist in jeder Hinsicht unproduktiv. Ich zitiere da immer gerne die Bibel: Der Teufel hat wenig Zeit. Damit ist auch gemeint, dass Zeitenge in politischen Zusammenhängen eine Wurzel des Übels ist. Wenn Gesellschaften sich unter diesen Druck stellen - sei es ein messianischer Druck oder ein apokalyptischer Druck - dann passieren meistens sehr schlimme Dinge. Dann geht auch die Vernunft verloren."
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Kuh vor Berlin © Carsten Kampf
Carsten Kampf

Stadt oder Land - Wo leben wir nachhaltig?

Die Debatte mit Carla Spangenberg, Ernst Paul Dörfler und Gernot Wagner Wo ist nachhaltiges Leben möglich: in der Stadt oder auf dem Land? Was lange als Lifestyle-Entscheidung galt, ist nun eine Frage der Rettung von Natur und Überleben auf der Erde. Der Ökochemiker Ernst Paul Dörfler plädiert für einen Rückzug aufs Land. Klimaökonom Gernot Wagner hält dagegen: Nur ein effizientes urbanes Leben kann die Erde retten. In einem aber sind sich beide einig: Der absolute Klimakiller ist der Speckgürtel. Ernst Paul Dörfler: "Die Stadt ist der Öko-Parasit: Die wichtigsten Dinge für unser Leben – Luft, Wasser Nahrung – kommen aus den ländlichen Räumen. Die ländlichen Räume sind der Versorger und die Stadt ist der Verbraucher." Schreiben Sie uns gerne Ihre Gedanken, Kritik, Anregungen an derzweitegedanke@rbbkultur.de
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Garnisonkirche Potsdam © imago/ Eberhard Thonfeld
imago/ Eberhard Thonfeld

Garnisonkirche Potsdam - Lernort der Geschichte?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Paul Nolte und Philipp Oswalt Die gute alte Zeit erstrahlt in neuem Glanz: gerade im Osten Deutschlands wurden und werden Schlösser und Kirchen rekonstruiert - so auch die Garnisonkirche Potsdam. Die steht jedoch nicht für die gute alte Zeit, sondern ist eine "Ikone des Nationalprotestantismus, auch eine Ikone des Tags von Potsdam", sagt der Architekturhistoriker Philipp Oswalt. Am 'Tag von Potsdam' am 31. März 1933 reichten sich hier Adolf Hitler und Reichspräsident Hindenburg die Hand. Die Garnisonkirche Potsdam, so der Historiker Paul Nolte, steht für ein "widerborstiges, manchmal auch historisch schreckliches Preußen". Der Wiederaufbau sei eine Chance, die ambivalente Geschichte Preußens zu vermitteln. Zur Vergangenheit der preußisch-militärischen Kirche gehört aber auch ihre Sprengung 1968 und das Rechenzentrum, das 1971 als Gegenmodell errichtet wurde und heute ein Kreativzentrum ist. Muss die DDR-Moderne weichen, um der Erinnerung an Preußen Platz zu machen? Paul Nolte, Professor für Neuere und Zeigeschichte an der FU Berlin, ist seit 2018 Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Stiftung Garnisonkirche. Philipp Oswalt, Professor für Architekturtheorie in Kassel, hat 2020 den "Kritischen Lernort Garnisonkirche" mit initiiert und weist auch in dieser Debatte auf die rechtsradikalen Ursprünge der Rekonstruktionspläne hin, die von der Stiftung Garnisonkirche dementiert werden. Mehr Infos unter: www.rbbkultur.de/derzweitegedanke Wir freuen uns über Ihre Gedanken: derzweitegedanke@rbb-kultur.de
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Junge Frau mit Schutzmaske hinter Eisblumen © picture alliance/ SvenSimon/ Frank Hoermann
picture alliance/ SvenSimon/ Frank Hoermann

Zu sensibel? Über moderne Empfindlichkeit

Die Debatte mit Natascha Freundel, Svenja Flaßpöhler und Eva von Redecker „Erleben wir menschheitsgeschichtlich gerade den Beginn einer Phase, in der das sensible Selbst droht, sich früher oder später nur noch um die eigene Achse zu drehen?", fragt die Philosophin Svenja Flaßpöhler in ihrem aktuellen Buch: "Sensibel. Über moderne Empfindlichkeit und die Grenzen des Zumutbaren" (Klett-Cotta). Sie plädiert für ein dialektisches Zusammendenken von individueller Verletzlichkeit und Widerstandskraft, denn "für wirkliche Transformationen braucht man wirklich Mut". Wie groß die globalen Herausforderungen sind, betont die Philosophin Eva von Redecker. Im Klimawandel ginge es vor allem um "die Organisation in Kollektiven, die bestehende Herrschaftsverhältnisse umarbeiten können". Eine Debatte über Sensibilität versus Resilienz, über den Streitfall Jasmina Kuhnke auf der Frankfurter Buchmesse, über Empathie und Autonomie.

Mehr Infos und Kommentarfeld unter www.rbbkultur.de/derzweitegedanke Wir freuen uns über Ihre Gedanken, direkt an derzweitegedanke@rbbkultur.de

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Alle Menschen sind gleich aber manche sind reicher © Kira Hofmann/dpa
Kira Hofmann/dpa

Arbeit fürs Leben

Die Debatte mit Natascha Freundel, Julia Friedrichs und Rainer Hank Wiederholung vom 22.4.2021 Wird die Kluft zwischen Arm und Reich immer tiefer, wie es oft heißt? Die Reporterin Julia Friedrichs hat die Protagonisten ihres Buchs "Working Class" ein Jahr lang begleitet, bis in die Corona-Krise hinein. Sie erzählt von Menschen mit ganz unterschiedlichen Bildungs- und Lebenswegen, die hart arbeiten und doch kaum über die Runden kommen. Die untere Mittelschicht, so Friedrichs, könne kein Vermögen aufbauen. Doch "der Wunsch, dass Menschen aus ihrer Anstrengung heraus etwas erreichen, ist universell." Der Wirtschaftsjournalist Rainer Hank dagegen sagt: "Deutschland ist ein relativ egalitäres Land." Es gehe uns im Moment so gut wie noch nie, wenn man die Corona-Pandemie einmal ausklammere. Er meint, dass die Loyalität zur eigenen Familie oder zur eigenen Herkunft Klassenunterschiede begründet. Mehr Infos und Kommentarfeld unter www.rbbkultur.de/derzweitegedanke
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Ein Häftling der Justizvollzugsanstalt (JVA) Wriezen (Brandenburg) steht an seinem vergitterten Fenster © Patrick Pleul/dpa
Patrick Pleul/dpa

Wie(so) wollen wir strafen? - Strafvollzug in Deutschland

Die Debatte mit Carla Spangenberg, Thomas Galli und Bijan Moini Wieso sperren wir hunderte Straftäter gemeinsam hinter geschlossene Mauern? Um sie zu bessern? Um die restliche Bevölkerung zu schützen? Oder suchen wir Vergeltung? Wir urteilen im Namen des Volkes, doch die Bevölkerung hat kaum Einblick in die Gefängnisse, in denen Strafe vollzogen wird. Wagen wir den Blick hinter die Mauern mit dem ehemaligen Gefängnisdirektor Thomas Galli und dem Autoren und Juristen Bijan Moini. Und wagen wir den Blick nach vorne: Wie wollen wir in Zukunft strafen?

Der ehemalige JVA-Leiter Thomas Galli meint: Gefängnisse gehören abgeschafft! Thomas Galli: "Resozialisierung ist das Gegenteil von dem, was wir oft erreichen, indem wir Menschen zur Strafe in geschlossene Anstalten einsperren."

Bijan Moini: "Unser gutes Recht – Was hinter den Gesetzen steckt" (Hoffmann und Campe, 2021) || Thomas Galli: "Weggesperrt – Warum Gefängnisse niemandem nützen" (Edition Körber, 2020) || Ihre Gedanken, Kritik, Anregungen gerne direkt an: derzweitegedanke@rbbkultur.de

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Wissenschaftlerin an der Technischen Universität Chemnitz © Jürgen Lösel/dpa
Jürgen Lösel/dpa

Prekariat und Protest. #IchbinHanna

Die Debatte mit Natascha Freundel, Peter-André Alt und Kristin Eichhorn 90.000 Tweets seit Juni 2021 - und täglich kommen mehr dazu. Die Twitter-Kampagne "IchbinHanna" hat einen wunden Nerv des Hochschulsystems getroffen: Nicht erst, aber besonders seit dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz von 2007 hangeln sich Akademiker:innen von Kurzzeitvertrag zu Kurzzeitvertrag, um dann oft - rund 6 Jahre nach der Promotion - vor dem akademischen Aus zu stehen. Dr. Kristin Eichhorn, derzeit Vertretungsprofessorin für Neuere deutsche Literatur an der Uni Stuttgart und Mit-Initiatorin des Protests, und Prof. Peter-André Alt, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, debattieren über Kettenzeitverträge, die Freiheit der Forschung, die ideale Universität, das neue Berliner Wissenschaftsgesetz und konkrete Lösungen für mehr Diversität und Karrierechancen im deutschen Hochschulsystem. Kristin Eichhorn: "Die Frage ist da nicht: Was müsste ich, was will ich erforschen? Sondern: Was ist gerade im Trend? Wo gibt es Gutachter, die das unterstützen? Wenn wir solche strategischen Denkweisen haben, dann ist auch die Freiheit von Forschung gefährdet, weil man nicht mehr im Sinne der Gesellschaft, der Allgemeinheit, der Wahrheitssuche unterwegs ist, sondern die eigene Karriere befördert oder zumindest versucht, irgendwie im System zu bleiben und nicht rausgekegelt zu werden." Kritik, Anregungen, Gedanken gern an derzweitegedanke@rbbkultur.de
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Nora Bossong (© Thomas Ernst) und Armin Nassehi (© Hans-Günther Kaufmann)
Thomas Ernst | Hans-Günther Kaufmann

Demokratiecheck 5/5: Überfordert? Wir haben gewählt

Die Debatte mit Natascha Freundel, Nora Bossong und Armin Nassehi

"Der Begriff 'Krise' ist selbst in der Krise", meint der Soziologe Armin Nassehi, der jüngst eine "Theorie der überforderten Gesellschaft" vorgelegt hat, die optimistisch verstanden werden kann und soll. Die Schriftstellerin Nora Bossong betrachtet die neuen Machtkonstellationen nach der Bundestagswahl sogar "einigermaßen euphorisch". Sind doch die Parteien gezwungen, ganz neue Koalitionen zu schmieden und die großen Herausforderungen - die so genannten "Krisen" - wirklich anzupacken. Nur so kann der viel beschworene Aufbruch gelingen. Ein Gedankenaustausch über Ampel und Jamaika, einen verjüngten Bundestag, Twitter-Erregungen und die Kreativität der Verschiedenen.

Nora Bossong: "Auch morgen. Politische Texte", edition suhrkamp 2021

Armin Nassehi: "Unbehagen. Theorie einer überforderten Gesellschaft", C.H. Beck 2021. Ihre Gedanke, Kritik, Anregungen gern direkt an: derzweitegedanke@rbbkultur.de

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Nils Heisterhagen, Robin Alexander und Natascha Freundel © Thomas Ernst
Thomas Ernst

Demokratiecheck 4/5: Das Versprechen der Parteien

Die Debatte mit Natascha Freundel, Robin Alexander und Nils Heisterhagen

"Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen". Der viel zitierte Satz von Helmut Schmidt ist so witzig wie toxisch. Was machen Politiker, wenn sie keine Visionen haben? Hat Angela Merkel in 16 Jahren Kanzlerinnenschaft Pragmatismus zur politischen Norm gemacht? Welche großen Erzählungen vertreten die etablierten, demokratischen Parteien? Ist die SPD noch die Partei der Arbeiter:innen und wofür steht das C in CDU? Nils Heisterhagen, Publizist, Politologe und SPD-Mitglied, lobt die FDP. Robin Alexander, Bestseller-Autor und Vize-Chefredakteur Politik bei der Welt, lobt die SPD und erklärt, die CDU sei in Sachen Klimapolitik "intellektuell blank". Neue Visionen braucht das Land, auch nach der Wahl.

Robin Alexander: "Wir haben zu viele Dystopien und zu wenig Utopien." Robin Alexander: "Machtverfall. Merkels Ende und das Drama der deutschen Politik: Ein Report", Siedler 2021

Nils Heisterhagen: "Verantwortung - Für einen neuen politischen Gemeinsinn in Zeiten des Wandels", Dietz 2020

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Jan Schneider, Carla Spangenberg und Olga Grjasnowa © Thomas Ernst
Thomas Ernst

Demokratiecheck 3/5: Einwanderungsland Deutschland

Die Debatte mit Carla Spangenberg, Olga Grjasnowa und Jan Schneider "Deutschland ist ein Einwanderungsland" – dieser Satz findet sich in einigen Wahlprogrammen und auch Angela Merkel geht er leicht über die Lippen. Doch was bedeutet dieser Satz? Haben Menschen mit Einwanderungsgeschichte in der Politik eine Lobby? Wie bewerten wir Mehrsprachigkeit? Was heißt eigentlich "2015 darf sich nicht wiederholen"? Und was ist mit dem Begriff "Migrationshintergrund" – gehört er abgeschafft oder brauchen wir ihn, um Lebensrealitäten zu beschreiben? Die Schriftstellerin Olga Grjasnowa und der Migrationsforscher Jan Schneider von Sachverständigenrat für Integration und Migration mit Moderatorin Carla Spangenberg im Gedankenaustausch. Olga Grjasnowa: "Einwanderungsland klingt besser, als es in der Realität tatsächlich sich abspielt. Trifft wahrscheinlich auf sehr viele Länder dieser Welt zu. Natürlich auch auf Deutschland." Kritik, Anregungen, Gedanken direkt an: derzweitegedanke@rbbkultur.de
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Cerstin Gammelin und Valerie Schönian © Thomas Ernst
Thomas Ernst

Demokratiecheck 2/5: Entscheidung im Osten?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Cerstin Gammelin und Valerie Schönian 31 Jahre nach der Wiedervereinigung sind nur 1,7 Prozent aller Spitzenpositionen bundesweit mit Ostdeutschen besetzt. „Wir entscheiden nicht, wer Kanzler wird. Aber ob er Kanzler wird“, sagt Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Rainer Haseloff. Cerstin Gammelin, Vize-Leiterin der Parlamentsredaktion der SZ, und Valerie Schönian von der Leipziger Redaktion der Zeit erzählen von ihrem Ostbewusstsein, von struktueller Ungleichheit und östlicher Emanzipation. Cerstin Gammelin: "Wer der Sieger ist, kann auch das Narrativ bestimmen.Wenn der Ostdeutsche sagt: 'Hört mal, es gibt hier strukturelle Benachteiligung, da muss man mal drüber reden', ist er der Jammerossi." 2'14 Ostfrau ## 3'10 Merkel ## 3'30 Deutsche Einheit ## 3'49 NSU ## 4'30 Kapitalismus ## 4'52 Ostbewusstsein ## 8'30 Verständniskompetenz ## 10'08 Sieger-Narrativ ## 10'43 Die ausm Osten ## 13'25 Merkel und die Ostdeutschen ## 18'30 Größter Wirtschaftseinbruch nach dem 2. WK? ## 21'00 Ostdiskurs ## 21'38 Westen veröstlicht? ## 24'20 Jammern? ## 26'00 80 Prozent keine AfD-Wähler ## 26'50 Wir wollen die D-Mark ## 28'50 Demokratie lernen ## 31'20 Reflexion im Osten ## 32'44 Corona ## 33'30 Verlierer-Image ## 34'20 Sprachlosigkeit ## 35'48 Emanzipation ## 37'15 Repräsentanz ## 39'15 Wahlkampfthema Osten? ## 40'48 Olaf Scholz und Takraf ## 43'00 AfD ## Zukunftszentrum für europäische Transformation und Deutsche Einheit ## 44'48 Der zweite Gedanke Valerie Schönian: "Ostbewusstsein", Piper 2020. Cerstin Gammelin: "Die Unterschätzten", Econ 2021. https://www.otto-brenner-stiftung.de/wissenschaftsportal/informationsseiten-zu-studien/30-jahre-mediale-spaltung/ Kritik, Anregungen, Gedanken direkt an: derzweitegedanke@rbbkultur.de
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Anna Peters, Natascha Freundel und Ria Schröder © Thomas Ernst
Thomas Ernst

Demokratiecheck 1/5: Jung, weiblich, politisch!

Die Debatte mit Natascha Freundel, Anna Peters und Ria Schröder Sie wollen mitreden, mitgestalten, politische Macht und Verantwortung übernehmen - und erleben immer wieder Hass und Hetze, weil sie jung und weiblich sind. Anna Peters, Bundessprecherin der Grünen Jugend, und Ria Schröder, Bundestagskandidatin der Hamburger FDP, sprechen über Frauenfeindlichkeit, über die Quote, über das Baerbock-Bashing und neue Allianzen unter Politikerinnen.

Anna Peters: "Natürlich ist da erstmal eine Grundsolidarität, die man teilt, weil man genau weiß, durch was man selber durchgegangen ist."

2'00 Merkel ## 2'23 Quotenfrau ## 2'43 Generationengerechtigkeit ## 3'10 Fridays for Future ## 3'40 Gendern 10'27 Selbstwirksamkeit bei den JuLis ## 12'50 Unabhängigkeit der Grünen Jugend ## 14'30 Unpolitische Jugend? ## 18'30 Themen der Jugend ## 21'10 Druck durch Klimabewegung ## 23'14 Haben es junge Frauen schwerer in der Politik? ## 25'30 Solidarität ## 26'18 Neuer Politikstil ## 28'35 Contra Quote ## 31'22 Pro Quote ## 33'33 Frauenfeindlichkeit heute ## 36'40 Christian Lindner ## 39'20 Annalena Baerbock ## 44'00 Olaf Scholz ## 47'00 Nachwuchsförderung ## 49'23 Freiheit und Solidarität ## 51'52 Der zweite Gedanke

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Wahrheit - 4. Brandenburgische Gespräche

Die Debatte mit Natascha Freundel, Marcel Beyer und Marina Münkler Koproduktion von rbbKultur und Staatstheater Cottbus.

Im Video: www.rbbkultur.de/derzweitegedanke

"Wahrheit" - ein Kampfbegriff im 21. Jahrhundert. Hat es mit Donald Rumsfelds Rede von den "unknown unknowns" begonnen? Mit "fake news", über die der ehemalige US-Präsident so gern spricht? Die Literaturwissenschaftlerin Marina Münkler sagt, dass so genannte "Wahrheiten" heute oft moralisch aufgeladen sind, nicht selten als Heilsversprechen für ein gelungenes Leben - und wenn es nur darum geht, vegan zu leben. Der Schriftsteller Marcel Beyer versucht, sich fremdzuschreiben: das Ich im Text als ein Gegenüber auftreten zu lassen. Die Vielstimmigkeit der Literatur und natürlich der Humor sind gute Medizin gegen Wahrheitsfanatismus.

Marina Münkler: "Wenn man sich über die Fakten nicht mehr verständigen kann, dann tauscht man den Meinungsbegriff durch den Wahrheitsbegriff aus und macht ihn zum Kampfbegriff. Die Verwendung des Wahrheitsbegriffs neigt dazu, ihn zu einem Kampfbegriff zu machen. Wir haben gerade so eine Situation, in der wir das verstärkt beobachten können."

Marcel Beyer: "Nirgendwo gibt es so viel unauflösbare Widersprüche wie in vermeintlich klaren Verschwörungsnarrativen. Humor würde die völlig zum Zersplittern bringen, und damit würde dann auch gleich ein ganzes Weltbild in sich zusammenbrechen."

Kommentare, Themenvorschläge bitte an derzweitegedanke@rbbkultur.de

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Liebe heute

Die Debatte mit Natascha Freundel, Şeyda Kurt und Ulrich Peltzer

Liebe war schon immer ein aufgeladener Begriff. Aufgeladen mit sexistischer Gewalt, Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Normierung, meint die Berliner Journalistin Şeyda Kurt in ihrem ersten Buch "Radikale Zärtlichkeit". Sie plädiert für eine Utopie der "Ethik eines neuen Miteinanders", die der Würde und Freiheit jedes Menschen dient. Vergesst die Liebe, lebt Gerechtigkeit auch im Intimen, sagt sie. Wie war das mit der ersten, großen Liebe? – fragt der Schriftsteller Ulrich Peltzer in seinem Roman "Das bist du". Blitzlichtartige Erinnerungsbilder zeigen ein Westberliner Studentenleben um 1980, als der Erzähler die Frau seines Lebens fand und verlor. Die Liebe des Lebens – ein Fall für den Sondermüll der Geschichte? Ein Streitgespräch über Liebe, Gewalt und Zärtlichkeit gestern und heute.

Şeyda Kurt: Radikale Zärtlichkeit. Warum Liebe politisch ist. Harper Collins 2021, 256 S., 18 Euro

Ulrich Peltzer: Das bist du. Roman. S. Fischer 2021, 288 S., 22 Euro

Schreiben Sie Ihre Kommentare, Kritik oder Ideen zu "Der Zweite Gedanke" bitte direkt an Natascha Freundel unter derzweitegedanke@rbbkultur.de oder unter www.rbbkultur.de/derzweitegedanke

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Wroclaw – Hausfassade mit der deutschen Aufschrift Lebensmittelladen © Kamil Majchrzak
Kamil Majchrzak

Wir Flüchtlinge? - Flucht, Vertreibung, Versöhnung

Die Debatte mit Natascha Freundel, Gundula Bavendamm und Kamil Majchrzak

Das Dokumentationszentrum "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" wurde nach über 20 Jahren heftiger Diskussionen eröffnet. Die zentrale Dauerausstellung stellt die Zwangsmigration von 12 bis 14 Millionen Deutschen aus Ost- und Südosteuropa in den Kontext des Zweiten Weltkriegs und in den Kontext weltweiter Migrationserfahrungen bis heute. Eine neue, wichtige Adresse auf der Karte der Gedächtnisorte in der deutschen Hauptstadt. Doch warum findet hier keine kritische Auseinandersetzung mit dem Revisionismus des "Bundes der Vertriebenen" statt? Geht die Ausstellung zu wenig auf die Diversität der Deutschen im 20. Jahrhundert und heute ein? Und soll das Haus ein Ort für Debatten zu aktuellen Flüchtlingsfragen werden?

"Der Begriff Vertreibung scheint immer noch reserviert zu sein für eine Geschichte von Deutschen für Deutsche über Deutschland." Kamil Majchrzak

"Es ist natürlich überhaupt nicht unsere Idee, diesen Vertreibungsbegriff in irgendeiner Weise zu reservieren, sondern wir schildern ja eine Menschheitsgeschichte der Flucht und Vertreibung. Und davon ist das, was mit den Deutschen passiert und was sie vorher anrichten, ein Teil." Gundula Bavendamm

Mehr Infos und Fotos unter www.rbbkultur.de/derzweitegedanke Anregungen, Fragen, Kritik bitte an derzweitegedanke@rbbkultur.de

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Deutsches Theater Berlin © POP-EYE/Christian Behring
© POP-EYE/Christian Behring

Spiegel der Welt? - Macht im Theater

Die Debatte mit Natascha Freundel, Iris Laufenberg und Patrick Wildermann

„Es ist höchste Zeit, der Welt – gerade und erst recht in Zeiten einer Pandemie – den Spiegel vorzuhalten“, meint die künftige Intendantin des Deutschen Theaters Berlin, Iris Laufenberg, Doch wie kann das Theater der Welt den Spiegel vorhalten, wenn es mit strukturellen Fragen von Machtmissbrauch und mangelnder Teilhabe beschäftigt ist? Bühnen wie das Deutsche Theater seien "hochelitäre" Betriebe, sagt der Theaterkritiker Patrick Wildermann. Sie müssten viel mehr tun, um alle Teile der Gesellschaft anzusprechen. Daran arbeite sie schon lange, erklärt die Grazer Intendantin Laufenberg.

Ein Streitgespräch über Brüche in der Machtstruktur, die Vorfälle an der Volksbühne, am Gorki und am Schauspielhaus Düsseldorf, über Gehälter und Gagen, Schutzräume für Schutzbedürftige, Diversität und Konfliktbereitschaft.

Quellen und weiterführende Links unter www.rbbkultur.de/derzweitegedanke Kommentare und Vorschläge für Debatten bitte an derzweitegedanke@rbbkultur.de

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Jugendliche steht in ihrem Zimmer am Fenster © Paul Zinken/dpa
Paul Zinken/dpa

Generation Lost? - Jugend in der Pandemie

Die Debatte mit Natascha Freundel, Melisa Başkara, Lino Menden und Severine Thomas

Sie wurden als Party People und Super Spreader bezeichnet. Oder auch als "Generation Corona", die "voll am Arsch" sei. Melisa und Lino haben den Corona-Stillstand in unterschiedlichen Verhältnissen in Berlin erlebt. Für beide ist wichtig geworden, auf die eigene Stimme zu hören. Melisa hat gelernt, auf Freunde zu verzichten und liebt jetzt Sonnenuntergänge. Lino spricht von der "Generation Spaziergang". Wie viele junge Menschen haben sie die durch ihr Verhalten zur Eindämmung des Virus beigeitragen. Andere sehen ihr Leben "dahinschwimmen", weiß die Jugendforscherin Severine Thomas. Sie fordert, dass die Beteiligung junger Menschen an allen demokratischen Prozessen viel stärker verankert werden.

Melisa Başkara: "Ich habe gelernt, mit mir und meinem Dasein klarzukommen. In der heutigen Gesellschaft läuft man ja oft der Gesellschaft hinterher."

Lino Menden: "Ein Freund von mir hat gesagt, dass wir die Spaziergänger-Generation sein werden, da man sonst in dieser Zeit nicht viel machen konnte."

Severine Thomas: "Wir brauchen eine starke Lobby für Kinder und Jugendliche, um gesellschaftliche Verpflichtungen zur Mitbestimmung einzulösen. Jetzt sind alle Akteure stärker gefragt, auch in ihren eigenen Arbeitskontexten, vielleicht bis in den Rundfunk hinein: wo hören wir eigentlich auf das, was junge Menschen denken?"

www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/das-leben-von-jungen-menschen-in-der-corona-pandemie-1

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Wohnraum für alle © Christoph Soeder/dpa
Christoph Soeder/dpa

Wohnen für alle - Enteignen in Berlin?

Wohnen ist ein Menschenrecht - und wird in Berlin zunehmend zum Luxusproblem. Wohl nirgendwo sonst in Deutschland unterscheiden sich die Preise von Bestandsmieten und Neuvermietungen so stark wie in Berlin, sagt der Stadtsoziologe Andrej Holm. Bezahlbare Wohnungen sind rar, vor allem für Menschen mit niedrigem Einkommen. Was bewirkt eine Initiative wie "Deutsche Wohnen & Co. enteignen"? Sie zwingt die Politik, sich ihrer Verantwortung für gerechte Wohnverhältnisse zu stellen, meint Andrej Holm. Sie verdrängt notwendiges Kapital aus einer Stadt, die ohnehin am Tropf des Bundes hängt, meint dagegen Nikolaus Bernau.

Die Debatte mit Natascha Freundel, Nikolaus Bernau und Andrej Holm

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Ein Mädchen hält von dem Hanadi-Turm, der durch israelische Luftangriffe beschädigt wurde und eingestürzt ist, Luftballons in die Höhe. © Mohammed Talatene/dpa
Mohammed Talatene/dpa

Krieg oder Föderation? - Zur Zukunft in Israel und Palästina (Deutsch-Englisch)

Die Debatte mit Natascha Freundel, Omri Boehm und Michael Wolffsohn (Deutsch-englische Originalfassung, ohne Übersetzung)

Nach elf Tagen Raketenkrieg zwischen Israel und Hamas im Mai 2021 lohnt es sich, über neue Ideen des Miteinanders zwischen Juden und Arabern in Nahost nachzudenken. Der Philosoph Omri Boehm und der Historiker Michael Wolffsohn haben verschiedene Vorschläge für die Bildung einer jüdisch-arabischen Föderation. Die viel beschworene "Zweistaatenlösung" muss ad acta gelegt werden, darin sind sie sich einig. Eine Diskussion über die Ursachen der neuen Eskalation, über den Begriff "Apartheid" und über föderale Modelle für ein neues, friedliches Miteinander im Nahen Osten.

"Die Zweistaatenlösung ist keine Lösung, sondern ein Problem." Michael Wolffsohn

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Ein Mädchen hält von dem Hanadi-Turm, der durch israelische Luftangriffe beschädigt wurde und eingestürzt ist, Luftballons in die Höhe. © Mohammed Talatene/dpa
Mohammed Talatene/dpa

Krieg oder Föderation? - Zur Zukunft in Israel und Palästina

Die Debatte mit Natascha Freundel, Omri Boehm und Michael Wolffsohn (Mit deutscher Übersetzung)

Nach elf Tagen Raketenkrieg zwischen Israel und Hamas im Mai 2021 lohnt es sich, über neue Ideen des Miteinanders zwischen Juden und Arabern in Nahost nachzudenken. Der Philosoph Omri Boehm und der Historiker Michael Wolffsohn haben verschiedene Vorschläge für die Bildung einer jüdisch-arabischen Föderation vorgelegt. Die viel beschworene "Zwei-Staaten-Lösung" muss ad acta gelegt werden, darin sind sie sich einig. Eine Diskussion über die Ursachen der neuen Eskalation, über den Begriff "Apartheid" und über föderale Modelle für ein neues, friedliches Miteinander im Nahen Osten.

"Die Zweistaatenlösung ist keine Lösung, sondern ein Problem." Michael Wolffsohn

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"Purple Ride" zum internationalen Frauentag © Wolfram Steinberg/dpa
Wolfram Steinberg/dpa

Geschlecht und Revolution - Frauenbewegung heute

Die Debatte mit Natascha Freundel, Christina von Braun und Eva von Redecker

Wo steht die Frauenbewegung heute, gerade in der Corona-Pandemie? Wird der Feminismus von den Debatten um Geschlechterdiversität überholt? Ein Gespräch zwischen Generationen, über Ost- und Westerfahrungen, über Sorge-Arbeit, geschlechtergerechte Sprache und die Frage, ob der Kapitalismus abgeschafft werden muss, damit die Forderungen des Feminismus realisiert werden können.

Eva von Redecker: "Ich verdanke mein Leben dem Feminismus und den vorhergegangenen Feministinnen."

Christina von Braun: "Geschlecht. Eine persönliche und eine politische Geschichte", Propyläen Verlag

Eva von Redecker: "Revolution für das Leben. Philosophie der neuen Protestformen", S. Fischer

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Mädchen mit Maske guckt aus dem Fenster © imago images / Cavan Images
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Einsamkeit - Eine Aufgabe der Politik?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Susanne Bücker und Wilhelm Schmid

Eine Pandemie geht um in Deutschland. Nicht nur eine Virus-Epidemie, manche warnen auch vor einer "Einsamkeitspandemie". Wissenschaftlich belegen lässt sich die Ausbreitung von Einsamkeit jedoch nicht. Und ist Einsamkeit per se negativ?

Der Berliner Philosoph Wilhelm Schmid widerspricht: Die produktive Seite der Einsamkeit dürfe nicht vergessen werden. Schmid wünscht sich sogar ein Ministerium für und nicht gegen Einsamkeit, um diese Errungenschaft der Moderne zu pflegen.

Susanne Bücker, Psychologin an der Ruhr-Universität Bochum, erforscht die verschiedenen Gesichter der Einsamkeit und betont, wie wichtig es ist, über sie zu reden. Besonders Jugendliche können mit sozialer Isolation nur schwer umgehen. Armut verhindert häufig soziale Teilhabe.

Eine Aufgabe der Politik? Schmid und Bücker sind sich einig, wie wichtig Bewegung, Berührung und Beziehung sind. Aufgaben für alle. Wiederholung vom Dezember 2020.

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Museum der Moderne © Herzog & de Meuron
Herzog & de Meuron

Die Debatte mit Natascha Freundel, Nikolaus Bernau und Ascan Mergenthaler - Das Museum der Zukunft? - Kulturforum Berlin

Braucht Berlin jetzt ein neues, teures Museum für das 20. Jahrhundert? Seit Jahren wird darüber geklagt, dass große Teile der Nachkriegskunst der BRD und DDR im Besitz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) im Depot liegen. Finanziert vom Bund, unterstützt von der Bundeskulturbeauftragten Monika Grütters, von der SPK und privaten Kunstsammlern, entsteht nun am Berliner Kulturforum das Projekt "Neue Nationalgalerie – Museum des 20. Jahrhunderts" vom Architekturbüro Herzog de Meuron. Kostenkalkulation bis zur Eröffnung 2026: 450 Millionen Euro.

Der ikonische Kunsttempel von Mies van der Rohe, mit dem der Neubau einmal verbunden sein soll, wurde gerade für 140 Millionen Euro bis ins letzte Detail saniert. Sind die Kosten für den Neubau gerechtfertigt? Konkurriert oder korrespondiert die geplante "Kulturscheune" mit den weltberühmten Bauwerken am Kulturforum? Ist die Ökobilanz des neuen Hauses Mindest- oder "Gold"-Standard?

Ascan Mergenthaler, der das Projekt "Neue Nationalgalerie – Museum des 20. Jahrhunderts" für Herzog de Meuron leitet, diskutiert mit Architekturkenner Nikolaus Bernau, der zu den vehementesten Kritikern des Neubaus gehört.

Ascan Mergenthaler: "Es ist einfach ein Haus und ein Haus kann eine Scheune sein, kann aber auch ein Tempel sein. Wichtig war für uns, dass wir etwas finden, was zwischen diesen zwei wirklich unglaublich starken Gebäuden Platz hat. Die Neue Nationalgalerie ist einfach ein wunderbares Gebäude. Und so ist es auch mit der Philharmonie. Wie können wir uns dazwischen platzieren? Und da kam eben diese Idee des Hauses. Das hat Bestand, oder sie ist eine archaische Form."

Nikolaus Bernau: "Zwischen ein 'Gebirge' wie die Philharmonie und einen flachen Tempel wie die Nationalgalerie ein Satteldachbau zu stellen und zu sagen: 'das ist eine archaische Hausform', das ist Architektenrhetorik. Das ist die simpelste Antwort, die man machen kann. Wenn rundherum alles nicht zusammenpasst, dann mache ich dazwischen ein Gebäude mit Satteldach. Das ist nicht archaisch. Um es ganz grob auszudrücken: Das ist ein Affront gegenüber den angrenzenden Gebäuden."

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Alle Menschen sind gleich aber manche sind reicher © Kira Hofmann/dpa
Kira Hofmann/dpa

Arbeit fürs Leben

Die Debatte mit Natascha Freundel, Julia Friedrichs und Rainer Hank

Wird die Kluft zwischen Arm und Reich immer tiefer, wie es oft heißt? Die Reporterin Julia Friedrichs hat die Protagonisten ihres Buchs "Working Class" ein Jahr lang begleitet, bis in die Corona-Krise hinein. Sie erzählt von Menschen mit ganz unterschiedlichen Bildungs- und Lebenswegen, die hart arbeiten und doch kaum über die Runden kommen. Die untere Mittelschicht, so Friedrichs, könne kein Vermögen aufbauen. Doch "der Wunsch, dass Menschen aus ihrer Anstrengung heraus etwas erreichen, ist universell." Der Wirtschaftsjournalist Rainer Hank dagegen sagt: "Deutschland ist ein relativ egalitäres Land." Es gehe uns im Moment so gut wie noch nie, wenn man die Corona-Pandemie einmal ausklammere. Er meint, dass die Loyalität zur eigenen Familie oder zur eigenen Herkunft Klassenunterschiede begründet.

Ein Streitgespräch über Vermögensungleichheit, die Leistungsgesellschaft, Bildungschancen und Umverteilung.

Bücher:
Julia Friedrichs: "Working Class. Warum wir Arbeit brauchen, von der wir leben können" (Berlin Verlag)

Rainer Hank: "Die Loyalitätsfalle. Warum wir dem Ruf der Horde widerstehen müssen" (Penguin Verlag)

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Brandenburgische Gespräche: Gleichheit © Marlies Kross/Staatstheater Cottbus
Marlies Kross/Staatstheater Cottbus

Gleichheit - 3. Brandenburgische Gespräche

Die Debatte mit Natascha Freundel, Katja Lange-Müller und Terézia Mora

Eine Koproduktion von rbbKultur und Staatstheater Cottbus

Ist Gleichheit ein demokratisches Grundrecht oder eine totalitäre Bedrohung? Hat Literatur etwas mit Gleichheit zu tun? Und schafft eine gendergerechte Sprache mehr Gleichberechtigung? Darum ging es am 12. April 2021 bei den Brandenburgischen Gesprächen im Staatstheater Cottbus mit den Schriftstellerinnen Katja Lange-Müller und Terézia Mora. Gerechtigkeit für Individuen ist das Ideal der vielfach prämierten Autorinnen. Politisch korrekte Sprache ist in ihrer Literatur fehl am Platze.

Térezia Mora: "Es gibt ein schönes ungarisches Gedicht, im dem es heißt: bleibe immer überzählig."

Katja Lange-Müller: "Die einzige Gerechtigkeit, die in der Literatur wirklich eine Rolle spielen kann, ist die epische Gerechtigkeit."

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Klimaaktivistin Luisa Neubauer und der Philosoph Wolfram Eilenberger; © Jens Passoth
Jens Passoth

Visionen - Eine Gefahr für die Freiheit?

Die Debatte mit Luisa Neubauer und Wolfram Eilenberger, moderiert von Svenja Flaßpöhler und Natascha Freundel

Koproduktion von rbbKultur und Philosophie Magazin Nachzulesen im Philosophie Magazin 1/2021

Sind die Visionen der Klimabewegung eine Gefahr für die individuelle Freiheit? Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer und der Philosoph Wolfram Eilenberger diskutieren über fundamentale Veränderungen im Namen der Wissenschaft, über Ähnlichkeiten zwischen der Klimakrise und der Corona-Pandemie, über die Gefahren von Ökodiktatur oder gar Ökoterrorismus und darüber, wie sich die Ziele von Fridays-for-Future demokratisch umsetzen lassen.

Luisa Neubauer: "Die große Bedrohung für die Freiheit geht bei der Klimakrise ganz klar vom Nichthandeln aus."

Wiederholung vom 19.11.2020

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Das Cafe und der Recordstore "Gordon" mit israelischer Küche © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB
Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB

Wie weltoffen ist Deutschland für jüdisches Leben?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Adriana Altaras und Leon Kahane

"1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" - unter diesem Motto steht das bundesweite deutsch-jüdische Festjahr 2021. Die Vielfalt jüdischen Lebens soll sichtbarer und der Blick in die Zukunft geweitet werden. Doch wie offen ist Deutschland heute für jüdisches Leben? In einer Zeit, in der Corona-Leugner sich wahlweise mit Juden in der Schoah vergleichen oder sich von einer jüdischen Weltverschwörung bedroht sehen. Und in der einige der wichtigsten Kulturinstitutionen hierzulande die Initiative "GG 5.3 Weltoffenheit" gestartet haben, um die Meinungsfreiheit - besonders für israelkritische Meinungen - zu verteidigen.

Darüber diskutieren die Theaterregisseurin und Autorin Adriana Altaras und der Künstler Leon Kahane mit skeptischem Optimismus.

Leon Kahane: "Juden können sich eine bestimmte Form von Pessimismus nicht leisten. Zumindest keine, die in die Regression führt, sondern nur eine, die in die Aufklärung führt."

Adriana Altaras: "Antisemitismus als Chance für Weltoffenheit! Ich drehe das um und sage: Jetzt haben wir ein Gegenüber. Wir könnten jetzt mal diskutieren."

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Brandenburgische Gespräche im Staatstheater Cottbus am 15.03.2021 © rbb
rbb

Macht und Freiheit - 2. Brandenburgische Gespräche

Die Debatte mit Natascha Freundel, Jan-Werner Müller und Karl Schlögel

Eine Koproduktion von rbbKultur und Staatstheater Cottbus

Auf die Frage, was Freiheit für sie sei, sagte die Jazz-Sängerin und Bürgerrechtsaktivistin Nina Simone: "keine Angst zu haben". Der in Princeton lehrende Politikwissenschaftler Jan-Werner Müller plädiert für einen neuen Liberalismus, der dafür sorgt, dass Menschen ohne Angst und Gewalt leben können. Davon ist die Machtpolitik in Russland und Belarus weit entfernt, betont der Osteuropa-Historiker Karl Schlögel. In den USA hat der Trumpismus gezeigt, dass demokratische Strukturen geziehlt ausgehebelt werden können, meint Jan-Werner Müller. Und worauf stützen sich Macht und Freiheit in Deutschland, wenn nicht nur die Covid-Pandemie unabsehbare Veränderungen mit sich bringt? Ein Abend im Staatstheater Cottbus im Rahmen der Brandenburgischen Gespräche.

Karl Schlögel: "Wer es fertigbrächte zu beschreiben, was Macht in Russland ist, der sollte irgendwie einen ganz besonderen, tollen Großen Preis bekommen."

Jan-Werner Müller: "Das Problem fängt damit an, dass Leute, die eigentlich Konfliktpartner sein sollen, sich gegenseitig die Legitimität absprechen. Das ist die Entwicklung, die wir in den USA gesehen haben."

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#Blacklivesmatter Demonstration in Paris © pa / ZUMAPRESS / Jan Schmidt-Whitley
pa / ZUMAPRESS / Jan Schmidt-Whitley

Utopie in Farbe - Brücken zwischen Schwarz, Weiß etc.

Die Debatte mit Natascha Freundel, Sarah Fartuun Heinze und Mahret Ifeoma Kupka

Die Bildende Künstlerin Sarah Fartuun Heinze und die Kuratorin Mahret Ifeoma Kupka haben keine Lust mehr, über Rassismus oder das N-Wort zu reden. Viel wichtiger ist ihnen, über eine Zukunft nachzudenken, "in der alle gleichberechtigt und gleichwertig miteinander verschieden sind", wie Mahret Kupka sagt. Ein Trialog zwischen Berlin, Cottbus und Frankfurt/Main über Utopien der Vielfalt und darüber, ob wir dafür eine neue Sprache brauchen.

Mahret Ifeoma Kupka: "Was bedeutet das: eine rassismusfreie, besser noch diskriminierungsfreie Gesellschaft?"

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Igor Levit und Robert Habeck © Anke Schüttler
Anke Schüttler

Machtkultur. Von hier an anders?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Robert Habeck und Igor Levit Der Grünen-Politiker und der politische Pianist: zwei "Seelenverwandte", sagt Robert Habeck. Doch wie ein neues Miteinander in Zeiten zunehmender Polarisierung gestaltet werden kann, beantworten sie unterschiedlich. Robert Habeck beschreibt eine Machtkultur, zu der die "Anerkennung Andersdenkender" gehört. Igor Levit ist die Rede von einer neuen, linksliberalen, weltoffenen Mitte suspekt. Sie übersieht, meint er, wie rassistisch die real existierende Mitte sei.

Robert Habeck: "In den Möglichkeiten, die ich habe, will ich dafür sorgen, dass mit Lebensfreude Wandel geschieht. Obama hat immer gesagt: 'Yes we can'. Ich würde sagen, das Motto ist: 'We can, if we want'."

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Der Wert der Pflege © Sebastian Gollnow/dpa
Sebastian Gollnow/dpa

Der Wert der Pflege - reichen Reformen?

In der Krankenhauspflege herrscht Ausnahmezustand - nicht erst seit Corona. Personalmangel und Unterbezahlung resultieren aus falscher Profitorientierung an den Krankenhäusern, meint der Soziologe Stefan Sell. Die Krankenpflegerin Gabi Heise fordert ein Umdenken der Pflegerinnen und Pfleger: nur gemeinsam kann etwas geändert werden. Unglaublich, dass Pflegekräfte in diesem reichen Land um mehr Lohn und Anerkennung kämpfen müssen.

Die Debatte mit Natascha Freundel, Gabriele Heise und Stefan Sell

Stefan Sell: "Wir haben es in der Krankenhauspflege mit einer grandiosen Unterausstattung zu tun. Die kann man nur historisch verstehen: Anfang der 2000er Jahre wurde die Art und Weise, wie die Krankenhäuser in Deutschland finanziert werden, auf hoch effiziente Wirtschaftlichkeit umgestellt. Man hat Fallpauschalen eingeführt, und dieses System hat dann in den ersten zehn, fünfzehn Jahren dazu geführt, dass vor allem bei den Pflegekräften massiv gespart wurde. Jetzt stehen wir vor dem Scherbenhaufen."

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Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen vor dem Brandenburger Tor © Kay Nietfeld/dpa 
Kay Nietfeld/dpa

"Wir sind das Volk!" - Wer ist "das Volk"?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Herfried Münkler und Roman Widder "Volk", "Bevölkerung" oder besser: "Bürgerinnen und Bürger"? Die Protestparole "Wir sind das Volk" fordert zur Begriffsklärung heraus. Der Germanist Roman Widder hat die Diskursgeschichte des "Pöbels" erforscht und plädiert für eine radikale Veränderung der repräsentativen Demokratie: Losen statt Wählen. Der Politologe Herfried Münkler glaubt nicht an die Vernunft des Volks ohne Erziehung zu politischer Urteilskraft.

Herfried Münkler: "Wie schaffen wir es, die Bevölkerung in die Lage zu versetzen, Volk sein zu können, also im bürgerschaftlichen Sinne Verantwortung zu übernehmen?"

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Impfzentrum im Velodrom © Christophe Gateau/dpa
Christophe Gateau/dpa

Endlich Impfung? - Der Wissenschaft vertrauen

Etwa jede:r Zweite ist bereit, sich gegen das Corona-Virus impfen zu lassen. Das ist zu wenig, um die Pandemie zu überwinden. Dabei sind Zweifel über die neue Impfung gegen das neue Virus verständlich, sagen Natalie Grams und Martin Terhardt. Terhardt, Kinderarzt und Stiko-Mitglied, findet aufklärende Gespräche wichtiger denn je. Impfgegner verbreiten ihre Ansichten schneller, als die Wissenschaft es könnte, glaubt Homöopathie-Kritikerin Grams. Wie kann Vertrauen geschaffen werden, das nicht blind ist?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Natalie Grams und Martin Terhardt

Natalie Grams: "Die Argumente für das Impfen sind so gut, dass man niemanden dazu verpflichten muss, vernünftig zu sein."

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Mädchen mit Maske guckt aus dem Fenster © imago images / Cavan Images
imago images / Cavan Images

Einsamkeit - eine Aufgabe der Politik?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Susanne Bücker und Wilhelm Schmid

Eine Pandemie geht um in Deutschland. Manche warnen vor einer "Einsamkeitspandemie" als Folge der Corona-Pandemie. Obwohl sich die Ausbreitung von Einsamkeit (noch) nicht belegen lässt. Doch ist Einsamkeit per se negativ? Der Berliner Philosoph Wilhelm Schmid sagt, die produktive Seite der Einsamkeit dürfe nicht vergessen werden. Er wünscht sich sogar ein Ministerium für und nicht gegen Einsamkeit. Susanne Bücker, Psychologin an der Ruhr-Universität Bochum, erforscht die verschiedenen Gesichter der Einsamkeit. Besonders Jugendliche leiden unter sozialer Isolation, die oft mit Armut zusammenhängt. Eine Aufgabe der Politik? Wichtig sind Bewegung, Berührung und Beziehung. Aufgaben für alle.

Susanne Bücker: "Die allermeisten vergessen, dass Beziehungen und auch Berührungen hochrelevant sind, das wird einem ja auch nirgendwo so richtig explizit vermittelt."

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1 zu 1 Konzert an der Bwerlinewr East Side Gallery © 1:1 Concerts Berlin/Astis Krause
1:1 Concerts Berlin/Astis Krause

Kultur im Lockdown 2020 - Kreativ überleben?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Franziska Ritter und Christoph Backes

Wird der Lockdown zum Knockdown für die Kreativbranche? Neue Formate für ein neues Publikum müssen jetzt entwickelt und alte Strukturen reformiert werden, meinen Franziska Ritter und Christoph Backes. Ritter hat die 1:1Concerts als individuelle Musikerlebnisse auf Augenhöhe entwickelt. Die Aufmerksamkeit für die Kultur war vielleicht nie so groß wie heute, meint Backes vom Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes. Die staatliche Hand, aber auch jede:r Einzelne kann die Kultur- und Kreativwirtschaft fördern.

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Podcast | Der zweite Gedanke © rbbKultur

Kulturkampf im Klassenzimmer? - Islam im Schulalltag

Die Debatte mit Natascha Freundel, Astrid-Sabine Busse und Tobias Nolte

Die Enthauptung eines Lehrers in Frankreich, eine Schweigeminute in Berlin, Widerstand und Drohungen von Schülern: "Wer den Propheten beleidigt, der darf getötet werden." Astrid-Sabine Busse und Tobias Nolte arbeiten täglich mit Kindern aus muslimischen Familien. Busse, Schulleiterin der Grundschule in der Köllnischen Heide, erlebt erstarkenden politischen Islam und betont zugleich, dass solche Drohungen von Schülern Einzelfälle seien.

Nolte, Lehrer an der Neuköllner Rütli-Schule, möchte die Kinder und Jugendlichen aus schwierigen sozialen Verhältnissen zunächst verstehen. Er warnt vor Stigmatisierungen dieser Kinder, die oft Ausgrenzung und Ungleichheit erfahren. Tobias Nolte: "Wichtig ist, Kinder und Jugendliche nicht an den Pranger zu stellen."

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Podcast | Der zweite Gedanke © rbbKultur

Belarus – Die Revolution der Anderen?

Die Debatte mit Natascha Freundel, Felix Ackermann und Olga Shparaga

Kulturwandel in der „letzten Diktatur Europas“: Wohl noch nie wurde ein demokratischer Aufbruch so stark von Frauen organisiert; noch nie hat ein neues politisches Denken der horizontalen Vernetzung ein ganzes Land verändert. Eine der Vordenkerinnen ist die Philosophin Olga Shparaga, die heute im Exil in Vilnius lebt. Der Historiker Felix Ackermann, derzeit am Deutschen Historischen Institut in Warschau, fordert mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung für die belarussische Revolution. Sie könnte für Machtstrukturen weltweit gefährlich werden.

Olga Shparaga: "Ich wünsche mir, dass wir neue Möglichkeiten, Kanäle, Vernetzungen finden, um gegen Lukaschenko und den Autoritarismus zu kämpfen."

Olga Shparaga: "Die Revolution hat ein weibliches Gesicht. Der Fall Belarus", Suhrkamp, Gepl. Erscheinen: 19.04.2021

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Klimaaktivistin Luisa Neubauer und der Philosoph Wolfram Eilenberger; © Jens Passoth
Jens Passoth

Visionen - eine Gefahr für die Freiheit?

Die Debatte mit Luisa Neubauer und Wolfram Eilenberger, moderiert von Svenja Flaßpöhler und Natascha Freundel. Eine Koproduktion mit dem PhilosophieMagazin.

Sind die Visionen der Klimabewegung eine Gefahr für die individuelle Freiheit? Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer und der Philosoph Wolfram Eilenberger diskutieren über fundamentale Veränderungen im Namen der Wissenschaft, über Ähnlichkeiten zwischen der Klimakrise und der Corona-Pandemie, über die Gefahren von Ökodiktatur oder auch Ökoterrorismus und darüber, wie sich die Ziele von Fridays-for-Future demokratisch umsetzen lassen.

Luisa Neubauer: "Die große Bedrohung für die Freiheit geht bei der Klimakrise ganz klar vom Nichthandeln aus."

Luisa Neubauer (mit Alexander Repenning): "Vom Ende der Klimakrise", Tropen 2019
Wolfram Eilenberger: "Feuer der Freiheit“, Klett-Cotta 2020

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