Geheimnisvolle Orte | Flughafen Tempelhof © rbb
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Geheimnisvolle Orte - Der Flughafen Tempelhof

Heute der perfekte Freizeitort, vor 80 Jahren Unterkunft für tausende Zwangsarbeitende. Der Flughafen Tempelhof hat eine dunkle Vergangenheit. Erst mit der Berliner Luftbrücke änderte sich die Bedeutung des Ortes wieder.

Die Piloten, die ersten, die es versucht haben, haben gesagt, es kann nicht sein, dass man hier landen soll, also so eng, wie es war von diesen hohen Häusern runter und dann dieser kleine Flughafen. Das geht gar nicht. – Es ging dann ja doch.

Wo heute Menschen joggen, skaten, picknicken oder ihre Drachen steigen lassen krabbelten vor nicht allzu langer Zeit noch Wanzen aus den Betten tausender Zwangsarbeitenden.

In dieser Folge von "Geheimnisvolle Orte" geht es um den Flughafen Tempelhof. Ein Ort, geboren aus Hitlers Größenwahn, der im zweiten Weltkrieg zur traurigen Unterkunft tausender Zwangsarbeitender wurde. Während ihre Heimatländer zerbombt wurden, waren sie hier gezwungen das Kriegsgerät dafür herzustellen. Erst mit der Berlin Blockade erfuhr der Ort eine völlig neue Bedeutung. Mit über 270.000 Flügen und mehr als 2,3 Millionen Tonnen transportierter Fracht versorgten die Amerikaner die Westberliner Bevölkerung über Wochen. So weit die Zahlen. Die Blockade Westberlins hat aber noch mehr bewirkt. Sie hat Amerikaner und Westberliner zusammengebracht. "No Fraternization, keine Verbrüderung mit den Deutschen!", dieser Befehl galt nach der Berliner Luftbrücke nicht mehr.

Der Flughafen Tempelhof – Ort der kollektiven Schande und Schauplatz von Hoffnung.

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