Rahel, damit Sie mich kennen (2/10) – Freundschaft als Prinzip © rbb/Birgit Beßler
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Rahel, damit Sie mich kennen - "Freundschaft als Prinzip" (2/10)

Rahel Levin – alles will sie wissen, alles lesen, alles begreifen. Aber als Frau um 1800 sind ihrem Bildungshunger enge Grenzen gesetzt – ihre Bestimmung ist die Ehe. Doch ihr Freund David Veit versorgt sie mit Büchern – gemeinsam lesen und disputieren sie über alles, was ihnen vor die Nase kommt.

Hat man nicht Mühe, sich selbst oft zu finden, und zu finden, was man will?

Rahel

"Helfen Sie mir, dass ich nicht dumm bleibe! Erst heut und gestern hab ich rasend werden wollen, dass ich nichts weiß", schreibt Rahel 1792 an ihren Jugendfreund David Veit. David hat es gut. Denn als Mann darf er studieren. Doch auch die junge Rahel giert nach Bildung, will alles wissen und aufsaugen, all die neuen Bücher, die neuesten Theaterpremieren und die Entwicklungen in der Philosophie. David Veit schickt ihr Bücher – gemeinsam lesen und streiten sie über die Bestseller ihrer Zeit: "Die Leiden des jungen Werthers" oder "Iphigenie auf Tauris". Doch auch über ihren jeweiligen Alltag erzählen sie sich, über etwaige Amouren oder die neue Kunst des Walzer-Tanzens und über das, was sie beide als große Ungerechtigkeit umtreibt: ihren geringen Status als Juden in der deutschen Gesellschaft.

Mit Klara Manzel, Dagmar Manzel, Inka Löwendorf, Paul Hentze, Peggy Bachmann, Lisa Hrdina, Melina von Gagern, Anita Vulesica, Tilla Kratochwil, Linda Blümchen

Akkordeon: Eva Zöllner
Komposition und Klavier: Dietrich Eichmann
Regie: Christine Nagel
Produktion: rbb 2021

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Rahel, damit Sie mich kennen © rbb/Birgit Beßler
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10-teiliger Podcast zum 250. Geburtstag von Rahel Levin Varnhagen - Rahel, damit Sie mich kennen

Rahel Levin Varnhagen von Ense – in ihrem Salon trifft sich das Who is who Berlins um 1800. Anspruchsvoll ist sie und emanzipiert. Ihr bewegtes Leben war geprägt von großen Zeitumbrüchen, von Freundschaften und der Suche nach der wahren Liebe und nicht zuletzt von dem Umstand, dass sie Jüdin war. Frau und Jüdin – genug, um ein Leben lang um Anerkennung kämpfen zu müssen.