• DHM-Ausstellung | Podcast | Webdoku - "documenta - Politik und Kunst"

    Die documenta als weltweit bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst spiegelt seit ihrem Beginn 1955 im Nachkriegs-Deutschland die Verflechtungen von Politik und Kunst. Alle vier bis fünf Jahre geht es nicht nur um Kunstwerke, sondern auch um politische Themen und gesellschaftlichen Wandel. Eine Ausstellung im Deutschen Historischen Museum beleuchtet die Geschichte der documenta. In unserem Podcast sprechen wir darüber, wie der Staat die Kunst immer wieder benutzt hat. Und unsere Webdoku beleuchtet Politik und Skandale der documenta.

  • Mareike Maage und Ralf Homann © Sylvia Grabe
    Sylvia Grabe

    Mareike Maage hat Kunst und Radio studiert. Nach dem Studium lebt sie in Tokio und arbeitet als Künstlerin und Autorin. Heute ist sie Redakteurin beim rbb.

    Ralf Homann hat Bildhauerei studiert. Nach Gastaufenthalten in Florenz, Weimar, Stockholm, New York, Neukölln und Bengaluru lebt der Künstler und Autor zurzeit in München.

Kunst und Politik © rbb
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Von documenta bis Restitution - Kunst und Politik

Der Staat hat die Kunst immer wieder benutzt, um Politik oder auch Geld zu machen.Künstler, die das staatliche Image gefährdeten, verschwanden auch im Nachkriegsdeutschland in der Schublade. Andere, die das staatliche Selbstverständnis stützen, landeten im Kanzleramt. Zeitgenössische Künstler im Osten sollen sich in ihrer Formensprache klar gegen den Westen abgrenzen. Der Staat selbst aber enteignet Kunstwerke und verkauft sie in den Westen. Auch im Westen prägt die politische Agenda die Kunst, alles Ungegenständliche ist gut, alles Figürliche verdächtig. Im wiedervereinigten Deutschland ist der Staat heute von der Raubkunst bis zum Humboldt Forum damit betraut, dem Unrecht der Vergangenheit zu begegnen und einvernehmliche Lösungen zu finden.

Vier Folgen Kunst und Politik von Ralf Homann und Mareike Maage mit Natalie Bayer, Ulf Bischof, Miriam Cahn, Lutz Dammbeck, Tahir Della, André Meier, Maurice Philip Remy, Klaus Staeck, Wolfgang Ullrich und Julia Voss.

Kunst und Politik | documenta I © rbb
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Kunst und Politik – von documenta bis Restitution - documenta I: Imagewechsel

Kassel an der innerdeutschen Grenze macht die Ausstellung für die junge Bundesrepublik interessant, um sich gegen die neue DDR abzugrenzen. Bundespräsident Theodor Heuss glaubt an moderne Kunst als Ausdruck der Freiheit und wird Schirmherr. Arnold Bode, Gründer der documenta, holt Werner Haftmann als Kunsthistoriker an Bord. Haftmann streicht aus seiner Biografie seine frühere SA-Mitgliedschaft und stilisiert Emil Nolde zum Opfer der Nationalsozialisten. Um den Blick nicht zu genau auf die NS-Verbrechen zu lenken, zeigt die documenta I keine Werke deutscher jüdischer Künstler:innen, die in Konzentrationslagern ermordet wurden.

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Kunst und Politik | Der real existierende Kapitalismus © rbb
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Kunst und Politik – von documenta bis Restitution - Der real existierende Kapitalismus

Als „Befragung der Realität“ präsentiert Harald Szeemann 1972 die documenta 5. Zu sehen ist eine sehr männliche Wirklichkeit. Jahrzehnte dauert es bis Künstlerinnen wie Hanne Darboven, Valie Export oder Miriam Cahn tatsächlich die Hälfte des Kunstmarktes ausmachen. Hoppla: Tun sie das wirklich? „Kunst ist die Schwester der Politik“, meint Klaus Staeck. Aber ist es geschwisterlich, wenn CDU-Politiker Jenninger im Jahr 1976 Staecks Plakatkunst zerreißt? Der „Bonner Bildersturm“ macht Kunstgeschichte und hilft mit, Kunstschaffende wie KP Brehmer oder Joseph Beuys als gesellschaftskritische Intellektuelle zu positionieren.

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Kunst und Politik | Propaganda braucht Profis © rbb
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Kunst und Politik – von documenta bis Restitution - Propaganda braucht Profis

In der DDR ist die Kunst Repräsentantin des Staates und seiner Ideen. Walter Ulbricht ruft auf, die Höhen der Kultur zu stürmen. In der Kunstausbildung setzt man auf handwerkliches Können. Der ostdeutsche Staat wirbt damit, sich besser um seine Künstler:innen zu kümmern als der Westen. Andererseits werden Sammlerbestände enteignet und im Westen zu Geld gemacht. Die Kunstausstellung der DDR hat immense Besucherzahlen. Künstler:innen entwickeln eine eigene Formensprache, so wird es möglich anhand von Kunst unerkannt über Politik zu reden.

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Kunst und Politik | Erlös oder Erlösung © rbb
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Kunst und Politik – von documenta bis Restitution - Erlös oder Erlösung?

Als größter deutscher Kunstskandal gilt der „Schwabinger Kunstfund“ von 2012. Ein Nazischatz von einer Milliarde Euro wurde phantasiert. Die Zahl schmolz, die von den Behörden angekündigte große Restitution blieb aus. Handelt es sich dabei ohne Zweifel um Kunst, generiert das Berliner Humboldtforum eine andere Herausforderung: Bereits die Einordnung der Relikte als Kunstobjekte setzt die kolonialen Verbrechen des Deutschen Reiches fort. Der Staat muss Lösungen für das Unrecht der Vergangenheit finden.

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