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    Podcast - Ludwig van Beethoven

    Ludwig van Beethoven schrieb seine großen Sonaten, Symphonien und Kammermusiken nicht für unsere Ohren, sondern zunächst einmal für die seiner Zeitgenossen: für fürstliche Gönner, für Freunde und für seine musikalischen Mitstreiter. Vor allem aber für sich selbst – auch wenn er seine eigene Musik in der zweiten Hälfte seines Lebens nur noch innerlich hören konnte. Und doch erfassen Wucht und Wirkung seiner Musik bis heute jeden, der mit ihr in Berührung kommt. Sendereihe in 47 Folgen von Eleonore Büning.

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    Sendereihe in 47 Folgen von Eleonore Büning - Ludwig van Beethoven

    Ob "Für Elise" oder "Freude, schöner Götterfunken" – Beethoven erreicht heute so gut wie jedes Ohr. Kein anderer Komponist steht so sehr für "Genie" und klassische Musik. Warum das so ist und was es auch im 250. Geburtstagsjahr neu zu entdecken gibt, erfahren Sie in unserer Serie.

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"Warum wir von Beethoven so erschüttert werden."

Auch im Jahr seines 250. Geburtstags polarisiert Beethoven. Immer noch. Warum ist das so? In seinen letzten drei Klaviersonaten finden sich Antworten auf diese Frage. Aber sie geben auch neue Rätsel auf. Von Eleonore Büning

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"Er wird nie etwas Ordentliches machen!"

Als Wunderkind in Bonn fing Ludwig van Beethoven an. Beethoven lernte zuerst beim Vater, dann bei Christian Gottlob Neefe, mit zwölf unterrichtete er schon andere. Später in Wien hießen seine Musiklehrer dann Albrechtsberger, Schenk, Salieri und Haydn. Was hat er von ihnen gelernt?

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"Doktor Faustus oder: Veränderungen über einen Deutschen"

Schon früh erkannten die Dichter in Beethoven das Potenzial zur Romanfigur. Mit den Flunkereien von Bettine von Arnim ging das los, mit Irene Dische ist diese Inspirationshistorie noch lange nicht am Ende. Beethoven in der Literatur – ein Streifzug.

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"Mozarts Geist aus Haydns Händen"

Kaum hatte Beethoven in Wien seine ersten Werke veröffentlicht, fügte man seinen Namen schon mit dem seines großen Vorbilds und dem seines Lehrers zusammen zur "Klassikertrias" Mozart-Haydn-Beethoven. Nicht ohne Grund: In den Kompositionen gibt es direkte Einflüsse.

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"Da ist das Werk, sorgt um das Geld."

Als freier Künstler musste Beethoven seinen Lebensunterhalt durch eine Mischfinanzierung bestreiten, teils aus Konzerteinkünften, teils aus Druckhonoraren. Kein Wunder, dass man ihn geizig fand. Und ein Glück, dass es doch noch adlige Gönner gab!

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (6/47) - "Für solche Schweine spiele ich nicht!"

In den aristokratischen Salons machte Beethoven Furore mit seinem republikanischen Benehmen. Mehr noch beeindruckte aber sein Fantasieren auf dem Pianoforte: Ein Instrument, das sich selbst gerade revolutionierte, und das er liebevoll den "Starkschwachtastenkasten" nannte.

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"Hilf Himmel … Fast lauter leere Blätter!"

Die Kadenzen seiner Klavierkonzerte hat Beethoven improvisiert, wie das seinerzeit üblich war. Doch spätestens mit dem dritten Konzert in c-Moll brachte er die Zeitgenossen ins Grübeln. Wo hört die freie Fantasie auf, wo fängt die Komposition an?

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"Mein Reich ist nicht von dieser Welt."

Beethoven ist einer der ersten Bürger, denen ein Denkmal auf öffentlichem Platz errichtet werden darf. Im Laufe des denkmalwütigen 19. Jahrhunderts ändert sich das Künstlerbild, der Mythos wirft Falten. Erich Hähnel zeigt noch den Menschen, in Überlebensgröße. Für Max Klinger verwandelt sich Beethoven in Zeus, für Klimt in Christus.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (9/47) - "Was kümmert mich seine elende Geige."

Kammermusik war traditionell ein Privatvergnügen des Adels. Der Geiger Ignaz Schuppanzigh veranstaltete als erster öffentliche Streichquartett-Konzerte, für die jeder Bürger Wiens ein Ticket kaufen konnte. Mit Beethoven verbanden ihn eine lebenslange Freundschaft und viele Quartett-Uraufführungen.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (10/47) - "Die Klaue des Löwen"

Kaum war Beethoven zu Ruhm aufgestiegen, wuchs schlagartig die Anzahl der Beethovenbearbeitungen. Aber es kam auch zu Beethoven-Fakes. Einer der krassesten Fälle ist die sogenannte "Jenaer Symphonie", die als wieder entdecktes Jugendwerk Beethovens weltweit gefeiert wurde. Bis man herausfand: Er hat sie gar nicht komponiert.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (11/47) - "Mein erhabener Schüler und Musengünstling"

Zum Glück fand Beethoven seinen größten Fan im Schloss Schönbrunn. Erzherzog Rudolph war ein Schöngeist, Maler und Musiker. Der jüngste Bruder von Kaiser Franz I. wurde Beethovens Kompositionsschüler, er sammelte all seine Werke, samt Zeitungsausschnitten. Die Hammerklaviersonate ist ihm nicht nur gewidmet, er konnte sie auch spielen.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (12/47) - "Sprecht lauter, schreyt, denn ich bin taub"

Schon mit Mitte Zwanzig bemerkte Beethoven, dass ihn die Ohren im Stich ließen. Er hielt dies lange Zeit geheim. Dann folgte auf eine tiefe Lebenskrise geradezu eine Explosion der Schaffenskräfte. Wann genau und womit begann dieser "Neue Weg"?

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (13/47) - "Geschrieben auf Bonaparte"

Der große Wurf der "Sinfonia eroica" kündigt eine Zeitenwende an. Wer aber ist der Held, der in diesem Ideenkunstwerk beschworen, gefeiert und betrauert wird? Ist es der Kaiser der Franzosen? Oder das Ideal des antiken Prometheus? Oder ist es Beethoven selbst?

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (14/47) - "Nichts als Trommeln, Kanonen, Menschenelend"

Es war eine blutige Zeit, Europa im Umbruch. Immer wieder bricht der Krieg ein ins zivile Leben. Davon berichten nicht nur Beethovens Schlacht- und Schauspielmusiken, sondern auch die intimen Sonaten und seine einzige Oper "Fidelio".

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Auf Umwegen fand Beethoven zum Streichquartett - "Malinconia & Serioso"

Auf Umwegen fand Beethoven zum Streichquartett. Als er endlich sein erstes komponierte, schrieb Haydn an seinen letzten. Dann, als diese Gattung für ihn zum "klarsten Träger musikalischer Ideen" (Strawinsky) geworden war, komponierte er auch ohne Auftrag, für sich selbst.

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Ludwig van Beethoven (16/47) © rbb
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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (16/47) - "Lieber zehntausend Noten als einen Buchstaben"

Zum Glück fand Beethoven seinen größten Fan im Schloss Schönbrunn. Erzherzog Rudolph war ein Schöngeist, Maler und Musiker. Der jüngste Bruder von Kaiser Franz I. wurde Beethovens Kompositionsschüler, er sammelte all seine Werke, samt Zeitungsausschnitten. Die Hammerklaviersonate ist ihm nicht nur gewidmet, er konnte sie auch spielen.

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Ludwig van Beethoven (17/47) © rbb
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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (17/47) - "Der gestirnte Himmel über mir"

Die Schriften Kants hatte Beethoven schon als Jüngling mit Eifer gelesen. Als er starb, fand der Nachlassverwalter in seiner Bibliothek verbotene Bücher, aber auch die Gesammelten Schriften von Metastasio, Euripides, La Fontaine, Klopstock, Schiller und Goethe. Kurzum: Beethoven war eine Leseratte. Wie wirkte sich das aus auf seine Musik?

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (18/47) - "Er hat wieder seinen Raptus"

Beethoven gilt als der "Erfinder des Scherzo". Als Prototyp für die spezielle Art des Beethovenschen Humors wird besonders gern der sprunghaft schnatternde Scherzo-Satz aus der neunten Symphonie genannt. Aber was ist schon komisch an einem Scherzo?

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (19/47) - "Keine Musik mehr, eine neue Kunstform"

In Frankreich fand Beethoven früh eine ganz besondere Fangemeinde. Das ging los mit den Pariser Conservatoire-Konzerten, wo Monsieur Habeneck die Symphonien schneller dirigierte, als das Metronom erlaubt. Berlioz hörte das, er wurde Beethovens musikphilosophischer "Lordsiegelbewahrer". Fétis, Rolland, Boucourechliev und Deleuze folgten dieser Spur.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (20/47) - "Der Mann hat keinen Geschmack gehabt!"

Zu seiner einzigen Oper komponierte Beethoven vier verschiedene Ouvertüren. Warum? War es nicht umgekehrt üblich, wie Robert Schumann ulkte, eine Ouvertüre für vier verschiedene Opern zu benutzen? Die Leonoren-Ouvertüren sind kein beliebiges Vorspiel zu einem Drama, sie sind selbst hochdramatisch. Beethoven wurde damit zum Vorreiter und Erfinder der symphonischen Dichtung.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (21/47) - "Mehr Ausdruck der Empfindung als Malerey"

Nachahmung von Naturgeräusch war eine Mode der Barockmusik, angeblich längst out. Da sorgt die Pastorale dafür, dass der alte Diskurs erneut hochkocht. Will Beethoven mit Vogelkonzert und Gewitterszene nur Vivaldi zuwinken? Illustriert er Goethes "Werther"?

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (22/47) - "Hebel der Furcht, des Entsetzten, des Schmerzes"

Manchen Zeitgenossen kam Beethovens Instrumentalmusik verwirrend formlos vor. Andere suchten darin, ganz im Gegenteil, nach Modellen für die Kodifizierung einer neuen Formenlehre. Ein Exkurs über das Phantom der Sonatenhauptsatzform, von E.T.A. Hoffmann bis Hugo Riemann.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (23/47) - "Engel, Alles, Ich"

Wer war die unsterbliche Geliebte? Welche Rolle spielte Neffe Karl? Inzwischen entdeckte Kubrick in der Neunten den Soundtrack für chauvinistische Gewaltverherrlichung, und Genderforscherinnen fanden in der Appassionata ein verstecktes männliches Grundmuster. Versuch über Beethovens Libido.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (24/47) - "Banner der Zeit"

Der technische Fortschritt im beginnenden Industriezeitalter interessierte Beethoven sehr. Seine Begeisterung für die Erfindung des Metronoms macht vor allem den Pianisten Kummer, bis heute streiten sie über Richtgeschwindigkeiten. Weniger folgenreich, dass er sich eine der ersten Espressomaschinen kaufte.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (25/47) - "Mensch, hilf dir selbst"

Als guter Katholik lebte Beethoven in Achtung vor den Sakramenten, er ging zur Messe, zur Beichte. Daneben befasste er sich mit dem Hinduismus, der Freimaurerei und anderen Welt- und Gottesbildern. Kirchenmusik ist ihm allemal Glaubensprüfung, seine Missa solemnis bittet um inneren und äußeren Frieden.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (26/47) - "Seid umschlungen, Millionen"

Die Sinfonie Nr.9 ist mehr als nur eine Sinfonie. Sie ist Politikum, Manifest, Tempel, Vermächtnis, Riesenideengebirge und Nationaldenkmal. Sowohl die Achtundvierziger wie die Arbeitermusikbewegung, die Nationalsozialisten, BRD und DDR haben sich ihrer bedient.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (27/47) - "Unser musikalischer Jean Paul"

Keiner aus der jüngeren Komponistengeneration kam an Beethoven vorbei. Schumann idealisierte ihn, er liebte vor allem das Spätwerk. Schubert fürchtete ihn, er fand das Spätwerk eher „bizarr“. Verehrt haben ihn beide. Über die Spuren des Vorbilds in ihren Werken.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (28/47) - "Ein glorreicher Augenblick"

Franz reimt sich auf Glanz, wenn Beethoven die versammelten Fürsten Europas begrüßt. Seine Geschäfte laufen prächtig beim Wiener Kongress. Aber auch als Ehrenbürger Wiens zieht Beethoven immer wieder fluchtartig um - Kehrseite des äußeren Erfolges ist die innere Emigration.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (29/47) - "Wenn des Wortes Weihe spricht"

Er liebte die Dichter: Goethe, Schiller, Klopstock, Herder - umgekehrt hielt sich Goethes Gegenliebe in Grenzen. Obgleich man Beethoven nachsagte, dass er für Vokalmusik kein Händchen habe, beginnt doch mit ihm erst die Geschichte des modernen Klavierlieds.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (30/47) - "Klang der Stille"

Kaum hatten die Bilder laufen gelernt, kam Beethoven ins Kino. Der erste Stummfilm entstand 1909 in Frankreich. Seither sind rund siebzig Beethovenfilme gedreht worden. Befreit von den Fesseln historischer Fakten erfinden sie immer neue Heldensagen, vom "Märtyrer des Herzens" bis zum Weltretter am Synthesizer.

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"Mein Bruder ist mein größter Feind"

Er konnte beides sein: zärtlich sorgender Familienmensch und zugleich kalt-kauziger Hagestolz. Die Dialektik dieses zerklüfteten Privatlebens führte lange nach Beethovens Tod, im Licht der Psychoanalyse, zu neuen Fragen: War er eventuell homosexuell? Und wie kam es zu der Tragödie um seinen Neffen?

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"Schneidern Sie nicht zu viel!"

Mit dem Ruhm Beethovens wuchs auch die Schar seiner Satelliten. Die Konkurrenz war groß unter den jungen Musikern, die sich Schüler Beethovens nannten und für ihn arbeiteten, als Kopist, Assistent oder Privatsekretär. Nur wenige machten sich selbstständig als Virtuose und Komponist wie Carl Czerny und Ferdinand Ries.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (33/47) - "Manchmal mögte ich toll werden über meinen unverdienten Ruhm"

Die ersten Musikkritiken, die Beethoven über sich las, waren blutige Verrisse. Erst um die Mitte seines Lebens erfuhr er vereinzelt auch Ermutigung, die alsbald umschlug in abgöttische Verehrung. Kein Komponist vor ihm wurde schon zu Lebzeiten zu einer Kultfigur – und damit Opfer einer ruhmgeschützten Geschichte des Nicht-Verstehens.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (34/47) - "Alle Menschen werden Schwestern"

Nicht nur Beethovens Werke wurden als ausgesprochen maskulin wahrgenommen. Schon die Idee der absoluten Musik galt als eindeutig männlich konnotiert. Mit ihrem Buch "Feminine Endings" legte Susan McClary eine Lunte an dieses Dogma. Sie erklärte den Themendualismus der klassischen Sonatenform für sexistisch und erkannte in Beethoven einen "male chauvinist", der in seiner Musik zur Gewalt gegen Frauen aufrufe.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (35/47) - "Kleine, aber demohnerachtet ächte Perlen"

Aus einigen der Melodien, die Beethoven erfand, sind später populäre Volkslieder geworden. Weniger bekannt ist, dass er in seinen Werken zeitlebens, auf den Spuren Herders wandelnd, Volkslieder und Volkstänze zitierte, variierte, versteckte und abwandelte. Ein Streifzug durch das musikalische Souterrain.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (36/47) - "Pilgerfahrt zu Beethoven"

Berlioz wollte als "compositeur-poète" sein Erbe antreten, Liszt transkribierte alle seine Symphonien, Wagner, Mahler, Bruckner und Schönberg betrachteten sich als legitime Nachfolger, und Brahms hörte hinter sich einen Riesen marschieren. Aber keiner komponierte eine Zehnte.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (37/47) - "Wagner vs. Bülow, Furtwängler vs. Toscanini…"

Bei der wahren Art, Beethoven zu dirigieren, spielte Weltanschauung eine wichtige Rolle. Heutzutage kommen außerdem auch noch Besaitung, Besetzung, Tempo und Mikrofonaufhängung dazu. Tripelkonzert und Vierte, zwei Interpretationsvergleiche.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (38/47) - "Stachelige Früchte"

Unter den letzten Werken Beethovens ist das cis-Moll-Quartett Op. 131 exemplarisch. Dem Verleger schrieb er, es sei "zusammengestohlen aus verschiedenem diesem und jenem". Das sollte ein Scherz sein. Tatsächlich finden sich in den sieben Sätzen alle Merkmale des Beethovenschen Spätstils.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (39/47) - "Nichts Edleres und Kostbareres, als die Zeit"

Von den intensiven Kontrapunktstudien des jungen Beethoven ist in seinen Kompositionen nichts zu merken. Auch seine erklärte Liebe zu Bach und Händel hinterlässt kaum Spuren im Werk. Erst gegen Ende seines Lebens erfasst ihn einer wahre Fugenpassion: eine Flucht zurück nach vorn.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (40/47) - "Wahrheit nie, auch sogar am Throne nicht verleugnen."

Beethoven mutierte, wie Thomas Bernhard einmal lästerte, nach seinem Tod zu einem "totalen Staatskomponisten": Sowohl Friedrich Engels als auch Hitler als auch Stalin konnten sich wiederfinden in seiner Musik. Woran liegt das? Und was hielt Beethoven seinerseits von den Politikern seiner Zeit?

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (41/47) - "Frei ist die Tonkunst geboren"

Franz Liszt, der die Klaviertranskription in ein Kunstwerk eigenen Rechts verwandelte, betrachtete Beethovens Symphonien als heilige Texte, einen Endpunkt. Für Ferruccio Busoni, den polyphonieverrückten Transkriptionstausendsassa, ist Beethoven nichts weiter als ein Anfang: der erste Schritt auf dem Weg in die Freiheit der Musik.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (42/47) - "Musik über Musik"

Statt, wie gewünscht, nur eine Variation über den dummen Walzer mit dem Schusterfleck, komponiert Beethoven für den Verleger Anton Diabelli deren dreiunddreißig. Er zerlegt das Thema. Ein Mikrokosmos der Musikgeschichte entsteht, ein Kompendium des eigenen Komponierens.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (43/47) - "Versuch über die wahre Art, Beethovens Klaviersonaten zu spielen"

Hans von Bülow prägte, überwältigt von Reichtum, Vielfalt und Geschlossenheit dieser zweiunddreißig Werke, das geflügelte Wort vom "Neuen Testament der Klavierspieler". Was haben die großen Pianisten in den letzten hundert Jahren aus diesem Testament herausgeholt, was haben sie hineingelesen?

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (44/47) - "Mit dem obligaten Akkompagnement auf die Welt gekommen"

Kammermusik war, wie der Name bis heute anzeigt, einst ein Privileg der Happy Few. Als die Duos, Trios, Quartette und Quintette endlich aus der fürstlichen Kammer ausschwärmten ins öffentliche Konzert, waren zunächst Werke mit Bläsern besonders beliebt. Seinen größten Publikumserfolg erzielte Beethoven mit dem Septett op. 20.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (45/47) - "In der Blüte der ganze zukünftige Apfel"

Zu Fuß wandert man nur knapp zwölf Kilometer vom Beethovenhaus in Baden bei Wien bis zum Schönberghaus in Mödling. Doch in Gedanken tut man einen Jahrhundertsprung: 1823 entstand in Baden das Chorfinale der Neunten, 1918 wurde in Mödling der „Verein für musikalische Privataufführungen“ gegründet. Was lernte Schönberg sonst noch von Beethoven?

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (46/47) - "Best of Beethoven"

Längst haben sich die schönsten Stellen zu Schlagern verselbständigt. Beethoven eroberte die Charts. Eine Auswahl von Lieblingsstücken, mit Gastmusikfetzen aus Bellinis "Norma" sowie von Chuck Berry, John Lennon, Miguel Rios, Walter Murphy und den Toten Hosen.

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Eine Sendereihe von Eleonore Büning (47/47) - "Dass du nicht enden kannst, das macht dich groß. Dass du nie beginnst, das ist dein Los."

Die barocke Konvention der langsamen Einleitung verwandelte Beethoven in Philosophie. Den Schluss zögerte er gerne mit einer erweiterten Coda hinaus. Sein eigenes Ende war mit einem Vierteljahr des Leidens verbunden. Es folgten erst die Nachrufe, dann die Verklärung.

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